Cyber Defense Nato-Papier gibt Hacker zum Abschuss frei

Zivile Hacker sollen im Krieg als Kombattanten eingestuft und dürften in der Folge auch physisch angegriffen und sogar getötet werden. Das steht in einem Strategiepapier für die Nato, das die künftigen Regeln im Cyberkrieg definieren soll.

Anzeige

Hacker sind nach einem Nato-Papier aktive Kriegsteilnehmer, sobald sie ihre Aktionen mit Bezug auf einen bewaffneten Konflikt ausführen - und dürfen somit angegriffen und getötet werden. Auch für einen Krieg im Cyberspace soll diese Regel laut einer Nato-Veröffentlichung künftig gelten, denn jeder Krieg braucht genaue Regeln, auch wenn sie kaum eingehalten werden. Es geht ja um Menschenleben.

Deshalb hat die Nato eine Gruppe von Experten beauftragt, ein Regelwerk zu erstellen. Unter dem Namen Tallinn-Manual ist es nun veröffentlicht worden. Name und Ort sind nicht zufällig gewählt, denn das Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE) der Nato, das die Studie in Auftrag gegeben hat, hat seinen Sitz in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Estland wurde 2007 Opfer eines DDoS-Angriffs einer Hackergruppe aus Russland.

Der Tod im Klickskrieg

Wie ernst die Nato und seine Experten die Bedrohung durch Angriffe im Netz im Kriegsfall einstufen, zeigt der Abschnitt "Regel 35 - Zivile direkte Beteiligung in Kampfhandlungen", in dem festgelegt wird, wann zivile Hacker als aktive Kriegsteilnehmer gelten.

"Clearly, conducting cyber attacks related to an armed conflict qualifies as an act of direct participation," heißt es auf Seite 120 des Berichts. Sprich: Angriffe im Netz auf militärische Einrichtungen des Gegners sind nach dem Regelwerk als unmittelbare kriegerische Aktionen einzustufen, ebenso wie Angriffe mit einer Waffe. Das soll vor allem für DDoS-Attacken und das Infizieren mit Malware gelten. Selbst das Offenlegen von Schwachstellen in den Computersystemen des Gegners gilt demnach als kriegerische Handlung. Die Expertengruppe konnte sich aber nicht einigen, ob Dritte ebenfalls direkt beteiligt sind, wenn sie beispielsweise die Malware zur Verfügung stellen.

Legitime Angriffsziele

Hacker gelten aber nicht nur am Rechner als legitime Angriffsziele, sondern auch auf dem Weg dorthin. Ihr Einsatz beginnt, sobald ein System nach Schwachstellen untersucht wird, erstreckt sich über die Dauer des Angriffs und endet erst, nachdem sie ihre Untersuchung über den verursachten Schaden abgeschlossen haben.

Die Expertengruppe war sich uneinig, wie lange ein Hacktivist - so werden im Cyberkrieg aktive Zivilisten im Dokument auch genannt - als "legitimes Angriffsziel" gilt, wenn er mehrere Hacks durchführt. Einige wollen jeden Angriff einzeln eingestuft, andere Hacker über den gesamten Zeitraum als aktiven Kriegsteilnehmer behandelt sehen.

An dem Tallinn Manual hat eine Gruppe aus 20 Forschern mitgearbeitet, darunter auch Juristen und Experten aus dem Bereich Cybersicherheit. Die Autoren betrachteten es "als Hilfsmittel für die Rechtsberater von Regierungen und dem Militär, beinahe als ein Lehrbuch," erklärte Michael Schmitt, Leiter des Projekts und Vorsitzender der internationalen juristischen Abteilung am Naval War College in den USA. Es solle Ausgangspunkt für eine Diskussion über Regeln im Cyberkrieg sein.

Immerhin: Wenn Zweifel an seiner Beteiligung bestehen, darf er nach dem Nato-Regelwerk nicht angegriffen werden, der Angreifer muss zunächst eindeutige Beweise erbringen. Schließlich handelt es sich um einen Zivilisten, bis anderes bewiesen ist. Und: Cyberangriffe auf zivile Einrichtungen "zur Verbreitung von Terror unter der Zivilbevölkerung" sind ebenfalls nicht erlaubt.


Trollfeeder 26. Mär 2013

Was wollen denn die Regierungen manipulieren? Weil das Strategiepapier jetzt fertig...

Trollfeeder 26. Mär 2013

Reguläre Kombattanten können ihren Status verlieren, wenn sie z.B. die Uniform des...

dernurbs 26. Mär 2013

Ja easy XD gründe dein Land kauf dir n paar Dronen und sei mächtig genug das sich...

developer 26. Mär 2013

Na ja, wenns dir da nur ums Geld geht haste wohl noch nicht ganz reflektiert was das...

diablo77 26. Mär 2013

Ihr Post geht nicht wirklich auf die Inhalte des Posts von "Kindliche Kaiserin" ein. Sie...

Kommentieren


Phrixos-IT SEO Hard- Software PC-Probleme Internet / 24. Mär 2013

Hacker Nato Cyber Krieg Kombattanten



Anzeige
  1. Projektmanager für Webapplikationen (m/w)
    Information Factory Deutschland GmbH, Nürnberg
  2. Inhouse Consultant (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  3. Solution Architect (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, Frankfurt
  4. Head of Development (m/w)
    aboutbooks GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Electronic Arts

    Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"

  2. Apple-Zulieferer

    Wieder drei Suizide bei Foxconn

  3. Cast AR

    Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

  4. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  5. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop

  6. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs

  7. Adobe

    Photoshop Express jetzt auch für Windows 8

  8. Browser

    Firefox blinkt nicht mehr

  9. Tallinn-Manual

    Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

  10. Clark Asay

    Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestags-LAN: Rösler will Spiele-Champions
Bundestags-LAN
Rösler will Spiele-Champions

Wirtschaftsminister Rösler bekennt sich bei einer Gaming-Veranstaltung im Bundestag ausdrücklich zu Großproduktionen aus Deutschland - und erzählt, welchen Heimcomputer-Klassiker er als Jugendlicher hatte.

  1. Apple-Patent Mac und iPad hören es kratzen und klopfen
  2. Verfassungsgericht Anti-Terror-Datei ist in Teilen verfassungswidrig
  3. 2. Politiker-LAN Der Bundestag spielt wieder

Larry Page: "Microsoft will uns ausnutzen"
Larry Page
"Microsoft will uns ausnutzen"

Larry Page hat sich darüber beschwert, dass Microsoft bei Chatprogrammen kleingeistig sei, und sich für Interoperabilität eingesetzt. "Das ist wirklich traurig, so ist kein Fortschritt möglich", sagte er auf der Entwicklerkonferenz Google I/O.

  1. Google-Chef Larry Page leidet an einer Stimmbandlähmung
  2. Eric Schmidt Google Glass kommt später
  3. Multiscreen-Welt Google macht 3,35 Milliarden US-Dollar Gewinn

Homosexualität in Spielen: Bug oder Feature?
Homosexualität in Spielen
Bug oder Feature?

Im Spiel Tomodachi Collection: New Life für den Nintendo 3DS ist es möglich, dass Männer einander heiraten. Nintendo bezeichnet das als Bug - und erntet dafür Empörung.

  1. Strategiespiel HTML5-Version von Freeciv veröffentlicht
  2. Shadow of the Eternals 1,5 Millionen US-Dollar für vier Stunden langen Auftakt
  3. Dokumentarfilm Frauenfeindlichkeit in der Spieleszene

Zum Artikel