Danny Sullivan: Sind bezahlte Suchergebnisse ein Problem?
Wie sollten bezahlte Suchergebnisse gekennzeichnet werden? (Bild: Google)

Danny Sullivan Sind bezahlte Suchergebnisse ein Problem?

Suchmaschinen integrieren immer mehr bezahlte Einträge in ihre Suchergebnisse, ohne Werbung dabei deutlich genug zu kennzeichnen und verstoßen damit gegen die Vorgaben der US-Wettbewerbsaufsicht FTC, schreibt der Suchmaschinenexperte in einem offenen Brief an die Behörde. Er fordert diese auf, das Vorgehen von Google, Microsoft, Yahoo & Co. zu untersuchen.

Anzeige

Der Journalist Danny Sullivan gilt mit seinem seit 1996 bestehenden Blog Searchengineland als einer der profiliertesten Kenner des Suchmaschinenmarktes. In einem offenen Brief an die Federal Trade Commission (FTC), die US-Wettbewerbsaufsicht, fordert er die Behörde auf, sich das Vorgehen der Suchmaschinenanbieter in Sachen bezahlte Suchergebnisse genauer anzusehen. Ihm sei in den vergangenen zwei Wochen bewusst geworden, dass sich die Suchmaschinenanbieter nicht mehr an die 2002 von der FTC aufgestellten Regeln bezüglich der Kennzeichnung von bezahlten Suchergebnissen halten. Sullivan wettert gegen Google gleichermaßen wie gegen Microsoft, Yahoo, Ask und Tripadvisor, kritisiert aber ganz besonders den Preisvergleich Nextag.

Nextag-Chef Jeffrey Katz hat in einem Meinungsartikel im Wall Street Journal Google in den vergangenen Wochen offen angegriffen. Sullivan merkt daraufhin an, dass Nextag praktisch nur zahlende Kunden listet, ohne dies anzugeben, wobei mindestens 65 Prozent der Nextag-Nutzer über Google auf die Site kommen.

In seinem offenen Brief aber prangert Sullivan ganz allgemein das Vorgehen von Suchmaschinenanbietern an und macht an einigen Beispielen deutlich, welche Praktiken er für problematisch hält.

So wirft Sullivan Google, Microsoft mit Bing und Yahoo vor, Suchanzeigen zwar als solche zu kennzeichnen, das aber farblich so zu tun, dass es auf manchen Displays nicht erkennbar ist.

E-Commerce-Integration

Darüber hinaus kritisiert Sullivan die Integration neuer Dienste in die Suchergebnisse. Bei Google geht es um die neue Produktsuche Google Shopping, die in der US-Version von Google in die Suchergebnisse integriert wird. Googles Pläne, die Produktsuche für Anbieter kostenpflichtig zu machen, hatte Sullivan bereits zuvor heftig kritisiert, da er die Markierung mit "Sponsored" und die dahinterliegende Erläuterung zu ungenau findet. In seinem Brief an die FTC klagt Sullivan zudem, dass Nutzer, die direkt auf Google Shopping suchen, keinen entsprechenden Hinweis erhalten. Auch Googles Flug- und Hotelsuche sieht Sullivan kritisch.

Ähnliches finde sich bei Bing und Yahoo: Hier wird beispielsweise bei der Suche nach "dvd players" eine Shopping-Box integriert, allerdings ohne jeden Hinweis darauf, dass die darin enthaltenen Suchergebnisse gegebenenfalls bezahlt sind. Solche Hinweise finde man nur auf den Seiten für Händler.

Ask verwendet eine Amazon-Box, ebenfalls ohne entsprechenden Hinweis, mahnt Sullivan an.

Standardsuchmaschine

Aus Nutzersicht sei zudem die Integration von Suchmaschinen in Browser, Betriebssysteme und Geräte problematisch, schreibt Sullivan weiter. Viele Suchmaschinenanbieter kaufen Traffic ein, indem sie Verträge schließen, damit ihre Suchmaschine als Standardsuchmaschine in Browsern, Smartphones oder Tablets voreingestellt wird. Mitunter sei es für Nutzer nur schwer möglich, diese Einstellung zu verändern, wie bei Googles Galaxy Nexus oder Apples iPhone 4s.

Für Nutzer sei dabei nicht immer klar, dass Geld dafür fließt.

Sullivan fordert die FTC daher auf, sich das Vorgehen der Suchmaschinenanbieter im Hinblick auf die 2002 aufgestellten Regeln anzusehen und die Regeln gegebenenfalls an die Marktentwicklung anzupassen.


Kommentieren



Anzeige

  1. Kundenberater / Projektmanager (m/w) Vertriebssteuerung
    Magmapool AG, Montabaur (Raum Koblenz)
  2. Informatiker/in Schwerpunkt SAP Applikationen
    Lechwerke AG, Augsburg
  3. Informatiker/-in im IT-Helpdesk (Incidentmanagement)
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen
  4. Praxisorientierte Promotion
    Horváth & Partners Management Consultants, Bayreuth

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    Golden Master von OS X 10.10 Yosemite ist da

  2. Microsofts neues Betriebssystem

    Auf Windows 8 folgt Windows 10 mit Startmenü

  3. Akamai

    Deutschlands Datenrate liegt bei 8,9 MBit/s durchschnittlich

  4. Niedriger Schmelzpunkt

    3D-Drucken mit metallischer Tinte

  5. Tiger and Dragon II

    Netflix bietet ersten Kinofilm gleichzeitig zur Premiere

  6. Darkfield VR

    Kickstart für Dogfights mit Oculus Rift

  7. Neue Red-Tarife

    Vodafone bucht Datenvolumen automatisch nach

  8. Freies Betriebssystem

    FreeBSD-Kernel könnte in Debian Jessie entfallen

  9. Kontonummerncheck

    Netflix akzeptiert Kunden einiger Sparkassen nicht

  10. Mittelerde Mordors Schatten

    6 GByte VRAM für scharfe Ultra-Texturen notwendig



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Star-Wars-Dreharbeiten: Drohnenabwehr gegen übermütige Fans
Star-Wars-Dreharbeiten
Drohnenabwehr gegen übermütige Fans
  1. Luftfahrt Kritik an US-Kontrollen an deutschen Flughäfen
  2. Smartphone-Security FBI-Chef hat kein Verständnis für Verschlüsselung
  3. Find my iPhone Apple weiß seit Monaten von iCloud-Schwachstelle

PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K: So klappt's mit Downsampling
PC-Spiele mit 4K, 5K, 6K
So klappt's mit Downsampling
  1. Leak Gopro Hero 4 soll in 4K aufnehmen
  2. Ifa Vodafone Deutschland und Cisco bringen 4K-Set-Top-Box
  3. Alpentab Wienerwald Das Holztablet mit Bay Trail oder als Nobelversion

Ascend Mate 7 im Test: Huaweis fast makelloses Topsmartphone
Ascend Mate 7 im Test
Huaweis fast makelloses Topsmartphone
  1. Cloud Congress 2014 Huawei verkauft Intel-Standardserver nur als Türöffner
  2. Huawei Cloud Congress Huawei will weltweit der führende IT-Konzern werden
  3. Ascend G7 Huawei-Smartphone mit 13-Megapixel-Kamera für 300 Euro

    •  / 
    Zum Artikel