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Nicht nur am DE-CIX können Geheimdienste den Frankfurter Internetknoten abhören.
Nicht nur am DE-CIX können Geheimdienste den Frankfurter Internetknoten abhören. (Bild: de-cix.net)

DE-CIX: Wie sich der Internetknoten Frankfurt abhören lässt

Nicht nur am DE-CIX können Geheimdienste den Frankfurter Internetknoten abhören.
Nicht nur am DE-CIX können Geheimdienste den Frankfurter Internetknoten abhören. (Bild: de-cix.net)

Immer wieder gibt es Berichte, wonach die Geheimdienste den Frankfurter Internetknoten abhören. Wo, wann und wie das geschehen soll, ist aber alles andere als sicher. Indizien deuten aber auf mindestens zwei bekannte Anbieter hin.

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Die Spekulationen sind so alt wie die NSA-Affäre selbst. Kaum hatten die Enthüllungen Edward Snowdens begonnen, gab es Berichte, wonach auch der Frankfurter Internetknoten DE-CIX von den Geheimdiensten abgehorcht würde. Dass der weltweit größte Internetknoten ein attraktives Ausspähziel darstellt, ist ebenso einleuchtend, wie die tatsächliche Überwachung offiziell unbestätigt ist. Was häufig übersehen wird: Über den DE-CIX läuft nur ein kleiner Teil des deutschen Internettraffics. Selbst in Frankfurt am Main gibt es genügend andere Zugriffspunkte für den Bundesnachrichtendienst (BND) oder die NSA. Dass eine solche Alternative neben dem DE-CIX beispielsweise für die Operation Eikonal genutzt wurde, deutet die Arbeit des NSA-Untersuchungsausschusses an.

Wie intensiv in Frankfurt mit Daten gearbeitet wird, zeigt ein Blick auf die Seiten von Datacentermap.com. Dort werden derzeit 48 Rechenzentren von rund 30 Anbietern innerhalb der Stadt und im nahen Umkreis gelistet. Das sind mehr als in Hamburg, Berlin und München zusammen. Laut einer Studie vom Mai 2014 gilt Frankfurt als die Stadt mit der höchsten Rechenzentrumsdichte in Kontinentaleuropa. Die sieben Rechenzentren von Interxion sind gemessen an der Zahl der Connectivity-Partner die größten in Europa. Mit mehr als 300 Partnern liegen sie noch vor Telehouse London mit rund 260 und den vier Frankfurter Equinix-Rechenzentren mit rund 180 Kunden. Weitere wichtige Anbieter am Main sind die Deutsche Telekom, Level 3, Telecity und Colt. Untereinander sind die Rechenzentren mit Glasfaserleitungen verschiedener Anbieter verbunden. Neben dem DE-CIX sind in Frankfurt noch die Internetknoten Ecix, Kleyrex, NetIX, Interlan (Rumänien), Ocix und DataIX (Russland) präsent. Für Geheimdienste gäbe es daher reichlich Möglichkeiten, Daten abzugreifen. Die Frage ist nur, wo und bei welchem Anbieter.

Traffic in zehn Jahren um das 250-Fache gestiegen

Vor gut zehn Jahren wäre die komplette Ausleitung der DE-CIX-Daten noch eine verhältnismäßig einfache Sache gewesen. Einer internen Präsentation des Internetknotens zufolge setzte sich die Topologie im Jahr 2006 aus zwei Cisco-Switches für den Anschluss der damals knapp 200 Provider sowie drei Cisco-Switches für den Datenaustausch zusammen. Die Switches standen damals in drei verschiedenen Rechenzentren von Telecity und Interxion. Untereinander waren sie mit Leitungen à 10 und 30 Gigabit verbunden. Erstaunlich gering erscheint für heutige Verhältnisse ein Spitzentraffic von rund 12 Gigabit pro Sekunde im Februar 2004. Innerhalb von zwei Jahren verfünffachte sich dieser Wert auf 61 Gigabit pro Sekunde. Im Juli 2008 lag der Peak bereits bei 500 Gigabit pro Sekunde. Derzeit beträgt er rund drei Terabit. Das ist 250-mal so viel wie vor zehn Jahren.

