Datenanalyse: Stephen Wolfram analysiert sein Leben
Stephen Wolfram anaylsiert perönliche Daten der letzten 20 Jahre. (Bild: Stephen Faust/CC-BY-SA 3.0)

Datenanalyse Stephen Wolfram analysiert sein Leben

Der Begründer der Mathematica-Software, Stephen Wolfram, ist ein Nachtmensch. Das zeigen die E-Mails, die er in den vergangenen 20 Jahren schrieb. Diese und weitere persönliche Daten hat er mit Wolfram Alpha analysiert und in sein Blog gestellt.

Anzeige

Der Physiker und Mathematiker Stephen Wolfram ist bekannt als Begründer der Mathematica-Software und als Geschäftsführer von Wolfram Research, das die Software entwickelt. In seinem Blog gibt er nun bekannt, dass Wolfram seit über 20 Jahren Daten über seine persönliche Computernutzung sammelt. Diese hat er mit Hilfe des kostenpflichtigen Wolfram Alpha Pro analysiert, das seit kurzem zur Verfügung steht.

  • Der Tagesablauf von Stephen Wolfram (Quelle: Stephen Wolfram)
Der Tagesablauf von Stephen Wolfram (Quelle: Stephen Wolfram)

E-Mails zeigen Schlafrhythmus

Demnach hat er seit 1989 etwa 300.000 E-Mails versendet. Aus den Sendezeiten der E-Mails lässt sich klar der Schlafrhythmus Wolframs ablesen, er ist eindeutig ein Nachtmensch. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe er hauptsächlich an dem Buch A New Kind of Science gearbeitet, schreibt Wolfram dazu, teilweise bis 8 Uhr morgens. Seitdem das Buch 2002 erschien, schlafe er regelmäßig zwischen 3 und 11 Uhr. Auch schreibt Wolfram, dass er teilweise aufgewacht sei und dann E-Mails geschrieben habe, was ebenfalls im Diagramm sichtbar ist.

Das Aufkommen seiner täglich versendeten E-Mails spiegelt Wolframs Leben wider. So nahm die Anzahl seiner E-Mails ab, als er sich aus der Verwaltung von Wolfram Research zurückzog, stieg jedoch auch wieder stark an, als er in die Verwaltung zurückkehrte. Damit einher gehen auch die Zahlen der an Wolfram gesendeten E-Mails, die mit der Veröffentlichung von Mathematica 3 und dem Start der Suchmaschine Wolfram Alpha jeweils einen Höhepunkt erreichten.

Wolfram verschreibt sich häufig

Zusätzlich zu den E-Mails zeichnet Wolfram auch seine Tastenanschläge auf. In den vergangenen zehn Jahren waren das in Summe etwa 100 Millionen. Davon entfielen sieben Prozent auf die Rücktaste, laut Wolfram eine unglaublich hohe Zahl. Diese Daten zeigen wie die E-Mails den Schlafrhythmus Wolframs sowie einen Urlaub in Europa auf. Die Dichte seiner Meetings ab 12 Uhr weisen ebenso auf Wolframs Schlafrhythmus hin. Darüber hinaus lässt sich aus den Daten auch auf sein regelmäßiges Abendessen im Familienkreis schließen.

Zusätzlich zu den Daten über digitale Aktivitäten zählt Wolfram auch seine täglichen Schritte. Deren Anzahl variiert kaum, sein Tagesablauf verändert sich diesbezüglich wenig. Demnach läuft Wolfram am häufigsten zu Beginn seines Arbeitstages. Dafür sorgen einige Meetings und ein Laufband, auf dem er auch arbeitet.

Regelmäßiges Leben

Aus der Analyse seiner Lebensdaten schließt Wolfram, dass er ein sehr regelmäßiges Leben hat. Dies verhelfe ihm zu Kreativität. Auch bemerkt er in dem Blogeintrag, er habe noch viele weitere persönliche Daten, die auf eine Analyse warteten. Dazu zählten GPS-Daten oder auch die Ergebnisse medizinischer Tests, inklusive seines Genoms.

Wolfram bereut nach eigener Aussage, nicht bereits früher mit dem Datensammeln angefangen zu haben. Er habe jedoch noch einige Dateien, die bis in das Jahr 1980 zurückreichten. Außerdem sammele er Papierdokumente, die mittlerweile rund 230.000 Seiten umfassten.

Analyse für jedermann

Abschließend schreibt Wolfram, er freue sich darauf, Wolfram Alpha nach verschiedenen Dinge seines Lebens zu befragen. Es werde womöglich in naher Zukunft jeder diese Art von Analyse persönlicher Daten vornehmen, da die Menschen ihre Nützlichkeit erkennen würden. Mit Quantified Self existiert bereits eine Bewegung, die diese Selbstanalyse verfolgt.


SpirituosenVirt... 13. Mär 2012

Tja ... das habe ich damals, als ich mit SPAM-eMails Geld verdient hab, in einem Tag...

Whampa 13. Mär 2012

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut...

Mac Jack 13. Mär 2012

In der Auswertung kann man bei den eingehenden Mails einen einen deutlichen Peak bei 9...

Himmerlarschund... 13. Mär 2012

Also zumindest keine Wecker. Vielleicht ja Rollläden mit Zeitschaltuhr.

Raketen... 12. Mär 2012

sondern Wolfram, der eines Tages Skynet aus der Taufe hebt?

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Teamleiter Java Softwareentwicklung (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  3. Java-Anwendungsentwickler / -innen
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  4. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Tor-Router

    Invizbox will besser sein als die Anonabox

  2. Moore's Law

    Totgesagte schrumpfen länger

  3. Agents of Storm

    Free-to-Play-Strategie von den Max-Payne-Machern

  4. Sipgate

    Dienste nach DDoS-Angriff wiederhergestellt

  5. Rockstar Games

    GTA San Andreas erscheint neu für die Xbox 360

  6. G3 Screen

    LGs erstes Smartphone mit eigenem Nuclun-Prozessor

  7. Apple Watch

    Apples Saphirglas-Hersteller stellt Produktion ein

  8. LG G Watch R

    Runde Smartwatch von LG kommt nach Deutschland

  9. Systemanforderungen

    Ohne 200-Euro-Grafikkarte läuft Assassin's Creed Unity nicht

  10. App Rooms

    Facebook macht die Foren mobil



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

    •  / 
    Zum Artikel