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Wer nützt der Mannschaft am meisten? Die Nationalelf beim WM-Training
Wer nützt der Mannschaft am meisten? Die Nationalelf beim WM-Training (Bild: Ina Fassbender/Reuters)

Fußball ist zu komplex

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Um solche Analysen ist längst ein umkämpfter Markt entstanden. Das britische Unternehmen Onsideanalysis wirbt etwa damit, dass es aus allen wichtigen Ligen zu jedem Spiel die relevanten Daten über Spieler sammelt. Laufleistung, Fehlerquote, Mannschaftsdienlichkeit. Per Alter, Position oder Liga sollen damit alle Spieler vergleichbar werden. Prinzipiell ähnlich arbeiten Konkurrenten wie Prozone oder Opta. Der englische Fußballmeister Manchester City beschäftigt schon elf eigene Datenanalysten. Die grundsätzliche Methode ist meist die Wahrscheinlichkeitsrechnung.

In Deutschland erstellt das Potsdamer Institut für Spielanalyse, das unter anderem für den Frauen-Bundesligaklub Turbine Potsdam und die Herren-Bundesligamannschaft des FC Augsburg arbeitet, entsprechende Statistiken speziell für diese beiden Vereine. Neben der längst üblichen Videoanalyse von Spielen und Trainingseinheiten sowie sportmedizinischen und technischen Auswertungen der Profis nimmt das Institut für seine Kunden auch die Schiedsrichter unter die Lupe. Je nachdem, wie häufig ein Unparteiischer bestimmte Situationen als Foul gibt, könne eine Mannschaft ihren Spielstil einstellen.

Auch für gesamte Mannschaften gibt es statistische Indikatoren, auf die sich die Gegner einstellen können. Es geht etwa um die durchschnittliche Distanz zwischen den Abwehrspielern in bestimmten Situationen, deren Geschwindigkeit in der Vor- und Rückwärtsbewegung nach dem vorigen Angriff, oder die durchschnittliche Verweildauer des Balls am Fuß eines einzelnen Spielers, ehe dieser ihn wieder abgibt. Bayern München oder auch Spaniens Nationalmannschaft werden etwa dafür gefürchtet, dass die Spieler den Ball per Direktpassspiel schnell weiterspielen und ihren Gegnern dadurch das Verteidigen schwierig machen, weil die Ordnung und die Spielformation so häufig wechseln. Die Gegner wissen das genau und versuchen, sich darauf einzustellen.

So aussagekräftig wie beim Baseball sind Fußballstatistiken allerdings nicht. Denn Fußball ist ein viel dynamischerer und daher komplexerer Sport. Baseball dreht sich im Wesentlichen um die immer wiederkehrende Spielsituation, in der ein Pitcher den Ball auf den Batter wirft und dieser ihn möglichst geschickt treffen will.

Je einfacher, desto auswertbarer

Im Fußball aber können Tore von allen Seiten fallen, und der Weg zu einer Torchance hängt von der Formation der manchmal drei- bis fünfköpfigen Verteidigung ab, aber auch von der Kreativität und Schnelligkeit der angreifenden Mannschaft und dazu noch mehreren Zufällen. Die Anzahl der Spieler ist mit elf gegen elf größer, deren Bewegungsfreiraum auch. Und im Vergleich zu Baseball oder Tennis hängt das ganze Spiel stärker von Kombinationen ab als von Einzelaktionen.

Auch im Tennis lassen sich bessere Vorhersagen treffen: Fehlerquoten, Spieluntergrund, die besten Schläge eines Spielers und die Frage, wie gut der Gegner auf solche in der Regel reagiert, lassen eine recht exakte Prognose der Gewinnchancen zu. Generell gilt: Je ähnlicher die Spielsituationen sind, die ständig wiederkehren, desto mächtiger sind auch Statistiken hierüber.

Daher haben sich Fußballstatistiken dort als besonders hilfreich herausgestellt, wo eine Spielsituation einen Komplexitätsgrad hat wie im Tennis oder Baseball, wie zum Beispiel bei Elfmetern. Experte hierfür ist der ehemalige Torwart Jens Lehmann. Bei zwei großen Turnieren, dem UEFA Cup 1996/97 mit seinem damaligen Klub Schalke 04 und der WM 2006 mit Deutschland, führte Lehmann eine Datenbank darüber, welcher Spieler beim Elfmeter wie häufig in welche Ecke schießt. Resultat: Lehmann sprang immer in die richtige Ecke und half seinen Mannschaften zu großen Erfolgen. Schalke gewann überraschend den UEFA Cup, Deutschland erreichte das WM-Halbfinale.

Nur: Lässt sich anhand statistischer Analysen auch vorhersagen, wie man am besten ein Elfmeterschießen erreicht, also während der regulären Spielzeit zumindest nicht verliert? Das ist schon wesentlich schwieriger. Zumindest kein Kurs einer Uni liefert dafür bisher das Handwerkszeug. Fußball ist eben nicht Baseball.

 Datenanalyse: Ist Wissen auch im Fußball Macht?

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Knueppelknut 23. Jun 2014

Hab noch alle Folgen daheim :)

TraxMAX 19. Jun 2014

Bestechung ist Macht wie bei allen Profisportarten. Aber das ist bestimmt genau so selten...

violator 19. Jun 2014

Das ist halt der Unterschied zwischen dem, was rauskommen müsste und dem was wirklich...

stiGGG 19. Jun 2014

http://spielverlagerung.de/2013/11/01/interview-mit-evgeni-klyopov-von-instatfootball/



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