Der scheidende Telekom-Chef René Obermann
Der scheidende Telekom-Chef René Obermann (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Drosselung Auch Tarifwechsel bei DSL kann zur Drosselung führen

Dem Focus hat die Telekom bestätigt, dass bald noch mehr DSL-Kunden des Unternehmens als bisher angenommen von den neuen Drosselverträgen betroffen sein sollen. Schon der Wechsel des Tarifs reicht aus.

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Einem Bericht des Magazins Focus zufolge reichen schon kleine Änderungen an einem bestehenden DSL-Vertrag bei der Telekom aus, um von der seit dem 2. Mai 2013 geltenden Drosselung des Transfervolumens betroffen zu sein. Das Unternehmen sagte dem Magazin, es sollen auch bisherige Telefonkunden, die DSL haben möchten, "als Neukunden behandelt" werden.

Zudem sollen auch DSL-Nutzer der Telekom den Drosselverträgen unterliegen, wenn sie zu einem anderen Tarif wechseln. Ob das Unternehmen das dann beispielsweise als Änderungskündigung versteht, bei der es zu einem neuen Vertrag kommen könnte, führt der Focus nicht näher aus.

Diese neuen Aussagen der Telekom lassen die bisherigen Angaben des Unternehmens in einem anderen Licht erscheinen. Bisher hatte die Telekom stets erklärt, die neuen Volumengrenzen würden nur für Neuverträge gelten - nun reicht aber schon eine Änderung bestehender Verträge. Neue allgemeine Geschäftsbedingungen für seine DSL-Tarife hatte das Unternehmen bereits vor kurzem als PDF veröffentlicht, inzwischen findet sich auf den AGB-Seiten der Telekom dieses Dokument nicht mehr.

In dem ursprünglichen PDF fanden sich die monatlichen Volumengrenzen, welche die Abschaffung von DSL-Flatrates bedeuten. Darauf weist die Telekom nun auf den Bestellseiten der einzelnen Tarife hin. Bei Anschlüssen bis 16 MBit/s sind 75 GByte enthalten, bei VDSL-Anschlüssen mit 25 oder 50 MBit/s sind es 200 GByte. Glasfaseranschlüsse mit 100 MBit/s werden ab 300 GByte gedrosselt, bei 200 MBit/s ab 400 GByte. Alle diese Verbindungen arbeiten nach dem Ausschöpfen des Volumens nur noch mit 384 KBit/s. Umsetzen will die Telekom die Drosselung aber erst ab dem Jahr 2016.

Selbst wer bis dahin an seinem Vertrag nichts ändert und nicht von der Telekom als Neukunde angesehen wird, dürfte spätestens dann der Drosselung unterliegen. Üblicherweise laufen die DSL-Verträge der Telekom zwei Jahre, danach kann eine Verlängerung auch einen neuen Vertrag bedeuten - beispielsweise, wenn die Telekom die bisher garantierten Leistungen nicht mehr anbietet.

Das ist vor allem mit dem klassischen analogen Telefonanschluss der Fall, den die Telekom bis 2016 nicht mehr anbieten will. Stattdessen soll das ohnehin schon vollständig digitalisierte Telefonnetz für Sprachverbindungen auf Voice over IP (VoIP) umgestellt werden.

Nachtrag vom 5. Mai 2013, 20:50 Uhr

Die neuen AGB, in denen auch die Tabelle der Datenvolumina zu finden ist, befinden sich noch auf den Telekom-Serven als PDF. Sie sind nun unter dem Stichpunkt "Call&Surf" eingeordnet, unter "DSL" befinden sich weiterhin ältere Unterlagen. Der am 2. Mai 2013 vielfach verbreitete Link zu einer anderen AGB-Seite der Telekom funktioniert nicht mehr.


Youssarian 07. Mai 2013

Noch einmal: Die technische Umsetzung der Volumenlimits erfolgt erst im Jahre 2016...

Youssarian 07. Mai 2013

Also ohne Regulierung der Telekom. Ja sicher. Und wovon träumst Du nachts?

Bigfoo29 07. Mai 2013

Der Telekom wird es eher nicht nützen... Schau dir das Thema Lumia/WinPhone8 oder die...

dafire 07. Mai 2013

sonderkündigung wird wohl nicht nötig sein .. wenn die telekom einseitig den vertrag...

Drizzt 06. Mai 2013

Ja, verdoppeln... ist der Telekom "500plus" Tarif, und verdoppeln heißt von 300MB...

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