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Digiskopie: Nähe aus der Entfernung
Digiskopie: Nähe aus der Entfernung (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Digiskopie ausprobiert: Ich schau dir in die Augen, Wildes!

Digiskopie: Nähe aus der Entfernung
Digiskopie: Nähe aus der Entfernung (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Welche Augenfarbe hat eine Löwin? Oder eine Schlange? Die wenigsten Tiere lassen Menschen nahe genug heran, um das herauszufinden. Durch ein Spektiv lässt sich das Auge fotografieren. Wer die nötige Geduld aufbringt, wird mit großartigen Bildern belohnt.

Komm näher. Nahe genug, um die Federn eines Schwans auf einem See zu erkennen, die Zähne eines gähnenden Bären oder die Iris einer dösenden Löwin im Hamburger Tierpark Hagenbeck. Das schafft kein Objektiv. Mehr Brennweite muss her - und die bringt ein Spektiv.

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Das ist ein starkes monokulares Fernrohr, an dem mit einem Adapter eine Digitalkamera befestigt wird. Mit einem solchen optischen System ist es möglich, einem Motiv auch aus großer Entfernung sehr nahe zu kommen. Digiskopie heißt diese Aufnahmetechnik. Allerdings hat das auch seine Tücken, wie wir feststellen konnten.

Das Spektiv hat eine große Brennweite

Die Brennweite ist enorm: Wir haben ein 95-Millimeter-Spektiv des österreichischen Herstellers Swarovski eingesetzt. Es hat einen Zoomfaktor von 30- bis 70fach. Das entspricht einer Brennweite von 900 bis 2.100 Millimetern Kleinbildäquivalent. An einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) mit einem APS-C-Sensor sind es 1.350 bis 3.150 Millimeter, an einer Micro-Four-Thirds-Systemkamera (MFT) gar 1.800 bis 4.200.

  • Löwe im Tierpark Hagenbeck: Geht es noch größer? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Klar! Mit dem Spektiv auf der Kamera. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dösende Tiere eignen sich gut zum Digiskopieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Digiskopie schafft Nähe aus der Entfernung. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wie nah darf es denn sein? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Zum Digiskopieren wird ein Spektiv mit Hilfe eines speziellen Adapters... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... an eine Kamera montiert. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Damit lassen sich dann Motive in großer Entfernung fotografieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Spektiv holt die Tiere nahe heran. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das von uns getestete Spektiv hat einen Brennweitenbereich von 900 ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • .... bis 2.100 Millimeter Kleinbildäquivalent. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Allerdings vergrößert das Spektiv nicht nur das Motiv, sondern auch alles dazwischen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • An warmen Tagen vor allem Hitzeflimmern, das dem Foto eine impressionistische Anmutung gibt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Fokussiert wird manuell, was nicht ganz einfach ist. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Schärfebreich ist sehr klein. Der Schärfepunkt wird schnell verpasst. Hier liegt er hinter dem Auge. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Mit etwas Geduld und Übung klappt es aber. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Dann gelingen schöne Aufnahmen - im Zoo, ...  (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... auf dem Deich ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... oder im Gebirge. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Da der Digiskopierer weit genug von der Gams weg ist, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... stört er sie nicht. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auch die Murmeltiere... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... kümmern sich nicht um den Menschen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Digiskopieren lassen sich aber auch andere Motive: Bäume im Nebel zum Beispiel. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Oder der Mond. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Löwe im Tierpark Hagenbeck: Geht es noch größer? (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

"Ein Spektiv ist ein Hilfsmittel, um eine große Distanz zu überbrücken", sagt Jörg Kretzschmar im Gespräch mit Golem.de. Kretzschmar ist einer der erfahrensten Digiskopierer in Deutschland. "Diese Überbrückung erzeugt beim Betrachter das Gefühl von Nähe. Das bedeutet auch Teilhabe an der Situation und macht die Besonderheit der Digiskopie aus: Ich kann deutlich mehr Nähe erzeugen als mit einem Standardsystem, das bei einem Normalnutzer bei 400 oder 600 Millimetern, bei einem Profi bei 1.000 oder 1.200 Millimetern aufhört. Da fängt die Digiskopie ja erst an."

Das Tier wird fotografiert, aber nicht gestört

Vor allem Naturbeobachter nutzen die Technik, die es ihnen erlaubt, Tiere zu porträtieren, ohne sie dabei zu stören. Entsprechend waren sie es auch, die die Technik zuerst eingesetzt haben. "Die Digiskopie gibt mir aufgrund dieser Nähe auf Entfernung eine gewisse Freiheit, an Motive heranzukommen, an die ich sonst nicht herankomme", sagt Kretzschmar.

Das könnten Vögel sein - Kretzschmars bevorzugtes Motiv. Schlangen sind schwierig zu fotografieren, weil sie auf die Erschütterungen der Schritte reagieren und flüchten. Mit dem Spektiv wird das einfacher.

Im Prinzip kann mit jedem digitalen Aufnahmegerät digiskopiert werden - vom Smartphone bis zum Camcorder. Dafür wird einiges an Ausrüstung gebraucht.

Die Ausrüstung zum Digiskopieren 

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zu Gast 31. Aug 2015

Na, das ist eigentlich nicht der übliche Einsatzbereich. Immer mehr Verbreitung findet...

zu Gast 31. Aug 2015

Ziemlicher Preis, nur.....bei schlechtem Licht kommst mit dem kleinen...

neustart 31. Aug 2015

Wohl wahr ... Durch die Redundanz in der Manpower ist es dann auch zu verschmerzen, wenn...

namenloser22 31. Aug 2015

Stimmt, selbst kleine Drohnen könnten das Gewicht heben. Die Frage nach der Akkulaufzeit...

Arestris 31. Aug 2015

Ich bin ehrlich, solche Parks würde ich meiden. Bisher war ich allerdings nur bei uns in...



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