Abo
  • Services:
Anzeige
Gravitylight: 10 bis 20 Prozent des Haushaltseinkommens für Lampenbrennstoff
Gravitylight: 10 bis 20 Prozent des Haushaltseinkommens für Lampenbrennstoff (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)

Crowdfunding: Licht durch Gewicht

Gravitylight: 10 bis 20 Prozent des Haushaltseinkommens für Lampenbrennstoff
Gravitylight: 10 bis 20 Prozent des Haushaltseinkommens für Lampenbrennstoff (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)

Altes Prinzip, neue Funktion: Zwei Briten haben eine Elektrolampe entwickelt, die nach dem Prinzip einer Standuhr Strom erzeugt. Sie soll Hütten in der Dritten Welt günstig und ungefährlich beleuchten.

Ganz neu ist das Konzept ja nicht, seit Jahrhunderten werden auf ähnliche Art und Weise Uhren betrieben: Ein Gewicht wird an ein Gerät angehängt, die Schwerkraft zieht es gen Erdboden und setzt ein Getriebe in Gang. Dieses Getriebe bewegt aber bei der Elektrolampe Gravitylight, die zwei Briten entwickelt haben, keine Zeiger über ein Zifferblatt. Sie betreibt einen Generator, der eine Lampe strahlen lässt.

Anzeige

Das System der beiden Londoner Martin Riddiford und Jim Reeves besteht aus einem ovalen Gehäuse, in dem das Getriebe sitzt und an dem vorne Leuchtdioden angebracht sind. Darunter befinden sich zwei Kontakte, über die ein anderes Gerät an das Gravitylight angeschlossen werden kann. So kann eine andere Lampe oder ein Radio betrieben oder ein Akku aufgeladen werden.

Als Gewicht dient der Transportbehälter, ein Kunststoffsack, der mit Sand, Steinen oder Erde gefüllt wird. Er wird an ein Kunststoffband gehängt, das durch das Gehäuse hindurchläuft. Ein Korb, ein Eimer oder ein Gewicht von rund zehn Kilogramm geht ebenfalls. Aufgezogen wird Gravitylight, indem am anderen Ende des Bandes gezogen wird, bis das Gewicht knapp unter dem Gehäuse hängt. Während es sich langsam nach unten bewegt, liefern die Leuchtdioden Licht. Das dauert etwa eine halbe Stunde.

Schwerkraft statt Treibstoff

Die Idee ist, dass diese Elektrolampe die gefährlichen und umweltschädlichen Petroleumlampen, die heutzutage Hütten in vielen Entwicklungsländern erhellen, ersetzen könnte. Etwa 1,5 Milliarden Menschen seien auf Lampen, die mit Kerosin oder einem Biotreibstoff betrieben werden, angewiesen, sagen die Gravitylight-Entwickler.

  • Gravitylight: Licht durch Schwerkraft (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)
  • Gedacht ist das System in erster Linie für Dorfbewohner in Entwicklungsländern. (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)
  • Wird das Gewicht nach oben gezogen, liefert Gravitylight etwa eine halbe Stunde lang Licht. (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)
Gravitylight: Licht durch Schwerkraft (Bild: Martin Riddiford, Jim Reeves)

Der Rauch, der beim Verbrennen des Brennstoffs entsteht, kann Lungenkrebs und Augenkrankheiten auslösen. Kippt eine Lampe um, kann sie ein Feuer entfachen. Abgesehen von den Gefahren für die Nutzer und die Umwelt, sollen diese Lampen jedes Jahr 244 Millionen Tonnen Kohlendioxid produzieren, ist das Beleuchten mit dem Brennstoff auch teuer: Etwa 10 bis 20 Prozent des Haushaltseinkommens gehen dafür drauf.

Lampen für Afrika und Indien

Die Entwickler haben eine Crowdfunding-Kampagne beim Portal Indiegogo gestartet und wollen darüber 55.000 US-Dollar einnehmen. Dafür wollen sie 1.000 Gravitylights bauen und sie an Dorfbewohner in Afrika und Indien verteilen. Nach wenigen Tagen haben Nutzer bereits über 41.000 US-Dollar zugesagt. Das Projekt läuft noch bis zum 15. Januar 2013.

Das Projekt ist nicht nur Crowdfunding, sondern auch Crowdsourcing: Die Nutzer sollen Schwachstellen in den Gravitylights aufspüren, die die Entwickler dann in Version zwei ihrer Kreation verbessern wollen. In der Massenproduktion soll eine Schwerkraftlampe weniger als 5 US-Dollar kosten.


eye home zur Startseite
Casandro 12. Dez 2012

1. Wenn das industriell hergestellt wird, wird es wohl relativ schwierig zu warten sein...

Sharra 12. Dez 2012

Klar kann man sowas auch in groß bauen, nur wird es dann irgendwie witzlos. So zieht alle...

tangonuevo 11. Dez 2012

So ist das mit Ideen. Es gibt immer einen, der Löcher drin findet. Bei deiner Idee ist...

Neuro-Chef 11. Dez 2012

Geht schon wegen des Problems "Theorie Praxis" nicht, in vielen Fällen jedenfalls.

Rufer_im_Walde 11. Dez 2012

Gute Argumente. Hab in Guatemala was ähnliches mitgekriegt. Deutsche vs. Amerikanische...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hanseatisches Personalkontor Bodensee, Raum Konstanz/Bodensee
  2. Deutsche Bundesbank, München
  3. RUAG Ammotec GmbH, Fürth (Region Nürnberg)
  4. Weber Maschinenbau GmbH, Neubrandenburg, Groß Nemerow


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 308,95€ (Bestpreis)

Folgen Sie uns
       


  1. Ausfall

    Störung im Netz von Netcologne

  2. Cinema 3D

    Das MIT arbeitet an 3D-Kino ohne Brille

  3. AVM

    Hersteller für volle Routerfreiheit bei Glasfaser und Kabel

  4. Hearthstone

    Blizzard feiert eine Nacht in Karazhan

  5. Gmane

    Wichtiges Mailing-Listen-Archiv offline

  6. Olympia

    Kann der Hashtag #Rio2016 verboten werden?

  7. Containerverwaltung

    Docker für Mac und Windows ist einsatzbereit

  8. Drosselung

    Telekom schafft wegen intensiver Nutzung Spotify-Option ab

  9. Quantenkrytographie

    Chinas erster Schritt zur Quantenkommunikation per Satellit

  10. Sony

    Absatz der Playstation 4 weiter stark



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

Huawei Matebook im Test: Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
Huawei Matebook im Test
Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
  1. Netze Huawei steigert Umsatz stark
  2. Huawei Österreich führt Hybridtechnik ein
  3. Huawei Deutsche Telekom testet LTE-V auf der A9

  1. Re: Klar kann #Rio2016 verboten werden!

    Hanmac | 03:46

  2. Re: Wo ist der Haken?

    Funnyzocker | 03:31

  3. Re: Laut Winfuture wollen die sogar das Wort...

    Schläfer | 03:05

  4. Re: optische Täuschung

    Baladur | 02:59

  5. Re: Gut das ich das updatesystem "deinstalliert...

    AnonymerHH | 02:30


  1. 18:21

  2. 18:05

  3. 17:23

  4. 17:04

  5. 16:18

  6. 14:28

  7. 13:00

  8. 12:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel