Der Schweizer Domainverwalter Switch kann Domains wegen Malware deaktivieren.
Der Schweizer Domainverwalter Switch kann Domains wegen Malware deaktivieren. (Bild: Switch)

Domainrecht Schweizer Switch schaltet Domain wegen Malware ab

Der Schweizer Domainverwalter Switch hat die Domain npage.ch vorübergehend abgeschaltet, weil darüber Malware verbreitet wurde. Der Schweizer Domainverwalter ist stolz auf diesen "weltweit einmaligen Prozess".

Anzeige

6.681 Webseiten waren für fast 24 Stunden offline, weil eine davon einen Redirect zu einer Webseite enthielt. Die Schweizer Switch - vergleichbar mit der deutschen Denic - ist dabei ihren Richtlinien gefolgt, die vom Gesetzgeber vorgegeben sind, und hat die Domain vorübergehend aus den DNS-Zonefiles entfernt. Wegen einer falsch hinterlegten E-Mail-Adresse wurde der Domaininhaber aber erst informiert, als Switch die Domain bereits abgeschaltet hatte.

Eine Klausel in der Schweizer Fernmeldeverordnung berechtigt Switch, Domains abzuschalten, die Schadsoftware verbreiten: "Die Registerbetreiberin muss einen Domainnamen blockieren und die diesbezügliche Zuweisung zu einem Namenserver aufheben, wenn der begründete Verdacht besteht, dass dieser Domainname benutzt wird, um schädliche Software zu verbreiten", heißt es in Artikel 14 der Schweizer Fernmeldeverordnung. Der Schweizer Domainverwalter rühmt sich damit, der einzige weltweit zu sein, der diesen "Service" anbietet. Die Schweiz habe deswegen die wenigsten infizierten Webseiten weltweit.

Subdomain mit Redirect auf Malware

Die Auswirkung dieser Klausel bekam das deutsche Unternehmen Asnetworks zu spüren, das die Domain npage.ch verwaltet. Dort werden Subdomains vermietet, meist an kleine Gewerbetreibende. Eine davon enthielt eine Webseite mit einem Redirect auf einen Server, der Malware auslieferte. Switch entdeckte den Redirect und informierte am 12. April 2013 denjenigen, der die Domain bei der Switch registrierte - der britische Domain-Reseller Mesh. Dessen E-Mail-Adresse stand in den Registrierungsinformationen, die bei Switch eingereicht wurden.

Pech für Asnetworks, denn die hinterlegte E-Mail-Adresse von Mesh war ungültig. Da Switch auch nach drei Tagen keine Antwort von Mesh erhielt, wurde die Domain am 15. April 2013 um 15 Uhr aus der Zonefile entfernt. Switch informierte zwölf Minuten später den eigentlichen Domaininhaber Asnetworks, dessen E-Mail-Adresse zusätzlich hinterlegt wurde - und in den Whois-Informationen ebenfalls auftaucht.

Erstmal offline

Da war es schon zu spät, sämtliche Subdomains unter npage.ch waren offline. Asnetworks reagierte zwar prompt und informierte Switch, dass es den Redirect von der Webseite entfernt hatte. Bis die Domain wieder freigeschaltet wurde, vergingen aber fast 24 Stunden.

Jeder Verdacht wird geprüft 

crazypsycho 24. Apr 2013

Nö tue ich nicht. Man kann nicht fremdes Eigentum manipulieren, ohne den Eigentümer zu...

crazypsycho 24. Apr 2013

Natürlich muss der Inhaber informiert werden. Schließlich geht es um sein Eigentum...

thobens 23. Apr 2013

Das ist zwar richtig, nur war der Registrar zu dumm dafür den richtigen Domaininhaber...

teleborian 23. Apr 2013

Deutschland hat es 60Jahre lang nicht interessiert was ihre Steuerzahler im Ausland...

Endwickler 23. Apr 2013

"... Domainname benutzt wird, um schädliche Software zu verbreiten" Wie kann man denn...

Kommentieren



Anzeige

  1. Application-Manager (m/w)
    Swiss Post Solutions GmbH, Dettingen unter Teck (bei Stuttgart)
  2. Senior Softwareentwickler C# / .NET (m/w)
    PLSCOM GmbH, Berlin
  3. Software Entwickler Systemidentifikation und Regelungstechnik (m/w)
    GIGATRONIK Technologies GmbH, Ulm und Stuttgart
  4. Betriebs-System Engineer Citrix (m/w)
    DATAGROUP Köln GmbH, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nick Hayek

    Swatch-Chef hat keine Angst vor der Apple Watch

  2. Hdmyboy

    HDMI-Ausgang für den ersten grauen Gameboy

  3. Merkel-Handy

    NSA-Ausschuss kritisiert Stopp von Ermittlungen

  4. Unitymedia

    Liberty Global schafft Marke KabelBW ab

  5. NSA-Ausschuss

    BND trickst bei Auslandsüberwachung in Deutschland

  6. IT-Anwalt

    "Facebook geht bei neuen AGB illegal vor"

  7. Erbgut

    DNA überlebt Ausflug ins All

  8. Windows-Nachbau

    ReactOS bekommt neuen Explorer

  9. Bundesgerichtshof

    Kopierschutzmaßnamen für Konsolen sind zulässig

  10. Linshof i8

    Achteck-Smartphone mit Übertaktung und Turbo-Speicher



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig
Smarthome
Das intelligente Haus wird nie fertig
  1. Smart Home Das vernetzte Zuhause hilft beim Energiesparen
  2. Leuchtmittel Die Leuchtdiode kommt aus dem 3D-Drucker
  3. Agora, Energy@home und EEBus Einheitliche Sprache für europäische Smart Homes

Test Escape Dead Island: Urlaub auf der Zombieinsel
Test Escape Dead Island
Urlaub auf der Zombieinsel

Yoga Tablet 2 Pro im Test: Das Tablet mit dem eingebauten Kino
Yoga Tablet 2 Pro im Test
Das Tablet mit dem eingebauten Kino
  1. Lenovos Yoga Tablet 2 im Test Das Tablet mit dem Aufhänger
  2. Motorola Lenovo übernimmt Googles Smartphone-Sparte
  3. Yoga Tablet 2 Pro Lenovos 13-Zoll-Tablet mit Projektor und Subwoofer

    •  / 
    Zum Artikel