Drosselung: "Telekom werden Kunden in Scharen davonlaufen"
Der scheidende Telekom-Chef René Obermann (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Drosselung "Telekom werden Kunden in Scharen davonlaufen"

Viele konkurrierende Festnetzbetreiber wollen keine Drosselung einführen und erwarten eine Massenabwanderung beim größten DSL-Anbieter. Eine Protestpetition gegen die Abschaffung der Flatrate hat bereits 90.000 Unterzeichner.

Anzeige

Viele Konkurrenten der Telekom planen keine Drosselung für ihre DSL-Kunden. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), Stephan Albers, sagte dem Nachrichtenmagazin Focus: "Unsere Mitgliedsunternehmen planen keine Datendrosselung." Albers erwartet, dass der Telekom "die Kunden in Scharen davonlaufen" werden, wenn der Konzern an dem Modell festhalte.

Zu den Mitgliedsunternehmen des Breko mit eigenem Netz gehören Ewe Tel, Thüringer Netkom, Eifel-net, Kielnet, Lew Telnet, die Stadtwerke Neumünster, Netcom Kassel, Telefónica Deutschland und Versatel. Versatel hat kein eigenes Endkundengeschäft mehr.

Obermann: Begriff der Netzneutralität wird missbraucht

Telekom-Chef René Obermann hat das Ende der Flatrate in einem Antwortschreiben an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verteidigt und die Kritiker angegriffen. In der aktuellen Debatte, so Obermann, würden "Begriffe wie Netzneutralität und Sicherstellung von Wettbewerb dahingehend missbraucht, einen Flatrate-Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen im Internet zu zementieren". Das Schreiben liegt dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vor.

Die geplanten Tarifänderungen der Telekom bezeichnet Obermann als "fair". Damit gelinge es, für rund "97 Prozent der Kunden die Preise stabil zu halten". Von der vorgesehenen Preisänderung seien nur "drei Prozent der Kunden betroffen. Diese Kunden nutzen in unserem Netz 10- bis 20-mal größere Datenmengen als ein durchschnittlicher Kunde, der 15 bis 20 GByte pro Monat verbraucht", so der Telekom-Chef. Auch den Vorwurf, die Netzneutralität werde verletzt, weil eigene Dienste wie das IP-TV-Angebot Entertain nicht auf die geplante Datenobergrenze angerechnet würden, wies Obermann in dem Schreiben an Rösler zurück. So würden Telekom-eigene Internetdienste wie Videoload oder die Telekom-Cloud durchaus auf die Datenmenge angerechnet. Entertain, so Obermann, sei jedoch kein "typischer Internetdienst, sondern eine von den deutschen Landesmedienanstalten durchregulierte separate Fernseh- und Medienplattform, für die unsere Kunden ein entsprechendes Zusatzentgelt bezahlen". Damit sei dieses Angebot außen vor.

Die Telekom hatte am 22. April 2013 angekündigt, ihre Flatrate-Produkte nicht mehr für Neukunden anzubieten. Ist eine Volumengrenze erreicht, sehen die Leistungsbeschreibungen künftig eine einheitliche Reduzierung der Datenübertragungsrate auf 384 KBit/s vor. Sobald die Drosselung technisch umgesetzt ist, müssen Kunden für die volle Bandbreite zusätzlich zahlen. Bisher sei geplant, die Drosselung 2016 einzuführen. Hier legt sich die Telekom aber nicht genau fest. In kurzer Zeit haben 90.000 Menschen eine Petition gegen die Abschaffung der Flatrate durch die Deutsche Telekom unterzeichnet.

Rösler hatte deswegen eine Protestnote an die Telekom geschrieben.

Beim Telekom-Kundendienst sagte ein Mitarbeiter Golem.de, dass Kunden, die ihren VDSL-Vertrag zu neuen Konditionen verlängern, nicht von der Drosselung betroffen seien.


MarcoW75 05. Jul 2014

Daß diese Zahl so niedrig ist,dürfte der Tatsache zu verdanken sein,daß Telefonanschlüsse...

Youssarian 06. Mai 2013

Das hat auch niemand Ernstzunehmendes zu erzählen versucht.

Thronium 01. Mai 2013

LOL. You made my Day :D

mik_schreiber 30. Apr 2013

und umgerechnet von möglichen Volumen auf beschränkte 75GB ist das eine Preiserhöhung um...

mik_schreiber 30. Apr 2013

Da gibt es bessere Lösungen - 1&1 bietet einen Vertrag mit 100GB zu vergünstigten...

Kommentieren




Anzeige

  1. Ingenieur (m/w) Informationstechnik
    Netze BW GmbH, Stuttgart
  2. IT Software Specialist (m/w) Patent Annuities Department
    Dennemeyer Group, Howald (Luxembourg)
  3. Gruppenleiter (m/w) für Software-Qualitätsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  4. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Anzeige
DSL 4

  1. Pangu 1.0.1

    Jailbreak für iOS 8.1

  2. Gratiseinwilligung für Google

    Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein

  3. John Riccitiello

    Ex-EA-Chef ist neuer Boss von Unity Technologies

  4. Android Wear

    Moto 360 und G Watch erhalten Update

  5. Digitale Dividende II

    Bundesnetzagentur will DVB-T ab April 2015 beenden

  6. Security

    Gefährliche Schwachstellen im UEFI-Bios

  7. Broadcom

    Chips für Router mit G.Fast sind fertig

  8. Canon Filmkamera

    EOS C100 Mark II mit Dual-Pixel-AF und besserem Sucher

  9. Samsung

    Galaxy-Geräte mit Knox für US-Regierung zertifiziert

  10. Sammelkarten

    Hearthstone erst 2015 auf Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  2. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen
  3. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

Windows 10 Technical Preview ausprobiert: Die Sonne scheint aufs Startmenü
Windows 10 Technical Preview ausprobiert
Die Sonne scheint aufs Startmenü
  1. Build 9860 Windows 10 jetzt mit Info-Center für Benachrichtigungen
  2. Microsoft Neue Fensteranimationen für Windows 10
  3. Windows 10 Microsoft will nicht an das unbeliebte Windows 8 erinnern

    •  / 
    Zum Artikel