Don Daglow
Don Daglow (Bild: GDC Europe)

Don Daglow Mehr Erfolg bei US-Spielern

Deutsche und europäische Entwickler von Computerspielen tun sich oft schwer auf dem nordamerikanischen Markt. Entwicklerlegende Don Daglow erklärt, woran es liegt - und wie man es ändert.

Anzeige

So gut wie alle großen deutschen Anbieter von Browser-, Social- und Onlinegames haben mittlerweile Niederlassungen in den USA. Den ganz großen Blockbuster-Erfolg auf dem nordamerikanischen Markt hat aber noch keiner der Publisher geschafft. Auch mit klassischen Rollen- oder Strategiespielen haben sich deutsche Entwickler bislang schwergetan - so erfolgreich etwa einige Umsetzungen von Das Schwarze Auge hierzulande waren, so erfolglos waren sie allesamt in den USA. Auf der GDC Europe 2012 hat der Spieldesigner Don Daglow in einem Vortrag erklärt, woran das aus seiner Sicht liegt.

Eine der wichtigsten Zielgruppen für Games - Jugendlichen - werde in den USA ganz anders sozialisiert, so Daglow. Die Erziehung zur Selbstständigkeit und zur Entwicklung eines Selbstbewusstseins seien wichtiger als in Europa. "Man kommt in den USA einfacher durch das Schulsystem", so Daglow. "Erst mit ungefähr 17 Jahren stehen einige wirklich wichtige und schwierige Prüfungen an". Das bedeute, dass etwa die Fähigkeiten zum Lesen von Texten bei jüngeren Spielern noch längst nicht so ausgebaut sind wie beim typischen Europäer. Entwickler müssten deshalb noch stärker darauf achten, möglichst kurze Erklärungstexte zu verwenden, oder Funktionen nach Möglichkeit nicht erklären, sondern im Spiel zeigen.

Ebenfalls entscheidend ist nach Auffassung von Daglow, dass amerikanische Spieler eine viel kürzere Aufmerksamkeitsspanne haben - unter anderem deshalb, weil es im Fernsehen viel öfter kurze Werbeunterbrechungen gibt. Europäische Entwickler unterschätzen das, findet Daglow. Er ist der Auffassung, dass die ersten zehn Minuten eines Spiels unbedingt extrem packend sein sollten; er verweist dazu auf die ersten Minuten von James-Bond-Filmen. Entwickler vom alten Kontinent sollten ganz grundsätzlich ihre Schätzungen über die US-Aufmerksamkeitsspanne mindestens halbieren, eher sogar zehnteln.

Ein weiterer Unterschied ist laut Daglow, dass US-Amerikaner mehr Wert auf Individualität legen würden als Europäer. Seiner Meinung nach ist es deshalb auch wichtig, dass etwa in Rollenspielen die Charaktergenerierung möglichst umfangreiche Einstellmöglichkeiten bietet. Europäer würden das nicht immer beachten - was zuletzt übrigens am skandinavischen MMORPG The Secret World deutlich wurde, bei dem Spieler nur das Aussehen ihrer Figuren bestimmen können. Dem typischen Amerikaner dürfte das nicht individuell genug sein.


Nolan ra Sinjaria 17. Aug 2012

vermutlich weil das Vorhandensein von Lesefähigkeiten schon etwas eher geprüft wird. Und...

_2xs 13. Aug 2012

Also ich wäre auch der Meinung gewesen, daß Europäer detailiertere Chargens mögen... Hier...

the_spacewürm 13. Aug 2012

Immerhin hatten sie ein Scheinargument. Bei uns hätten die wahrscheinlich sowas wie "Ich...

Sharra 13. Aug 2012

Auch Europäer stellen hohe Ansprüche an die Individualisierung, aber wir sehen wohl eher...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) C# / .Net
    SÜTRON electronic GmbH, Filderstadt bei Stuttgart
  2. Projektmanager (m/w) Strukturen & Prozesse
    über Konstroffer & Partner Personalmarketing KG, Norddeutschland
  3. Testingenieur/in Software und Systeme
    MOBIL ELEKTRONIK GMBH, Langenbrettach
  4. Softwareentwickler C# / .Net (m/w)
    Müller-BBM AST GmbH, Planegg/München

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. Medion Erazer X7835 PCGH-Notebook mit Geforce GTX 980M und Core i7-4710MQ
    1999,00€
  2. TIPP: Amazon Fire TV
    84,00€
  3. PCGH-Supreme-PC GTX980-Edition
    (Core i7-4790K + Geforce GTX 980)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. ODST

    Gratis-Kampagne für Halo Collection wegen Bugs

  2. Medienbericht

    Axel Springer will T-Online.de übernehmen

  3. Directory Authorities

    Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

  4. Zeitserver

    Sicherheitslücken in NTP

  5. Core M-5Y10 im Test

    Kleiner Core M fast wie ein Großer

  6. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  7. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  8. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  9. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  10. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Netzverschlüsselung: Mythen über HTTPS
Netzverschlüsselung
Mythen über HTTPS
  1. Websicherheit Chrome will vor HTTP-Verbindungen warnen
  2. SSLv3 Kaspersky-Software hebelt Schutz vor Poodle-Lücke aus
  3. TLS-Verschlüsselung Poodle kann auch TLS betreffen

ROM-Ecke: Pac Man ROM - Android gibt alles
ROM-Ecke
Pac Man ROM - Android gibt alles
  1. ROM-Ecke Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

    •  / 
    Zum Artikel