Datenschutz Offener Brief an Microsoft zu Skype

Wie hält es Microsoft mit den Nutzerdaten bei Skype? Bürgerrechtler und Datenschützer aus mehreren Ländern, darunter auch aus Deutschland, fordern, Microsoft solle regelmäßig Auskunft über Datenspeicherung und -herausgabe erteilen.

Anzeige

Der Voice-over-IP-Dienst Skype hat immer damit geworben, Gespräche zu verschlüsseln und damit abhörsicher zu machen. Doch gilt das auch noch nach dem Kauf durch Microsoft im Jahr 2011? Im vergangenen Jahr gab Skype ohne Gerichtsbeschluss Nutzerdaten an die niederländische Polizei weiter. Eine Reihe von Bürgerrechtlern verlangt Klarheit von Microsoft.

In einem offenen Brief an Skype wollen "besorgte Datenschützer, Internetaktivisten, Journalisten und andere Organisationen" wissen, wie Microsoft es mit dem Schutz der Daten hält. Jetzt, da Skype in Microsoft-Produkte integriert werde, sei es an der Zeit, "die Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen bei Skype öffentlich zu dokumentieren", fordern die Autoren.

Deutsche Beteiligung

Adressiert ist das Schreiben an Skype-Chef Tony Bates, an Brendon Lynch, oberster Datenschützer bei Microsoft, und an Brad Smith, den Justiziar des Softwareunternehmens. Unterzeichnet ist es von einer Reihe von Bürgerrechtsgruppen wie Electronic Frontier Foundation, Reporters Without Borders, Global Voices, Egyptian Initiative for Personal Rights oder das Tibet Action Institute. Auch die Digitale Gesellschaft aus Deutschland ist dabei.

Skype habe über 600 Millionen Nutzer. Viele von ihnen seien auf die abhörsichere Kommunikation, die das Skype-System anbietet, angewiesen, darunter Aktivisten in Diktaturen oder Journalisten, wenn sie mit Informanten kommunizieren, die auf Vertraulichkeit angewiesen sind, oder auch Nutzer, die einfach nur sicher mit Geschäftspartnern, Freunden oder der Familie sprechen wollten. Es sei "bedauerlich", dass Microsoft keine klare Aussagen "über die Vertraulichkeit von Gesprächen über Skype sowie insbesondere über den Zugriff von Behörden und anderen Parteien auf Skype-Nutzerdaten und -Kommunikationsverbindungen" treffe.

Transparenzbericht gefordert

Microsoft solle, fordern die Autoren, wie Google regelmäßig Transparenzberichte veröffentlichen. Darin sollen Microsoft und Skype offenlegen, welche Nutzerdaten erhoben und wie lange diese gespeichert werden. Der Bericht soll zudem offenlegen, welche Länder Anfragen nach Nutzerdaten stellen, wie viele solcher Anfragen eingehen, wie viele akzeptiert werden und welche Art von Daten herausgegeben werden.

Daneben sollen Skype und Microsoft auch Auskunft darüber geben, wie Lizenznehmer, namentlich das chinesische Unternehmen Tom Group, die Skype-Software nutzen und ob diese Mechanismen für Zensur und Überwachungen einbauten. 2008 deckten Forscher vom Citizen Lab an der Universität von Toronto auf, dass Tom-Skype Chats und Telefongespräche auf Schlüsselbegriffe durchsuchte und aufzeichnete. Tom-Skype war ein Gemeinschaftsunternehmen der Tom Group aus Hongkong und des damaligen Skype-Besitzers eBay.


ursfoum14 27. Jan 2013

Ist jemand eigentlich auch schon aufgefallen, dass Microsoft irgendwie sich an dem Film...

ursfoum14 27. Jan 2013

ich glaube der Wahre Grund der Verschlüsselung ist sicher nur der Schutz vor...

der_heinz 27. Jan 2013

Habs mal irgendwo gelesen ;) Der gleiche Trick hatte mir vorher auch schon beim Live...

IrgendeinNutzer 26. Jan 2013

Es muss wirklich einen +1 Button hier geben :)

Thaodan 25. Jan 2013

Fällt aber aus da das MSN Netz auf lange sind nicht mehr online ist und da das Skype...

Kommentieren



Anzeige

  1. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  2. Bauingenieur / Bauingenieurin - Baubetrieb
    Ed. Züblin AG, Stuttgart
  3. Teamleiter (m/w) Software-Qualitätsdatenanaly- se
    Synatec GmbH, Stuttgart oder Dingolfing
  4. Trainee für den Bereich IT / Business Processes (m/w)
    DMG MORI SEIKI Services GmbH, Bielefeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  2. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  3. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  4. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  5. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  6. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  7. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  8. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  9. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  10. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Freedesktop-Summit Desktops erarbeiten gemeinsam Wayland und KDBus
  2. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  3. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion

First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman
  2. Festival A Maze Ist das noch Indie?
  3. Test Cut The Rope 2 für Android Grün, knuddlig und hungrig nach Geld

Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


    •  / 
    Zum Artikel