Cyanogenmod: Nutzerstatistiken lassen sich nicht mehr abstellen
Cyanogenmod macht die Nutzerstatistiken verbindlich. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Cyanogenmod Nutzerstatistiken lassen sich nicht mehr abstellen

Anwender der alternativen Android-Distribution Cyanogenmod 10.1 können nicht mehr entscheiden, ob sie anonyme Nutzerstatistiken übermitteln wollen oder nicht. Durch eine Umprogrammierung des Quelltextes ist die Übertragung jetzt verpflichtend. Einigen gefällt das nicht.

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Wer sich den aktuellen Nightly Build von Cyanogenmod 10.1 (CM10.1) installiert, hat nicht mehr die Wahl, ob er anonymisierte Nutzerdaten an die alternative Android-Distribution übertragen möchte oder nicht. Steve Kondik, Kopf des Cyanogenmod-Teams, hat die Änderung im Quellcode selbst vorgeschlagen und umgesetzt. Android-Geräte mit CM10.1 senden jetzt einmal pro Woche beziehungsweise nach jedem Flash-Vorgang Nutzerdaten an Cyanogenmod, ohne dass der Nutzer dies unterbinden kann. Dies betrifft diejenigen Geräte, auf denen Nightly Builds vom 1. April 2013 oder später installiert werden. Vorherige Versionen sind nicht von der Änderung betroffen.

Programmierer Koushik Dutta hat auf Google+ den Umfang der gesammelten Daten näher erläutert. Laut Dutta wird die anonymisierte IMEI-Nummer oder MAC-Adresse übertragen sowie der Gerätename, die CM-Version, das Land und der Netzanbieter. Gleichzeitig zeigt er mit zwei Screenshots von Google Analytics, wie diese Daten bei Cyanogenmod ausgewertet werden.

Daten geben besseren Überblick über Nutzerzahlen

In einer Begleitnachricht zur Codeänderung erläutert Kondik die Beweggründe für die Änderung des Quellcodes. Ohne die dauerhafte Übertragung von Nutzerdaten sei es nicht möglich, einen genauen Überblick über die Nutzerzahlen und den Erfolg des Cyanogenmod-Projektes zu haben.

Eventuellen Einwänden, die Daten könnten für Werbezwecke oder Ähnliches missbraucht werden, greift Kondik in seiner Nachricht vor. "Die Daten sind anonymisiert, mit ihnen kann nichts Böses angestellt werden. Der einzige Zweck ist, dass sie uns sagen sollen, ob wir ein erfolgreiches Projekt sind oder nicht", erklärt er.

Einige Nutzer sind mit der Änderung nicht einverstanden, wie Diskussionen in zahlreichen Internetforen belegen, beispielsweise bei XDA-Developers.com und Androidpolice.com. Mancher stellt die Sicherheit der übertragenen Daten sowie die ausschließliche Verwendung für statistische Zwecke infrage. Andere hingegen zeigen Verständnis für die Entscheidung und glauben dem Cyanogenmod-Team, dass die Daten nötig sind, um die Android-Distribution weiter zu verbessern.

"Cyanogenmod ist keine Demokratie"

Steve Kondik äußert sich in einer Diskussion bei Github deutlich zur Kritik. "Wir arbeiten hart an Cyanogenmod und bieten es kostenlos an. Ist es dann zu viel verlangt, wenn wir einen besseren Überblick darüber haben wollen, wer alles unser Werk verwendet?", fragt er einen Nutzer.

Gleichzeitig macht er klar, dass die Änderung des Quelltextes nicht zur Diskussion steht. "Die Daten sind zu wichtig für uns", sagt Kondik. Auch zu dem Vorwurf, dass die Entscheidung einseitig getroffen worden sei, äußert er sich deutlich: "Obwohl CM ein Gemeinschaftsprojekt ist, ist es keine Demokratie."

Andere Apps sammeln auch Daten

Koushik Dutta verweist in derselben Diskussion auf andere Android-Programme, die Nutzerdaten sammeln. "Hier [bei Cyanogenmod] wisst ihr genau, welchen Daten verschickt werden. Das hilft uns zu verstehen, welche Geräte, Sprachen und Versionen unsere Nutzer verwenden und wo wir unsere Anstrengungen bündeln müssen", erklärt er.

Das Cyanogenmod-ROM CM10.1 ist bereits die fünfte Portierung des Teams um Chefentwickler Steve Kondik. Zuvor gab es die Versionen CM6, CM7, CM9 und CM10, die jeweils die Android-Versionen 2.2 (Froyo), 2.3.x (Gingerbread), 4.0.x (Ice Cream Sandwich) und 4.1.x (Jelly Bean) nutzen.

Nachtrag vom 3. April 2013, 19:10 Uhr

Steve Kondik hat mittlerweile eine erneute Änderung am Quellcode von Cyanogenmod 10.1 vorgenommen, mit der die Nutzer die automatische Nutzerdatenübertragung wieder ablehnen können. Als Begründung gibt Kondik an, dass die vorherige Änderung offenbar ein "größeres Problem für eine kleine Anzahl von lautstarken Nutzern" sei. Deren Wünsche seien zu respektieren, egal wie unbegründet ihre Forderungen in diesem Zusammenhang sind.

In den kommenden Nightly Builds werden Nutzer also wieder die Wahl haben, dem Cyanogenmod-Team Nutzerstatistiken zukommen zu lassen oder nicht.


der kleine boss 06. Apr 2013

vor allem: leute die cm nutzen, sind idR. informiert, und keine 08/15 nutzer die alles...

Uschi12 05. Apr 2013

Uhhh, da hast du aber lange für gebraucht. Aber tröste dich, auch niemandem von CM hätte...

iDroide 04. Apr 2013

Das stimmt, allerdings laufen die nightly builds dennoch meist besser, als die standard...

chrulri 04. Apr 2013

Und du solltest den Artikel, bzw. Kondiaks und Kuttas Kommentare verstehen: Es ist...

Endwickler 04. Apr 2013

Also ist das uneinsichtig, dumm und arrogant, wenn sie die Änderung zurücknehmen? Ich...

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