DRM-freie Filme Kickstarter-Projekt Lib-Ray ist finanziert

Filmemacher Terry Hancock hat bei Kickstarter genügend Spenden eingesammelt, um sein Lib-Ray-Projekt zu finanzieren. Lib-Ray soll ein offener Blu-ray-Ersatz werden, der auf dem Open-Source-Codec VP8 von Google basiert.

Anzeige

Mit seinem Kickstarter-Projekt Lib-Ray hat Entwickler und Filmemacher Terry Hancock die von ihm anvisierten Spenden von 19.000 US-Dollar gesammelt. Mit dem Geld will er eine offene Alternative zu Blu-ray schaffen, die auf Open-Source-Codecs basiert. Dazu will er die dazugehörigen Werkzeuge bereitstellen, etwa einen Player.

Alternative zu Blu-ray

Blu-ray sei eine begrüßenswerte und optimale Weiterentwicklung des DVD-Formats, vor allem wegen des verwendeten HD-Formats. Alternativen zu Blu-ray gebe es aber kaum, schreibt Hancock, der Produzent der animierten Serie Lunatics.

Das Projekt erhielt seit seinem Start vor etwa drei Wochen viel Aufmerksamkeit in der Open-Source-Szene. Richard Stallman segnete das Projekt ab, wies aber darauf hin, dass Hancocks ursprüngliche Idee, die Menüs der Filme mit einigen Zeilen Javascript auszustatten, nicht praktikabel sei. Beide einigten sich, den Javascript-Code, der für die Menüsteuerung im Player benötigt wird, auch dort zu implementieren. Stallman begrüßte die Idee, dass die Menüs der Lib-Ray-Filme in HTML5 und CSS realisiert werden sollen. Alle benötigten Funktionen sollen aber dem gegenwärtigen HTML-Standard entsprechen.

Blu-ray-Qualität ohne Lizenzgebühren

Lib-Ray soll eine offene Alternative für das Blu-ray-Format werden. Hancock weist darauf hin, dass Lizenzgebühren selbst dann anfallen, wenn ein Film ohne Verschlüsselung auf Blu-ray-Discs veröffentlicht werden soll. Denn die Verschlüsselung AACS und die sogenannte BD-ROM-Markierung müssen auf jeder Blu-ray vorhanden sein.

Filme im Lib-Ray-Format sollen auf SDHC-Karten ausgeliefert werden. Als Dateisystem soll UDF zum Einsatz kommen. Filme sollen in einem Matroska-Container bereitgestellt werden. Als Videocodec soll VP8 genutzt werden, die Audiotracks im Vorbis- (OGG) oder Flac-Format eingebunden werden. Noch werde VP8 nicht hardwareseitig von allen Geräten unterstützt, sagte Hancock. Er sei aber sicher, dass mit der zunehmenden Verbreitung von Android auf 1080p-fähigen Geräten auch der VP8-Codec in die Hardwaredecoder eingebunden wird.

Freie Projekte als Referenz

Die Bitraten der Inhalte sollen mit 12 bis 24 Mbps in etwa dem Blu-ray- oder HD-Standard entsprechen. Zunächst soll das Standard-HD-Format 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde unterstützt werden. Möglicherweise soll Lib-Ray um 60 Bilder pro Sekunde, 3D-Inhalte und 4K mit 4.096 x 2.048 Pixeln erweitert werden.

Mit dem gesammelten Kickstarter-Geld will Hancock den Film Sita Sings the Blues und eine Filmsammlung aus den bisherigen Blender-open-Movie-Filmen, Elephants Dream, Big Buck Bunny und Sintel als Referenz zusammenstellen. Außerdem will er die Abspielsoftware programmieren, die auf Python und Gstreamer basiert. Sie soll in ein GNU-/Linux-basiertes Mediacenter integriert werden. Eine Gtk-Applikation soll die Konvertierung in das Lib-Ray-Format aus dem Originalmaterial erleichtern und schließlich soll Lib-Ray umfangreich dokumentiert werden. Darüber hinaus soll Lib-Ray auch Funktionen bieten, die Blu-ray nicht hat, etwa die Einbindung in Archivierungssoftware.

Neben der offiziellen Webseite hat Hancock auch eine Diskussionsseite in Google-Groups eröffnet. Den Code der Werkzeuge für das Projekt will Hancock ebenfalls bei Google veröffentlichen.


Lox 06. Jun 2012

Du begehst den großen Fehler, von Dir auf andere zu schließen. Genauso gut könnte ich...

Suckerpunch 05. Jun 2012

Wie sieht es mit der Umsetzung bei kickstarter aus, weiß einer wie das vertraglich...

Ampel 05. Jun 2012

Auf der einen Seite bezahlt man ja schon Gebühren wenn man z.B: ein BD Laufwerk kauft...

bstea 04. Jun 2012

Das hab' ich aber anders in der Erinnerung. Sony waren die einzigen die sich dem...

Klau3 04. Jun 2012

Hier steht was sich Terry Hancock debei gedacht hat.

Kommentieren




Anzeige
  1. IT-Systemadministrator/in IT System Analyst (m/w)
    DE-STA-CO, Oberursel bei Frankfurt
  2. Research Fellow (m/w)
    Universität Passau, Passau
  3. Projektmanager (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  4. Teamleiter (m/w) Projektmanagement
    DEXINA AG, Raum Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Antifeatures

    Freie Software gegen Bevormundung

  2. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  3. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  4. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  5. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  6. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  7. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  8. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  9. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  10. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Dying Light: Einsamer Kampf in großer Stadt
Dying Light
Einsamer Kampf in großer Stadt

Tagsüber sammelt der Spieler Vorräte und Waffen, nachts kämpft er gegen Zombies: Das ist das Grundkonzept von Dying Light, das Techland unter anderem für Playstation 4 und Xbox One produziert.

  1. Flying Wild Hog Der Shadow Warrior kämpft wieder
  2. Homosexualität in Spielen Bug oder Feature?
  3. Strategiespiel HTML5-Version von Freeciv veröffentlicht

München: Limux bleibt technisch anspruchsvoll
München
Limux bleibt technisch anspruchsvoll

Linuxtag 2013 Das Limux-Projekt geht in den Regelbetrieb über. Viel Arbeit fällt bei der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf Linux trotzdem noch an - für die Techniker und die Stadtverwaltung, die eine Strategie für den Umgang mit Open-Source-Projekten erarbeiten muss.

  1. Clark Asay Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
  2. Adobes CFF Engine Bessere Schriftdarstellung für Android, iOS und Linux
  3. Entwicklerplatinen Spark Core mit WLAN und Cortex-M3-Prozessor

Zum Artikel