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Nextcloud soll ein echter Community-Nachfolger für Owncloud werden.
Nextcloud soll ein echter Community-Nachfolger für Owncloud werden. (Bild: Nextcloud)

Echter Community-Einfluss statt Owncloud-Foundation

Immerhin scheint der Aufbau der Owncloud Foundation sehr plötzlich geschehen zu sein. So finden sich auf der Webseite bisher keinerlei Zitate oder Referenzen von Community-Mitgliedern oder auch großen Kunden des Owncloud-Unternehmens, zu denen diverse Universitäten, das Cern oder auch das Forschungsnetzwerk Géant ebenso wie einige große Unternehmen gehören. Die Einbindung anderer Beteiligter ist bei einer Verbandsgründung aber eigentlich eine übliche Vorgehensweise.

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Auch die juristische Konstruktion der Foundation ist bei einer näheren Betrachtung nicht darauf ausgelegt, der Entwickler-Community viele Freiräume zu geben oder diese gar wieder in den Mittelpunkt der Bemühungen zu stellen, wie dies Nextcloud verspricht. So ist die Foundation ein nicht gewinnorientierter Unternehmensverband nach US-Recht (501(c)6) und in Delaware registriert. Wegen des extrem unternehmerfreundlichen Gesellschaftsrechts wird der kleine US-Bundesstaat mit seinen Hunderttausenden Briefkastenfirmen häufig als Steueroase kritisiert.

Darüber hinaus soll der Vorstand der Foundation zwar zwei gewählte Community-Vertreter haben, aber auch einen Vertreter des Owncloud-Unternehmens sowie vier Vertreter von Unternehmen und Institutionen, die einen Jahresbeitrag an die Foundation leisten müssen. Externe Entwickler aus der Community haben damit weiterhin keine Möglichkeit, über die Foundation Einfluss auf die Gesamtentwicklung zu nehmen, da sie vom Owncloud-Unternehmen, seinen Kunden oder gar nur extra zu diesem Zweck gegründeten Briefkastenfirmen immer überstimmt werden könnten.

Proprietäre Zukunft für Owncloud-Beiträge möglich

Um als Community-Vertretung in den Vorstand gewählt werden zu können, muss darüber hinaus das CLA der Owncloud Foundation unterzeichnet werden. Diese ist ebenso zwingende Voraussetzung, neue Beiträge zu dem Owncloud-Code auf Github selbst einpflegen zu dürfen. Die Foundation erhält außerdem aber das Recht, den Owncloud-Kern ebenso wie die Open-Source-Angebote des Unternehmens unter Apache-2.0-Lizenz zu relizenzieren.

Bisher verfolgte Owncloud ein Dual-Lizenz-Konzept aus der AGPL und einer proprietären Lizenz für ihre Unternehmenskunden. Owncloud wechselt damit nun zu einem Modell, das es erlaubt, den Code von Community-Beiträgen unter eine freizügige Lizenz zu stellen. Selbst eine komplett proprietäre Weiterentwicklung des Codes ist damit nicht mehr ausgeschlossen.

Letztlich verbleiben auch die Rechte an der Wortmarke "ownCloud" bei dem gleichnamigen Unternehmen und werden lediglich dauerhaft an die Foundation lizenziert. Explizit ausgeschlossen ist auch, dass ein zweites Unternehmen den Namen Owncloud für ein kommerzielles Angebot der Software verwenden darf. Das soll offensichtlich eine mögliche unternehmerische Konkurrenz von vornherein unterbinden oder zumindest stark erschweren, da zwingend ein neuer Name gewählt werden muss.

Echtes Community-Konzept von Nextcloud

Wenig überraschend ist dieses Konstrukt bei einigen Community-Mitgliedern bereits stark kritisiert worden. Besonders prägnant kommentiert dies aber der Opensuse-Vorstandsvorsitzende Richard Brown, der schreibt: "Die Regeln der Owncloud Foundation sehen so aus, als habe jemand jene von Opensuse gelesen und gesagt, 'lass uns alle Dinge entfernen, die gut für Community-Einfluss sind'".

Um den Community-Einfluss hingegen zu stärken, will das Nextcloud-Team die AGPL als Lizenz für den Code beibehalten und Karlitschek versichert, dass es bereits einen Plan gebe, dem Community-Projekt ebenfalls einen juristischen Rahmen zu geben. Dies werde wohl ein eingetragener Verein, der dann auch die Markenrechte hält und "wirklich unabhängig sein soll". Karlitschek sagt außerdem: "Wir haben die Erfahrung, einen Verein derart zu gestalten, so dass dieser gut für alle ist".

Karlitschek und auch Poortvliet haben sich viele Jahre im KDE e. V. engagiert, Karlitschek war sogar Vorstandsmitglied. Mitglieder des KDE e. V. können nur Personen werden, die aktiv zu dem Projekt beitragen. Unternehmen, die das Projekt finanziell unterstützen, haben dagegen keinerlei Stimm- oder Entscheidungsrechte innerhalb des e. V. Eine Organisation, die ausschließlich die Interessen der Beitragenden des Open-Source-Projekts vertritt, könnte so vermutlich auch für Nextcloud entstehen. Dazu fehlt nur noch die Community, die nun vielleicht von Owncloud zu Nextcloud wechselt.

 Community-Fork und neues Unternehmen: Nextcloud ist der "Neustart" für Owncloud

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jkow 14. Jul 2016

Wie großzügig von Ihnen. Es ist doch gerade Sinn und Zweck der AGPL, dass sie...

Apfelbrot 06. Jun 2016

Der Android Client ist zum Kotzen. Es braucht dermaßen Lange bis da Änderungen sichtbar...

johnripper 03. Jun 2016

Wenn du dich auf Open365 beziehst, dann steht es sogar auf der Webseite. Und zwar direkt...

mawa 03. Jun 2016

Nö, das macht immer Sinn. Gerade daran krankt OC und das hat nichts mit "ich übertrage...

mawa 03. Jun 2016

Also wenn sich in der CE ab der Version 5 nichts geändert hat, sollte es auch damit...



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