Cyberspionage: Snowden-Dokument beweist offensive US-Cyberoperationen
NSA-Hauptquartier: Millionen von Schadsoftwareinstallationen automatisiert kontrollieren (Bild: NSA)

Cyberspionage Snowden-Dokument beweist offensive US-Cyberoperationen

Ein von Edward Snowden weitergegebenes Dokument zeigt, dass die USA nicht nur Ziel von Cyberspionage sind, sondern auch selbst kräftig in dem Bereich mitmischen. Allerdings, so betont die NSA, spionieren die USA anders als China.

Anzeige

US-Geheimdienste brechen regelmäßig in fremde Computersysteme ein. Das gehe aus einem geheimen Dokument hervor, das der Whistleblower Edward Snowden in seinen Besitz gebracht habe, berichtet die Washington Post.

Das Dokument, ein vertrauliches Geheimdienstbudget, liefere neue Beweise, dass die Cyberkrieger der US-Regierung "ausländische Computernetze infiltrieren und stören", schreibt die Tageszeitung. Allein im Jahr 2011 hätten US-Geheimdienste 231 offensive Cyberoperationen durchgeführt. Darunter verstehen die US-Behörden die Manipulation, Störung oder Zerstörung von Daten, Computern oder Computernetzen.

Knapp drei Viertel dieser Operationen richteten sich gegen Ziele von größter Bedeutung. Zu den wichtigsten Gegnern zählten der Iran, Russland, China und Nordkorea, zu den wichtigsten Aktivitäten die Weitergabe von Nuklearmaterial, sagten Informanten aus Regierungskreisen der Zeitung.

Projekt Genie

Das Dokument listet zudem eine Geheimoperation Genie, in deren Rahmen die US-Cyberspione in fremde Rechner eindringen und dort Schadsoftware installieren, mit der sie die Rechner unter ihre Kontrolle bringen können. Der Etat für Genie beläuft sich auf 652 Millionen US-Dollar.

Bis Ende dieses Jahres wollen die Genie-Mitarbeiter 85.000 Schadsoftwareinstallationen auf fremden Rechnern vornehmen. Nach dem Dokument sind das viermal so viele wie im Jahr 2008. Die National Security Agency (NSA) will die Zahl noch deutlich erhöhen. Das sei bisher nicht möglich gewesen, da die Installationen von Menschen kontrolliert wurden. Die NSA hat aber mit Turbine ein System geschaffen, das Millionen solcher Installationen automatisiert kontrollieren soll.

Cyberspionage

Die US-Behörden klagen, selbst ständig Ziel von Cyberspionage sein - vor allem aus China. Das Thema stand sogar auf der Tagesordnung beim ersten Treffen von US-Präsident Barack Obama und Chinas neuem Präsidenten Xi Jinping im Juni dieses Jahres.

Allerdings ist Cyberspionage nicht gleich Cyberspionage, wie ein NSA-Sprecher der Zeitung mitteilte: Das US-Verteidigungsministerium, zu dem die NSA gehört, führe zwar auch Operationen gegen Computer und Computernetze durch. Aber anders als den Chinesen gehe es der NSA nicht um den schnöden Mammon: "Das Ministerium beschäftigt sich ***nicht*** mit Wirtschaftsspionage in irgendeiner Weise". Das gelte auch im Cyberspace, schreibt der NSA-Sprecher in der E-Mail an die Washington Post.


Matixmer 02. Sep 2013

Wenn die irgendwie erfolgreich agieren, scheint mir deren Plan die Umverteilung von...

RealPeterLustig2 02. Sep 2013

Diese Doppelmoral gefällt mir auch nicht. Zum Glück haben sie nur Daten geklaut und...

Moe479 01. Sep 2013

sagmal, hast du deinen prozessor selbst gebaut? wer nicht jede zeile code selbst sichten...

supermulti 01. Sep 2013

Noch Jemand ordentlich gelacht als heute in den Nachrichten etwas von Zehntausenden...

Charles Marlow 31. Aug 2013

http://www.reuters.com/article/2013/08/30/us-usa-security-snowden-nytimes...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Senior Consultant CRM (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt
  2. IT-Teamleitungen (m/w) für Betreute Lokale Netze an beruflichen Schulen
    Landeshauptstadt München, München
  3. Senior Consultant (m/w) SAP SuccessFactors
    metafinanz Informationssysteme GmbH, München
  4. Softwareentwickler (m/w)
    ZF Friedrichshafen AG, Passau

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Hacker

    Lizard Squad offenbar verhaftet

  2. Lennart Poettering

    Systemd und Btrfs statt Linux-Distributionen mit Paketen

  3. Dircrypt

    Ransomware liefert Schlüssel mit

  4. Wegen Computerabstürzen

    Nasa will Speicher eines Marsroboters neu formatieren

  5. Highway Signs

    Wiko zeigt neues Smartphone, legt beim Marktanteil zu

  6. Für Core i7-5960X

    X99-Mainboards ab 200 Euro oder mit Streaming-CPU

  7. Deutschland

    Mehrheit der Milliarden Pakete sind Onlinebestellungen

  8. Capcom

    Gameplay aus Resident Evil

  9. Broadcom Wiced Sense

    Externes Sensorpaket für Bluetooth-LE-Geräte

  10. Security

    Promi-Bilder angeblich aus der iCloud gestohlen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Bioshock für iOS: Unterwasserstadt für die Hosentasche
Test Bioshock für iOS
Unterwasserstadt für die Hosentasche
  1. Unter Wasser Bioshock auf iOS-Geräten

Überschall-U-Boot: Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten
Überschall-U-Boot
Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten

Qnap QGenie im Test: Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
Qnap QGenie im Test
Netzwerkspeicher fehlt's an Speicher
  1. Qnap QGenie NAS-System für die Hosentasche
  2. HS-251 Qnap beschleunigt lüfterloses NAS-System
  3. QNAP TS-EC1080 Pro Erweiterbares NAS-System im Tower mit mSATA-Plätzen

    •  / 
    Zum Artikel