Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Natanz (2008): schwerwiegend genug für bewaffneten Angriff?
Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Natanz (2008): schwerwiegend genug für bewaffneten Angriff? (Bild: Office of the Presidency of the Islamic Republic of Iran via Getty Images)

Cyberwar Experten halten Stuxnet-Einsatz für Gewaltanwendung

Die Schadsoftware Stuxnet gegen iranische Atomanlagen einzusetzen, war für die Autoren des Tallinn Manual ein Akt der Gewalt und damit ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Ein US-Experte hält das für falsch.

Anzeige

Der Einsatz der Malware Stuxnet gegen iranische Atomanlagen war ein kriegerischer Akt und damit ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Zu dem Ergebnis kommt eine internationale Gruppe aus 20 Experten, die im Auftrag einer Nato-Dienststelle eine Studie über Cyberwar erstellt hat.

Das rund 300 Seiten dicke Tallinn Manual on the International Law Applicable to Cyber Warfare, kurz Tallinn Manual, wurde vom Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE) der Nato in Auftrag gegeben. Das CCDCOE hat seinen Sitz in der estnischen Hauptstadt Tallinn - daher der Name Tallinn Manual. Es kann von der CCDCOE-Website kostenlos heruntergeladen werden.

Gewalt gegen Zentrifugen

"Akte, die Menschen töten oder verletzen oder Objekte zerstören oder beschädigen, sind eindeutig Gewaltanwendung", heißt es in der Studie. Die Schadsoftware Stuxnet hatte die Zentrifugen in der iranischen Atomanlage Natanz, die bei der Urananreicherung eingesetzt werden, zerstört. Die Schadsoftware wurde mutmaßlich in den USA und Israel programmiert und war Teil eines Cyberangriffs auf den Iran. Keiner der beiden Staaten hat eine Beteiligung an Stuxnet zugegeben.

Alle Autoren seien der Ansicht gewesen, dass der Stuxnet-Einsatz einen Gewaltakt darstelle, sagte Michael Schmitt der konservativen Tageszeitung Washington Times. Schmitt ist Völkerrechtler am US Naval War College in Newport im US-Bundesstaat Rhode Island und Hauptautor der Studie.

Allerdings seien sie sich nicht einig darüber gewesen, ob die Folgen schwerwiegend genug waren, um die Cyberattacke als bewaffneten Angriff zu werten. In diesem Falle dürfte der Iran seinerseits Gewalt zu seiner Verteidigung anwenden.

Kein Akt der Gewalt

James Lewis vom Center for Strategic and International Studies, einem in der US-Hauptstadt Washington ansässigen Thinktank, widerspricht den Autoren des Tallinn Manual: "Ein Cyberangriff wird in der Regel kein Akt der Gewalt sein", sagte er dem US-Technologiemagazin Wired. Deshalb habe Estland bei der großangelegten DDoS-Attacke aus Russland im Jahr 2007 auch nicht die Nato-Verbündeten um Hilfe angerufen.

Lewis hält die Schlüsse der Studie ohnehin für vorschnell. Er rät zur Zurückhaltung: Es habe noch zu wenige Cyberzwischenfälle gegeben, um eine stichhaltige rechtliche Bewertung abzugeben.

Hilfsmittel und Lehrbuch

An dem Tallinn Manual hat eine Gruppe aus 20 Experten, darunter auch Juristen der Nato, mitgearbeitet. Unterstützt wurden sie von Experten aus dem Bereich Cybersicherheit. Das Tallinn Manual sei kein offizielles Dokument, sondern spiegele die Meinung der Autoren wider, betont das CCDCOE. Die Autoren betrachteten es "als Hilfsmittel für die Rechtsberater von Regierungen und dem Militär, beinahe als ein Lehrbuch", erklärte Schmitt. Es solle Ausgangspunkt für eine Diskussion über Regeln im Cyberkrieg sein.

Das Tallinn Manual schlägt unter anderem vor, zivile Hacker im Krieg wie Kombattanten zu behandeln. Das würde bedeuten, sie könnten physisch angegriffen und getötet werden.


SaSi 27. Mär 2013

neee... aber gepraaaaahlt ham die... http://www.nytimes.com/2011/06/01/us/politics...

Tiberius Kirk 26. Mär 2013

Über diese Bewertung streiten sich z.B. Pakistan und die USA seit dem militärischen...

Tiberius Kirk 26. Mär 2013

Mal ganz abgesehen davon, von welcher Seite es kommt, ist es eine Schlussfolgerung, die...

teenriot 26. Mär 2013

Die Relevanz der Frage liegt darin ob der Westen im Falle legitimer Gegenreaktionen des...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Service Owner (m/w)
    IKEA IT Germany GmbH, Hofheim-Wallau
  2. Anwendungs- und Softwareberater/in WebLogic-Server
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. Software-Entwickler Treiber Experte (m/w)
    Harman Becker Automotive Systems GmbH, Karlsbad (Raum Karlsruhe/Stuttgart)
  4. Customer Service Performance Analyst (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning Raum München

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. The Dark Knight (Steelbook) (exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€ (Release 31.3.)
  2. Prestige - Die Meister der Magie (Steelbook) (exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€ (Release 31.3.)
  3. Blu-rays je 8,97 EUR
    (u. a. The Wolf of Wall Street, 12 Years a Slave, American Hustle, Prisoners)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Pebble Time Steel

    Die bessere Apple Watch?

  2. Honor 6 Plus

    Android-Smartphone mit Top-Ausstattung und Dual-Kamera

  3. MWC-Tagesrückblick im Video

    Chromatische Aberrationen und Dank an die Kollegen von Heise

  4. Unity Technologies

    Unity 5 mit neuen Grafikfunktionen verfügbar

  5. Windows 7

    Knapp fünf Jahre Haft im ersten PC-Fritz-Urteil

  6. Alcatel Onetouch Idol 3 im Hands On

    Oben, unten, egal

  7. Quantenmechanik

    Foto zeigt Licht als Wellen und Teilchen

  8. NGMN-Allianz

    200.000 5G-Mobilfunknutzer auf einem Quadratkilometer

  9. Vodafone

    "Mobilfunkpreise sollten zur Finanzierung von 5G steigen"

  10. Acer Liquid M220

    Markteinstieg mit Windows Phone für 90 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Raspberry Pi 2: Die Feierabend-Maschine
Raspberry Pi 2
Die Feierabend-Maschine
  1. Bastelrechner Das Raspberry Pi 2 hat viermal mehr Wumms
  2. Dual-Monitor-Betrieb VGA-Anschluss für Plus-Modelle des Raspberry Pi
  3. Bitscope Micro im Test Oszilloskop und Logic Analyzer für den Bastelrechner

Jolla Tablet im Hands on: Sailfish OS funktioniert auch auf dem Tablet
Jolla Tablet im Hands on
Sailfish OS funktioniert auch auf dem Tablet
  1. Sailfish-OS-Tablet Jolla geht in die nächste Runde

Gamedesign: Fiese Typen in Spielen
Gamedesign
Fiese Typen in Spielen
  1. Indiegames "Auf Steam gibt es ein fast schon irrwitziges Überangebot"
  2. Spieldesign Spiele sollen sich nicht wie Filme anfühlen
  3. Games PS4 und Xbox One bei Spielentwicklern beliebter

  1. Re: Titel != Inhalt

    rhododen | 23:36

  2. Vorgestellt? Das ist ein wenig übertrieben

    striker2009 | 23:33

  3. Re: Sehr cool das ganze.

    gaym0r | 23:29

  4. Re: Cryengine mal getestet

    Muhaha | 23:27

  5. Re: Sailfish OS 2.0 fürs Handy

    Thaodan | 23:26


  1. 22:12

  2. 21:41

  3. 20:41

  4. 18:59

  5. 18:37

  6. 18:24

  7. 18:05

  8. 17:55


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel