Anzeige
Eine GIF-Datei mit eingebautem Javascript-Code
Eine GIF-Datei mit eingebautem Javascript-Code (Bild: Screenshot Golem.de)

Cross-Site-Scripting: Javascript-Code in Bilder einbetten

Eine GIF-Datei mit eingebautem Javascript-Code
Eine GIF-Datei mit eingebautem Javascript-Code (Bild: Screenshot Golem.de)

Mittels eines Tricks lassen sich gültige GIF-Bilder erstellen, die Javascript-Code enthalten. Damit kann der Schutzmechanismus Content-Security-Policy ausgehebelt werden. Abhilfe schafft ein noch wenig verbreiteter HTTP-Header.

Anzeige

Der IT-Sicherheitsspezialist Ajin Abraham hat eine Datei erzeugt, die einen gültigen GIF-Header enthält, aber gleichzeitig Javascript ausführt. Die Methode geht auf eine Idee von Ange Albertini zurück. Mit solchen manipulierten GIF-Dateien lässt sich unter bestimmten Umständen auch auf Webseiten, die mittels Content Security Policy (CSP) geschützt sind, bösartiger Javascript-Code ausführen.

Content Security Policy ist ein mächtiges Werkzeug, um Cross-Site-Scripting-Lücken (XSS) zu verhindern. Dabei wird ein Header gesetzt, der dem Browser mitteilt, von welchen Servern er Javascript ausführen darf. Setzt ein Webentwickler Content Security Policy korrekt ein, sollte damit eigentlich die Ausnutzung aller Cross-Site-Scripting-Lücken verhindert werden.

In vielen Fällen erlauben moderne Webanwendungen das Hochladen von Bildern. Gelingt es, in ein Bild Javascript-Code einzufügen, dann wird in so einem Fall der Schutz von CSP umgangen. Denn das Bild kommt ja vom selben Server, von dem auch der legitime Javascript-Code stammt.

Gleichzeitig GIF-Bild und Javascript-Code

Ein GIF-Bild beginnt mit der Zeichenkette GIF89a. Anschließend werden die Breite und die Höhe des Bildes gespeichert. Hier setzt der Trick von Albertini an: Für die Breite kann - völlig in Übereinstimmung mit dem GIF-Format - der Wert 0x2f2a eingetragen werden. Das entspricht einem Bild von 10.799 Pixeln Breite, gleichzeitig sind es aber auch die ASCII-Werte der Zeichenfolge /*, womit in Javascript ein Kommentar eingeleitet wird. Der Rest des GIF-Headers kann mit gültigen Werten gefüllt werden. Wird die Datei als Javascript interpretiert, werden diese Daten ignoriert, da es sich um einen Kommentar handelt.

Am Ende des GIF-Bildes wird nun die Zeichenfolge */=1; eingefügt. Der Kommentar wird durch */ beendet und das =1; führt dazu, dass aus der GIF89a-Signatur vom Beginn der Datei ein gültiger Code wird. Javascript sieht nun folgenden Code:

GIF89a/*[Kommentar]*/=1;

Das wird fehlerfrei interpretiert, es wird lediglich der Variablen mit dem Namen GIF89a der Wert eins zugewiesen. Anschließend kann beliebiger weiterer Javascript-Code in die Datei eingefügt werden.

Der Vorteil dieser Methode: Selbst wenn ein Server beim Upload prüft, ob es sich bei einer hochgeladenen Datei tatsächlich um ein Bild handelt, wird sie vermutlich akzeptiert, denn sie enthält gültige GIF-Daten.

Javascript mit falschem MIME-Type

Das zugrundeliegende Problem ist letztendlich, dass Browser Javascript-Code auch dann ausführen, wenn sie mit dem falschen Dateityp gesendet werden. Bei der Dateiübertragung mittels HTTP wird vom Server im Header ein sogenannter MIME-Type mitgeschickt. Für Javascript lautet dieser beispielsweise application/x-javascript. Für ein GIF-Bild wiederum lautet der MIME-Type image/gif.

Da häufig Daten mit falschen MIME-Informationen ausgeliefert werden, gibt es in Browsern diverse Mechanismen, durch die fehlerhafte Angaben ignoriert werden. Der Browser versucht, die Daten trotz fehlerhaften MIME-Typs korrekt zu interpretieren. Wird eine Datei mittels <script src="[datei]"></script> eingefügt, wird sie als Javascript-Code ausgeführt, egal, mit welchem MIME-Type sie ausgeliefert wurde. Damit ein Angreifer den Code ausführen kann, benötigt er also immer noch eine Möglichkeit, eigenen HTML-Code in die Webseite einzufügen, also eine klassische XSS-Lücke auszulösen. Doch genau die Ausnutzung solcher Lücken sollte durch Content Security Policy ja verhindert werden.

X-Content-Type-Options: nosniff 

eye home zur Startseite
hannob (golem.de) 04. Nov 2014

[...] Sorry, nein: Das ist falsch. Firefox macht genauso Content Sniffing wie die...

neustart 03. Nov 2014

Jap, hab ich auch gedacht. Wenn man die Sicherheitsschlacht irgendwie bewältigen will...

zZz 03. Nov 2014

Ich nutze seit geraumer Zeit die Server Configs aus dem HTML5 Boilerplate Paket und passe...

bjs 03. Nov 2014

bei einem webmail könnte das zb der fall sein. dabei wird html code von unbekannter...

Kommentieren



Anzeige

  1. Deputy Business System Owner BPM/PM Tool (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  2. SAP Inhouse Consultant / Leiter ERP Systeme (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Ulm, Raum Geislingen an der Steige
  3. Leitung IT-Prozesse / Anwendungen (m/w)
    ERDINGER Weißbräu, Erding
  4. Software Engineer - Javascript Entwickler (m/w)
    Mindlab Solutions GmbH, Stuttgart

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Kupferkabel

    M-net setzt im Kupfernetz schnelles G.fast ein

  2. Facebook

    EuGH könnte Datentransfer in die USA endgültig stoppen

  3. Prozessoren

    Intel soll in Deutschland Abbau von 350 Stellen planen

  4. CCIX

    Ein Interconnect für alle

  5. Service

    Telekom-Chef kündigt Techniker-Termine am Samstag an

  6. Ausstieg

    Massenentlassungen in Microsofts Smartphone-Sparte

  7. Verbot von Geoblocking

    Brüssel will europäischen Online-Handel ankurbeln

  8. Konkurrenz zu DJI

    Xiaomi mit Kampfpreis für Mi-Drohne

  9. Security-Studie

    Mit Schokolade zum Passwort

  10. Lenovo

    Moto G4 kann doch mit mehr Speicher bestellt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xiaomi Mi5 im Test: Das fast perfekte Top-Smartphone
Xiaomi Mi5 im Test
Das fast perfekte Top-Smartphone
  1. YI 4K Xiaomi greift mit 4K-Actionkamera GoPro an

Hyperloop Global Challenge: Jeder will den Rohrpostzug
Hyperloop Global Challenge
Jeder will den Rohrpostzug
  1. Hyperloop One Der Hyperloop fährt - wenn auch nur kurz
  2. Inductrack Hyperloop schwebt ohne Strom
  3. Hyperloop Die Slowakei will den Rohrpostzug

Doom im Test: Die beste blöde Ballerorgie
Doom im Test
Die beste blöde Ballerorgie
  1. id Software Doom wird Vulkan unterstützen
  2. Id Software PC-Spieler müssen 45 GByte von Steam laden
  3. id Software Dauertod in Doom

  1. Re: Plex Server?

    486dx4-160 | 22:30

  2. Re: Nach wie vor an der Realität vorbei

    spezi | 22:27

  3. Re: Da kann ich auch ein Cat7 Kabel über 100...

    Mett | 22:24

  4. Re: Nur 150dpi

    Schläfer | 22:21

  5. Re: Mit sträuben sich die Haare

    CrookedHillary | 22:19


  1. 18:48

  2. 17:49

  3. 17:32

  4. 16:54

  5. 16:41

  6. 15:47

  7. 15:45

  8. 15:38


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel