Community-Projekt Wikipedia untersucht kommerziell gesteuerte Artikel

Die Wikipedia untersucht die Auswirkungen der Arbeit von PR-Schreiberlingen auf ihre Artikel. "Wer hat schon das Angebot bekommen, gegen Geld Artikel zu schreiben?", lautet eine der Fragen, mit denen sich das Projekt beschäftigt.

Anzeige

Die deutsche Wikipedia untersucht die Folgen von kommerziell gesteuerten Eingriffen in die Artikel der Enzyklopädie. Das gab die Wikipedia bei Twitter bekannt. Wikipedia-Autor Dirk Franke (Southpark) hat vom zuständigen Ausschuss der Wikipedia-Community- und Wikimedia-Deutschland-Vereinsmitgliedern eine Finanzierung erhalten, um für ein Jahr dem Thema "bezahltem Editing" nachzugehen.

Franke: "Unternehmen haben Wikipedia als Werkzeug der Unternehmenskommunikation entdeckt; Kulturinstitutionen haben Wikipedia als Mittel der Kulturkommunikation entdeckt; Universitäten, Agenturen, Freischaffende und viele andere haben Wikipedia als Mittel aller möglichen Kommunikation bemerkt. Neben den Freiwilligen, die sich für Wikipedia engagieren, nimmt in den letzten Jahren der Anteil von Werbetreibenden, GLAM-Mitarbeitern, Studenten und anderen stetig zu, die persönliche und oft finanzielle Interessen mit ihren Wikipedia-Edits verbinden."

Franke will folgenden Fragen nachgehen: "Wer hat schon das Angebot bekommen, gegen Geld Artikel zu schreiben? Wer hat das Angebot angenommen? Wer kann sich Wikipedians in Residence in Unternehmen vorstellen?" Die Wikipedia-internen Regelungen dazu seien eher widersprüchlich, so Franke.

Wikipedians in Residence sind Menschen wie Marcus Cyron, ein langjähriger Wikipedia-Autor, der für sechs Monate als Schnittstelle zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und der Onlineenzyklopädie angestellt wurde. Wikimedia-Sprecherin Catrin Schoneville betonte dazu: "Die Arbeit an Wikipedia ist ehrenamtlich und bleibt auch ehrenamtlich."

Das sah Roger Bamkin, ein Wikimedia-Präsidiumsmitglied und Admin der englischsprachigen Wikipedia, der zugleich PR-Berater ist, anders. Er soll seinen Kunden in einem Monat 17-mal in die Rubrik "Schon gewusst" gesetzt haben. Das einzige andere Thema, das in dem Monat wiederholt in der Rubrik auftauchte, waren die Olympischen Spiele. Die englischsprachige Wikipedia hatte im Monat August 2012 täglich 263 Millionen Pageviews.


Ivy_Lego 25. Jan 2013

Nachtrag: Statt "Colonels" ist vielleicht der Ausdruck "Maintainer" geläufiger. Einen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler ASP.NET (m/w)
    MWG-Biotech AG, Ebersberg (Großraum München)
  2. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  3. IT-Trainee (m/w)
    Allianz Deutschland AG, Stuttgart
  4. Software Entwickler (TTS) (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  2. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  3. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  4. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen

  5. Darknet

    Grams - eine Suchmaschine für Drogen

  6. Kitkat-Smartphone

    Samsungs Galaxy Ace Style kommt früher

  7. Netmundial-Konferenz

    Netzaktivisten frustriert über "Farce" der Internetkontrolle

  8. Zalando

    Onlinekleiderhändler schließt einen Standort

  9. Apple vs. Samsung

    Google versprach Samsung Hilfe im Patentstreit mit Apple

  10. Deadcore

    Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Grafiktreiber von AMD Catalyst 14.4 nicht nur für 295X2 öffentlich verfügbar
  2. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


    •  / 
    Zum Artikel