  • Im Jahr 2006 verteilte der DE-CIX den Traffic nur auf drei Standorte in Frankfurt. (Fotos: DE_CIX)
  • Der Traffic lag im Jahr 2004 noch deutlich niedriger als heute.
  • 2008 erreichte der Traffic am DE-CIX bereits Peaks von fast 500 Gigabit pro Sekunde.
  • Seit 2013 gibt es die neue Topologie. Derzeit ist der DE-CIX an 18 Rechenzentren in Frankfurt präsent.
  • Die Deutsche Telekom wirbt mit neun Standorten in Frankfurt. (Foto: Telekom-icss.com)
Im Jahr 2006 verteilte der DE-CIX den Traffic nur auf drei Standorte in Frankfurt. (Fotos: DE_CIX)

Dieser Anstieg spiegelt sich auch in der Topologie des DE-CIX wider. Der Traffic wird über die sogenannte Apollon-Plattform auf vier Standorte verteilt. Herzstück der Topologie sind jeweils vier Edge- und Core-Switches von Alcatel Lucent, die über ein optisches Netzwerk von Adva miteinander verbunden sind. Die Kundendaten werden aber noch von weiteren fünf Standorten zugeführt. Nach eigenen Angaben ist der DE-CIX derzeit sogar in 18 Frankfurter Rechenzentren vertreten. Laut der Datenbank von Peeringdb.com nutzt er dabei die Dienste von acht Anbietern, vor allem von Equinix und Interxion. Ein komplettes Abhören würde daher einen recht großen Aufwand für Geheimdienste bedeuten, der sicher nicht verborgen bliebe. Klaus Landefeld vom DE-CIX-Betreiber Eco hatte im Juli 2013 versichert: "Am DE-CIX können nicht unbemerkt Port-Spiegelungen stattfinden, dort kennt man jeden Port der Infrastruktur - das würde sofort auffallen und kann ausgeschlossen werden." Dies widerspricht aber Berichten, wonach der Traffic einzelner Provider am DE-CIX abgehört wird.

Telekom in Frankfurt sehr präsent

Die bisherigen Medienberichte und Ergebnisse des NSA-Untersuchungsausschusses zur Operation Eikonal legen nahe, dass der BND sich damals nicht am DE-CIX bediente, sondern direkt bei einem großen Telekommunikationsunternehmen. Anbieten würden sich dafür Tier-1-Provider wie Level 3 und Deutsche Telekom. Nach Angaben der SZ ist der Name des Providers in den Eikonal-Akten für den Untersuchungsausschuss geschwärzt. Insider wüssten aber, dass die Telekom dem Dienst behilflich sein müsse - was allerdings für jeden anderen Provider auch gilt. Für monatlich 6.000 Euro sei dem BND ein Datenzugang in Frankfurt zur Verfügung gestellt worden. Für den Betrag ließ sich nach Angaben von Branchenkennern damals auch eine Glasfaserleitung von Frankfurt nach Pullach mieten, wo die Daten vor der Weitergabe an die NSA gefiltert worden sein sollen. Der NSA-Untersuchungsausschuss will von der Telekom nun sämtliche Unterlagen zu dem angeblichen Vertrag sowie zu dessen Zustandekommen und Beendigung anfordern.

Auch wenn die Telekom bekanntlich nicht am DE-CIX peert, ist sie dennoch am Main sehr präsent. Die Telekom-Tochter International Carrier Sales & Solutions (ICSS) listet auf ihrer Website neun Standorte in Frankfurt auf, wo sie Daten abholen kann. Laut Peeringdb.com bietet die Telekom bei Equinix, Interxion und Telecity privates Peering an. Nach Angaben des DE-CIX gibt es in Frankfurt schätzungsweise über 5.000 solcher Private Interconnects. Ein Telekom-Sprecher sagte auf Anfrage von Golem.de, dass das Unternehmen mehrere Rechenzentren in Frankfurt betreibe und dort auch mit den großen Backbone-Providern peere. Die Adressen wollte die Telekom aus Sicherheitsgründen nicht nennen, den Peak-Traffic will man aus Wettbewerbsgründen nicht preisgeben.

Nur Ex-Telekom-Chef Ricke wird vernommen 

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aha47 07. Nov 2014

Und liegt auch nicht auf einer Bahre.

nightfire2xs 07. Nov 2014

Nützt nix, weil dann kommt wieder einer um die Ecke mit "Email made in Germany", wo doch...

cry88 07. Nov 2014

Kruzefix nochmal. bzw. auf bayrisch: Zefix no amoi. Ein deutscher Fluch, heist soviel...

elmex 06. Nov 2014

Vielen Dank für das teilen dieser sehr interessanten Recherche!

Sammie 06. Nov 2014

Zwei Monate alt und nicht mal wahr.. damit er seine Anwaltszulassung verliert bedarf es...

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