Liftport: Erst Aufzug auf dem Mond, dann einer auf der Erde
Liftport: Erst Aufzug auf dem Mond, dann einer auf der Erde (Bild: Liftport)

Crowdfunding: US-Unternehmen will Weltraumaufzug entwickeln

Einen Aufzug von der Erde ins Weltall zu bauen ist das Fernziel des Unternehmens Liftport. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter will Liftport die Vorarbeiten finanzieren lassen.

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Wer Frank Schätzings Science-Fiction-Roman Limit gelesen hat, der kennt das Konzept: ein Aufzug zu einer Raumstation. Die Protagonisten lassen sich mit dem Aufzug zu einer Station in einem geostationären Orbit fahren und fliegen von dort zum Mond. Das sei mit gegenwärtig zur Verfügung stehender Technik noch nicht möglich, sagt Michael Laine, Gründer des Unternehmens Liftport. Es sei aber sehr wohl möglich, einen Aufzug auf dem Mond zu bauen.

Lunar Space Elevator Infrastructure (LSEI oder Elsie) nennt Liftport das Projekt: Das Konzept sieht ein 250.000 Kilometer langes Seil aus einem Nanomaterial vor, das mit einer Raumfähre zum Mond transportiert wird. Dessen eines Ende ist auf dem Mond festgemacht, am anderen hängt ein Gegengewicht. Am Lagrange-Punkt soll eine Station aufgehängt sein, von der aus der Aufzug die 55.000 Kilometer zur Mondoberfläche fährt.

2007 pleite

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Zunächst müsse die Firma Liftport wieder in Gang gebracht werden. Das Anfang des vergangenen Jahrzehnts gegründete Unternehmen war 2007 bankrott gegangen. Laine hat deshalb sein Projekt bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingestellt. 8.000 US-Dollar soll die Netzgemeinde aufbringen. Laine begründet den niedrigen Betrag damit, dass das Team damit lediglich "die Maschine wieder ein bisschen starten" wolle.

Das Kickstarter-Projekt läuft noch gut zwei Wochen. Trotzdem ist das Ziel längst erreicht: Statt der gewünschten 8.000 US-Dollar haben knapp 700 Spender bereits knapp 23.000 US.-Dollar zugesagt.

Finanziert werden sollen damit Vorarbeiten: Liftport will einen Ballon sowie einen Roboter bauen. Der Ballon soll am Boden befestigt sein und bis in eine Höhe von etwa 2 Kilometer aufsteigen. Der Roboter soll dann an dem Befestigungsseil bis zum dem Ballon hochklettern - und damit gleich auch noch einen Rekord aufstellen. Vor einigen Jahren habe Liftport eine Höhe von 1 Kilometer erreicht. Möglich seien 3 bis 5 Kilometer.

Erst Mond-, dann Erdaufzug

Der nächste Schritt werde dann eine Machbarkeitsstudie sein, erklärt Laine. Diese soll etwa ein Jahr in Anspruch nehmen und rund 3 Millionen US-Dollar kosten. In acht Jahren, so schätzt Laine, könnte der Mondaufzug fertig sein. Dieser sei das Testsystem, an dem die nötigen Tests durchgeführt werden sollen, um einen Erdaufzug zu bauen. Dieser könnte in 20 bis 25 Jahren fertig sein.

Laine ist nicht der einzige der sich mit einem solchen Projekt beschäftigt: Das japanische Bauunternehmen Obayashi Corporation hat im Frühjahr angekündigt, einen Fahrstuhl von der Erde in den Weltraum mit einer Station in 36.000 Kilometern Höhe zu bauen. Das Unternehmen hat den im Mai eröffneten Tokyo Sky Tree gebaut, das derzeit zweithöchste Bauwerk der Erde.


Raumzeitkrümmer 31. Aug 2012

Ja, das fehlte noch.

hartnegg 30. Aug 2012

Geostationärer Orbit reicht nicht, es braucht ein Gegengewicht weiter draußen.

Ach 30. Aug 2012

Eine gute Idee für den Start, ganz sicher. Bei Aufbau, Versorgung und Betrieb einer...

ThorstenFull 30. Aug 2012

Atlantropia wieder aufleben zu lassen, bei Kickstarter

Nr.1 30. Aug 2012

Mit Clarke haben wir vor allen Dingen einen echten Autor von Weltrang, der...

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