Abo
  • Services:
Anzeige
AMD hat weiter Probleme mit seinem Linux-Treiber und der Kernel-Community.
AMD hat weiter Probleme mit seinem Linux-Treiber und der Kernel-Community. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Display Core: Kernel-Community lehnt AMDs Linux-Treiber weiter ab

AMD hat weiter Probleme mit seinem Linux-Treiber und der Kernel-Community.
AMD hat weiter Probleme mit seinem Linux-Treiber und der Kernel-Community. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der besonders wichtige Display-Teil von AMDs neuem freien Linux-Treiber wird wohl trotz der Arbeiten im vergangenen Jahr nicht in den Hauptzweig vom Kernel aufgenommen. Die Community beschwert sich weiter über Alleingänge von AMD und zu viel Abstraktion und versteckten Code.

Im Februar dieses Jahres stellte das Linux-Kernel-Team von AMD mit DAL einen neuen Teil seiner freien Treiber-Architektur vor, der die Display-Aufgaben übernehmen soll. Dazu gehört etwa HDMI 2.0, Multi-Stream-Transport oder auch Freesync. Die fast 100.000 Zeilen Code stießen aber auf massiven Widerstand der Kernel-Community und trotz der Arbeiten im vergangenen Jahr wird die inzwischen in Display Core (DC) umbenannte Komponente wohl vorerst nicht in den Hauptentwicklungszweig von Linux aufgenommen.

Anzeige

Letzteres war von dem AMD-Angestellten Harry Wentland auf der Mailing-Liste der Linux-Grafiktreiber-Entwickler vorgeschlagen worden. Das Team von AMD wollte damit erreichen, dass anders als dies mit dem DAL-Code bisher geschehen ist, der DC-Code für die kommende Grafikkartengeneration (Vega) künftig nicht mehr separat gepflegt werden müsste. Doch umgesetzt wird das wohl nicht.

Zwar hat das Team von AMD den betroffenen Code im vergangenen Jahr verkleinern können, indem viele duplizierte Funktionen entfernt worden sind und stattdessen auf bereits vorhandene Technik des Linux-Kernel zurückgegriffen wird. Ebenso ist ein Teil des Codes auf neue Schnittstellen des Kernels portiert worden. Den Verantwortlichen in der Community ist dies aber offenbar noch nicht genug.

Abstraktionen müssen vermieden werden

So beschwert sich etwa der Intel-Angestellte Daniel Vetter, dass der DC-Code weiterhin eine Schicht zur Abstraktion bestimmter Funktionen nutze. Diese erschwere es dem Rest der Community allerdings, die Arbeitsweise des Treibers zu verstehen und Code-Bestandteile im Kernel zu verändern, die von mehreren Treibern benutzt werden. Auch in anderen Teilen des Kernels wird möglichst viel Code so ausgelagert, dass dieser eine gemeinsame Basis für mehrere Treiber bieten kann. Für Vetter gebe es immer noch keine Begründung dafür, warum AMD hier anders behandelt werden sollte.

Für AMD dient diese Abstraktion vor allem dem Zweck, möglichst viel Treiber-Code plattformübergreifend verwenden zu können. Laut AMD-Entwickler Wentland führt dieser Aufbau dazu, dass der Linux-Treiber klar von der wesentlich größeren Nutzerbasis und Plattformunterstützung unter Windows profitiert, wie er in einem Vortag in diesem Jahr ausführte. Nur ist das für die Linux-Community eben akzeptierbares Argument, die Vermeidung derartiger Abstraktionsschichten der Kernel so erfolgreich und wandelbar mache.

Dave Airlie, der Maintainer des DRM-Subsystems (Direct Rendering Manager), gibt außerdem zu bedenken, dass selbst wenn der DC-Code aufgenommen werden würde, die Kernel-Community diesen einfach ihren eigenen Bedürfnissen nach aufräumen und umgestalten könnte. Dann müsste AMD seinen eigenen Code verändern, was sicher nicht im Interesse des Unternehmens ist. Darüber hinaus habe es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Versuche gegeben, solche Abstraktionsschichten einzuführen. Diese seien aber immer wieder abgelehnt worden und er wolle auch für AMD keinen Präzedenzfall schaffen.

Airlie wünsche sich aber von AMD, dass sich das Unternehmen endlich aktiv in der Kernel-Community engagiere, seine Probleme und Anwendungsfälle beschreibe und dann gemeinsam an Lösungen gearbeitet werde. Inwiefern sich das umsetzen lässt, ist nicht absehbar. Aber sowohl Wentland als auch Alex Deucher, der ebenfalls für AMD an dem Linux-Treiber arbeitet, haben in der Diskussion angegeben, weiter an ihrem Code und den Kernel-Schnittstellen arbeiten zu wollen.


eye home zur Startseite
teleborian 13. Dez 2016

Liegt der Code im Stagging? (kt)

Themenstart

otraupe 12. Dez 2016

Das tut eigentlich jede Software, oder? Die GUI ist für die _Nutzerinteraktion_, da wir...

Themenstart

throgh 12. Dez 2016

Ähm, nein? Der Kernel ist im Wandel, aber glaubst du wirklich, dass sich essentielle...

Themenstart

treba 12. Dez 2016

Kurze Frage bezüglich AMDs Interesse: geht es ihnen um die Desktop-User/Gamer oder viel...

Themenstart

M.P. 10. Dez 2016

Abstraktionsschichten sind per se erstmal nichts, was ein System weniger wandelbar...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Broetje-Automation, Rastede
  2. Gundlach Bau und Immobilien GmbH & Co. KG, Hannover
  3. LEW Verteilnetz GmbH, Augsburg
  4. bimoso GmbH, Hamburg, Stuttgart


Anzeige
Top-Angebote
  1. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  2. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  3. 4,49€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkauf zzgl. 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. Tinker-Board

    Asus bringt Raspberry-Pi-Klon

  2. Privatsphäre

    Verschlüsselter E-Mail-Dienst Lavabit kommt wieder

  3. Potus

    Donald Trump übernimmt präsidiales Twitter-Konto

  4. Funkchips

    Apple klagt gegen Qualcomm

  5. Die Woche im Video

    B/ow the Wh:st/e!

  6. Verbraucherzentrale

    O2-Datenautomatik dürfte vor Bundesgerichtshof gehen

  7. TLS-Zertifikate

    Symantec verpeilt es schon wieder

  8. Werbung

    Vodafone will mit DVB-T-Abschaltung einschüchtern

  9. Zaber Sentry

    Mini-ITX-Gehäuse mit 7 Litern Volumen und für 30-cm-Karten

  10. Weltraumteleskop

    Erosita soll Hinweise auf Dunkle Energie finden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Autonomes Fahren: Laserscanner für den Massenmarkt kommen
Autonomes Fahren
Laserscanner für den Massenmarkt kommen
  1. BMW Autonome Autos sollen mehr miteinander quatschen
  2. Nissan Leaf Autonome Elektroautos rollen ab Februar auf Londons Straßen
  3. Autonomes Fahren Neodriven fährt autonom wie Geohot

Halo Wars 2 angespielt: Mit dem Warthog an die Strategiespielfront
Halo Wars 2 angespielt
Mit dem Warthog an die Strategiespielfront

Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
  1. Online-Einkauf Amazon startet virtuelle Dash-Buttons

  1. Re: Apple verklagt Qualcomm weil sie ihnen...

    ChristianKG | 22:44

  2. Re: Ich denke ich weiss, was hier das Problem ist

    christoph89 | 22:38

  3. Re: Komplett integer

    violator | 22:26

  4. Re: RK3288 Software Support

    nille02 | 22:21

  5. Re: Tutanota

    twothe | 22:19


  1. 16:49

  2. 14:09

  3. 12:44

  4. 11:21

  5. 09:02

  6. 19:03

  7. 18:45

  8. 18:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel