Soldat der Volksbefreiungsarmee: 141 Organisationen in englischsprachigen Ländern
Soldat der Volksbefreiungsarmee: 141 Organisationen in englischsprachigen Ländern (Bild: Jason Lee/Reuters)

Cyberspionage Chinas beste Hacker sollen für die Armee arbeiten

Eine der besten chinesischen Hackergruppen ist mutmaßlich eine Cyberwar-Einheit der Armee. Ein US-Sicherheitsunternehmen hat die Aktivitäten der Gruppe in ein Viertel von Schanghai zurückverfolgt, wo die Cyberwar-Einheit ihren Sitz hat.

Anzeige

Das US-Sicherheitsunternehmen Mandiant hat Angriffe auf Computersysteme von US-Unternehmen und -Behörden analysiert, für die eine Gruppe, die im Westen als Comment Crew oder Shanghai Group bekannt ist, verantwortlich sein soll. Die Schanghai-Gruppe gilt als beste chinesische Hackergruppe. Die Cyberangriffe konnten in ein Viertel von Schanghai zurückverfolgt werden, in dem auch eine Cyberwar-Einheit der chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA) stationiert ist.

Einheit 61398

Die Einheit 61398 der VBA sei in einem zwölfstöckigen Gebäude untergebracht, berichtet die New York Times. Die Angriffe der Schanghai-Gruppe hätten ihren Ursprung in der direkten Nachbarschaft, ergaben die Ermittlungen von Mandiant. Sie sind in einem 60-seitigen Bericht festgehalten, der am heutigen Dienstag veröffentlicht werden soll.

Die Angreifer, die Mandiant als Advanced Persistent Threat Group 1, kurz APT1, bezeichnet, waren nach Angaben des Sicherheitsunternehmens in die Computer von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen eingedrungen und hatten mehrere Hundert Terabyte an Daten entwendet. Die APT1 hatte 141 Organisationen in englischsprachigen Ländern angegriffen, darunter Coca Cola, die Betreiber von Versorgungseinrichtungen wie Gas- und Elektrizitätsunternehmen oder Wasserwerke, aber auch Behörden.

Beteiligung am RSA-Hack

Ein Ziel war demnach etwa ein Unternehmen, das Zugang zu knapp zwei Dritteln aller Gas- und Ölrohrleitungen in Nordamerika hat. APT1 soll zudem an dem Einbruch in die Systeme des Sicherheitsunternehmen RSA im Frühjahr 2011 beteiligt gewesen sein. Dabei wurde ein Identifizierungssystem kompromittiert, das auch von Unternehmen aus sicherheitsrelevanten Branchen genutzt wird, etwa vom US-Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Lockheed Martin.

APT1 unterhalte "eine umfangreiche Infrastruktur von Computersystemen auf der ganzen Welt", über die die Angriffe durchgeführt worden seien, heißt es in dem Bericht. Um eine solche Infrastruktur zu unterhalten, bedürfe es mindestens mehrerer Dutzend, wahrscheinlich aber sogar mehrerer hundert Mitarbeiter.

Die Computer würden von Schanghai aus betreut: Mandiant habe 1.905-mal beobachtet, dass auf die Infrastruktur zugegriffen wurde. In 97 Prozent der Fälle sei dies von IP-Adressen geschehen, die in der ostchinesischen Metropole registriert seien. APT1 sei "wahrscheinlich von der Regierung gefördert", heißt es vorsichtig in dem Bericht.

Ahnungslose Überwacher

Der Schluss liegt nahe, dass APT1 mit Einheit 61398 identisch ist - warum sonst sollte eine solch große Anzahl an Cyberangriffen aus einem so kleinen Gebiet kommen? Im Gespräch mit der New York Times wurde Kevin Mandia deutlicher: "Entweder sie kommen von Einheit 61398", sagte der Mandiant-Chef, "oder die Leute, die die am stärksten kontrollierten und überwachten Internetnetzwerke der ganzen Welt betreiben, sind komplett ahnungslos, dass mehrere tausend Menschen von diesem bestimmten Viertel aus Angriffe durchführen."

Die New York Times hatte kürzlich selbst die Dienste von Mandiant in Anspruch genommen, als die Zeitung entdeckte, dass sie Opfer von Cyberspionen geworden war. Die befanden sich nach den Ermittlungen von Mandiant zwar ebenfalls in China. Es habe sich aber nicht um die Schanghai-Gruppe gehandelt, schreibt die Zeitung.


Euro2001 20. Feb 2013

Das könnte mehrere Gründe haben. Zuallerst ist für die meisten heutigen Hacker (nicht...

BlackPhantom 20. Feb 2013

Siehste mal was Tante Google alles kann. :D Vorallem das es so rüber kommt, dass ich...

Charles Marlow 19. Feb 2013

Wir erinnern uns: diesselben USA, die behauptet haben, China würde weltweit den meisten...

theodore 19. Feb 2013

Es gibt kaum gute fertige RATs für Linux. RSA wurde ja auch mit PoisonIvy gehackt

Kommentieren



Anzeige

  1. Spezialistin / Spezialist E-Government und Online-Services
    VBL, Karlsruhe
  2. IT-Projektmitarbeiter (m/w)
    Fachhochschule Südwestfalen, Hagen
  3. Systementwickler Software / Hardware (m/w)
    Preh GmbH, Bad Neustadt a.d. Saale
  4. (Junior) Survey Manager (m/w) Beratung Global Marketing Services
    Siemens AG, Mannheim

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. TOPSELLER: Titanfall Origin-Code
    9,99€
  2. TOPSELLER: Sid Meier's Starships [PC Steam Code]
    8,74€
  3. Bloodborne [PlayStation 4]
    59,00€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Freie Bürosoftware

    Libreoffice liegt im Rennen gegen Openoffice weit vorne

  2. Smartwatch

    Pebble sammelt über 20 Millionen US-Dollar ein

  3. Manfrotto

    Winziges LED-Dauerlicht für Filmer und Fotografen

  4. Test Woolfe

    Rotkäppchen schwingt die Axt

  5. Palinopsia Bug

    Das Gedächtnis der Grafikkarte auslesen

  6. Die Woche im Video

    Galaxy S6 gegen One (M9), selbstbremsende Autos und Bastelei

  7. Xbox One

    Firmware-Update bringt Sprachnachrichten auf die Konsole

  8. Elektromobilitätsgesetz

    Bundesrat gibt Elektroautos mehr Freiheiten

  9. 2160p60

    Youtube startet fordernde 60-fps-Videos in scharfem 4K

  10. Nuclide

    Facebook stellt quelloffene IDE vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Raspberry Pi 2: Die Feierabend-Maschine
Raspberry Pi 2
Die Feierabend-Maschine
  1. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster
  2. Raspberry Pi 2 Fotografieren nur ohne Blitz
  3. Internet der Dinge Windows 10 läuft kostenlos auf dem Raspberry Pi 2

Gnome 3.16 angesehen: "Tod der Nachrichtenleiste"
Gnome 3.16 angesehen
"Tod der Nachrichtenleiste"
  1. Server-Technik Gnome erstellt App-Sandboxes
  2. Display-Server Volle Wayland-Unterstützung für Gnome noch dieses Jahr
  3. Linux Gnome-Werkzeug soll für bessere Akkulaufzeiten sorgen

Openstack: Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
Openstack
Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
  1. Cebit 2015 Das Open Source Forum debattiert über Limux

  1. Re: "begann man dann damit, den Code aufzuräumen"

    teenriot* | 22:46

  2. Re: Ich dachte schon, ich wäre der Einzige

    nolonar | 22:41

  3. Re: Schon MSO litt an der Seuche ...

    Seitan-Sushi-Fan | 22:31

  4. Re: Quantitaet anstelle von Qualitaet

    Seitan-Sushi-Fan | 22:13

  5. Kickstarter missbraucht...

    garrisson | 22:09


  1. 17:19

  2. 15:57

  3. 15:45

  4. 15:03

  5. 10:55

  6. 09:02

  7. 17:09

  8. 15:52


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel