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Kryptographen versuchen herauszufinden, in welchen Situationen Hintertüren in Verschlüsselungsalgorithmen denkbar sind.
Kryptographen versuchen herauszufinden, in welchen Situationen Hintertüren in Verschlüsselungsalgorithmen denkbar sind. (Bild: Klearchos Kapoutsis, Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

Parameter mit Hintertür

Die Diskussion um Parameter mit Hintertüren wird immer wieder geführt. So gibt es einige Vorbehalten gegenüber den elliptischen Kurven, die das NIST 1999 standardisiert hat. Diese wurden von einem NSA-Mitarbeiter entwickelt und aus Konstanten erzeugt wurden, deren Herkunft völlig unklar ist. Dem Kryptographen Jean-Philippe Aumasson gelang es, eine leicht modifizierte Variante des SHA-1-Algorithmus zu erzeugen, die sich deutlich schneller angreifen lässt.

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Vor einigen Monaten zeigte David Wong bereits, wie sich eine Hintertür in Parametern für Diffie-Hellman verstecken lässt. Allerdings war bei Wongs Angriff der Parameter keine Primzahl mehr, damit ist leicht erkennbar, dass diese Hintertür-Parameter nicht korrekt sind.

Der einzige Fall, in dem eine Hintertür in einem kryptographischen Algorithmus als sicher gilt, ist der von der NSA entwickelte Zufallszahlengenerator Dual EC DRBG. Dieser wurde beispielsweise von der Firma RSA Inc. eingesetzt, RSA erhielt dafür von der NSA 10 Millionen Dollar. In einem besonders mysteriösen Fall wurde in den Produkten der Firma Juniper Dual EC eingesetzt, die Parameter wurden dabei mehrfach offenbar von unbekannten Personen geändert. Die Vorfälle bei Juniper wurden nie aufgeklärt.

Parameter müssen erklärbar sein

Klar dürfte sein, dass in Zukunft alle kryptographischen Algorithmen ihre Parameter-Wahl genau erklären müssen. DSA wird generell nur noch selten eingesetzt, da der Algorithmus auch weitere Schwächen hat. In TLS waren DSA-Zertifikate nie sehr verbreitet, jüngste Versionen von OpenSSH haben die Unterstützung für DSA standardmäßig deaktiviert. Einzig bei PGP-Schlüsseln hat DSA noch eine gewisse Relevanz.

Der klassische Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch wird auch immer seltener eingesetzt, da sich inzwischen die Verwendung des schnelleren Elliptic-Curve-Diffie-Hellman-Algorithmus fast überall durchgesetzt hat. Wer weiterhin Diffie Hellman verwendet, sollte die Parameter entweder selbst generieren oder auf nachvollziehbare Parameter wie die aus RFC 7919 setzen.

Bei elliptischen Kurven setzen immer mehr Produkte auf Curve25519 von Daniel Bernstein. Auch in TLS wird der darauf basierende Schlüsselaustausch Curve25519 inzwischen häufig genutzt, obwohl der entsprechende RFC sich immer noch im Entwurfsstadium befindet. Curve25519 verwendet ein Verfahren, bei dem genau nachvollziehbar ist, aufgrund welcher Eigenschaften die Parameter gewählt wurden.

Der verbreitete RSA-Algorithmus besitzt keine vergleichbaren Parameter, in denen sich eine Hintertür verstecken könnte und ist damit unproblematisch.

Die Diskussion um Hintertüren in kryptographischen Parametern ist begrüßenswert, und es ist sicher sinnvoll, bei allen Algorithmen nach unerklärten Konstanten und Parametern zu suchen. Einen Grund zur Panik gibt es allerdings nicht. Bislang ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein gängiger Algorithmus durch eine derartige Hintertür angegriffen wurde.

 DSA und Diffie Hellman: Primzahlen können Hintertür enthalten

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Mingfu 14. Okt 2016

Ein einfacher Test wäre der Fermatsche Primzahltest. Real wird eher der Miller-Rabin...

Mingfu 12. Okt 2016

Nein, es sind keine schwachen Primzahlen im klassischen Sinne. Denn das Berechnen des...

Ovaron 12. Okt 2016

Sorgfalt bei der Formulierung der Satzaussage kann Leben retten. Auch hier wäre mehr...

Kleba 12. Okt 2016

Also wenn dann sollte ein "@Golem" in den Titel um die nötige Aufmerksamkeit zu erzeugen ;-)



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