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Wer ein Selfie mit Apples iPhone schießt, soll sich keine Gedanken machen müssen, ob das Foto privat bleibt.
Wer ein Selfie mit Apples iPhone schießt, soll sich keine Gedanken machen müssen, ob das Foto privat bleibt. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Datenschutz: Apple macht Privatsphäre zum Verkaufsargument

Wer ein Selfie mit Apples iPhone schießt, soll sich keine Gedanken machen müssen, ob das Foto privat bleibt.
Wer ein Selfie mit Apples iPhone schießt, soll sich keine Gedanken machen müssen, ob das Foto privat bleibt. (Bild: Brendan McDermid/Reuters)

Apple hat seine Privatsphäre-Seite überarbeitet und um neue Produkte ergänzt. Besonders prominent wird nun betont, dass alle Nutzerdaten verschlüsselt würden. Datenschutz und Datensicherheit sollen zum Verkaufsargument gegenüber Konkurrenten wie Google werden.

Seit einem Jahr präsentiert Apple auf seiner Webseite einen offenen Brief von Tim Cook, der zwei Botschaften vermittelt. Die eine steht in den ersten beiden Sätzen: "Apple bedeutet das Vertrauen seiner Kunden sehr viel. Deshalb respektieren wir die Privatsphäre jedes Einzelnen."

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Danach erklärt der Apple-Chef, wie sich sein Unternehmen für Sicherheit und Datenschutz einsetzt, warum alle Informationen verschlüsselt gespeichert werden - und schließt dann die andere Botschaft an, erneut in zwei Sätzen: "Unser Geschäftsmodell ist sehr einfach: Wir verkaufen großartige Produkte. Wir erstellen keine Profile aus den E-Mail-Inhalten oder Surfgewohnheiten unserer Kunden, um sie dann an Werbetreibende zu verkaufen."

Man muss nicht allzu angestrengt zwischen den Zeilen lesen, um den impliziten Vorwurf zu erkennen: Aber andere tun das. Ohne Google und Facebook direkt zu erwähnen, grenzt sich Cook scharf von den Rivalen aus dem Silicon Valley ab. Bei kostenlosen Internetdiensten seien Nutzer nicht Kunden, sondern Produkte. Demgegenüber sei Apple überzeugt, "dass ein tolles Benutzererlebnis nicht mit einem Verlust an Privatsphäre bezahlt werden darf".

Nutzerdaten nicht verkaufen, sondern schützen

Damit diese Nachricht auch unmissverständlich bei den Nutzern ankommt, hat Apple am heutigen Dienstag die Privatsphäre-Sektion auf seiner Homepage aktualisiert. Die Seite ist nun in drei Abschnitte eingeteilt: "Datenschutz und dein Gerät", "Respekt für deine Daten" sowie "Unsere Partner und Datenschutz". Schon die Titel sollen klarstellen: Apple wolle Nutzerdaten nicht verkaufen, sondern schützen.

In Unterpunkten wie "Safari" oder "iCloud" wird erklärt, wie die einzelnen Produkte mit persönlichen Informationen umgehen. Das gleicht im Wesentlichen der alten Seite. Die augenfälligste Neuerung ist der Punkt "Verschlüsselung". Zwar verschlüsselt Apple Daten eigenen Angaben zufolge bereits seit mehr als zehn Jahren, doch erstmals kommuniziert man das derart nachdrücklich.

Im Gespräch betonen Mitarbeiter, die bei Apple für Privatsphäre und Datenschutz zuständig sind, wie essenziell dieses Vorgehen ihrer Meinung nach sei. Beinahe täglich höre man von Hacker-Angriffen, auch die zunehmende Datensammelwut der Geheimdienste sei besorgniserregend. Immer mehr Geräte würden immer mehr Daten sammeln, darunter sensibelste Informationen wie Gesundheits- oder Bewegungsdaten. Wer heute keine effektiven Maßnahmen zu deren Schutz anwende, laufe Gefahr, in fünf Jahren in einer Welt aufzuwachen, in der man nicht leben wolle.

Verschlüsselung wird zum Mainstream

Gus Hosein, Chef der Bürgerrechtsorganisation Privacy International, hält Verschlüsselung für unabdingbar. Hunderte Millionen Nutzer weltweit seien nun besser vor den Schnüffeleien von NSA und GCHQ geschützt. "Man muss abwarten, wie konsequent sich Apple in Zukunft gegen staatliche Anfragen auf Nutzerdaten wehrt, doch zum jetzigen Zeitpunkt deutet nichts auf vorauseilenden Gehorsam gegenüber Geheimdiensten hin. Ich hoffe, dass andere Firmen diesem Beispiel folgen." Die Einführung von verschlüsselten Whatsapp-Nachrichten oder die Bemühungen von Google würden zeigen, dass das einstige Nischenthema Verschlüsselung allmählich im Mainstream ankomme.

Neben dem Fokus auf Datensicherheit wurde die Privatsphäre-Seite noch an weiteren Stellen überarbeitet und durch kürzlich vorgestellte Produkte ergänzt. Darunter Apple Music, Carplay oder die mit iOS 9 eingeführten Content Blocker, mit denen man im Safari-Browser werbe- und trackingfrei surfen kann. Letztere seien Apple zufolge aber ausdrücklich kein Angriff auf Google, wie es viele Analysten und Medien interpretierten.

Nutzer sollten mehr Kontrolle bekommen und selbst entscheiden können, ob und welche Anzeigen ausgespielt werden. Man habe kein Interesse daran, das werbefinanzierte Geschäftsmodell anderer Firmen zu zerstören - nichtsdestotrotz dürfte es ein willkommener Nebeneffekt sein, wenn einer der größten Konkurrenten nun sein mobiles Anzeigengeschäft überdenken muss.

Keine Nutzerprofile, keine Vermarktung von persönlichen Informationen 

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stoneburner 30. Sep 2015

vielleicht solltest du das gesetz mal lesen

stoneburner 30. Sep 2015

ich verstehe nicht warum das speichern von hashwerten eines fingerabdrucks auf dem gerät...

GTaur 30. Sep 2015

Seit wann kann ein (US-)Aktienunternehmen wie Apple jemals "genug" Geld verdienen? Das...

Helites 29. Sep 2015

Ja ich denke Sie haben den Schlüssel, sonst könnten Sie den National Security Letters...

JensM 29. Sep 2015

Das sagt doch niemand. Sie schützt dich immerhin vor deinen Nachbarn, der dein WLAN...



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