Colibri Elektroeinsitzer mit ungewöhnlicher Sitztechnik

Meist fährt nur eine Person in einem Auto. Für diese Fahrer hat das Jenaer Unternehmen IMA das richtige Auto entwickelt: Der Colibri ist ein Einsitzer mit Elektroantrieb.

Anzeige

Auf den ersten Blick sieht der Colibri etwas gequetscht aus. Ein wenig wie der Smart - nur wo der in der Länge gestaucht ist, scheint der Colibri etwas schmal geraten. Der Grund: Das kleine Elektroauto aus Jena ist ein Einsitzer.

  • Der Colibri auf der Hannover Messe 2013 - Elektroauto mit schicker Flügeltür (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Auto sieht etwas gequetscht aus - es ist ein Einsitzer. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Gedacht ist der Colibri in erster Linie für Geschäftskunden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Sitz herunterfahren, Lenksäule herunterklappen - das Sitzkonzept ist ungewöhnlich. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Der Colibri auf der Hannover Messe 2013 - Elektroauto mit schicker Flügeltür (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Das Auto, das das Unternehmen Innovative Mobility Automobile (IMA) entwickelt hat, sei eine "Ergänzung zu anderen Mobilitätsbausteinen", erzählt Prokuristin Juliane Beyer auf der Hannover Messe (Halle 25, Stand K10) Golem.de. Gedacht sei das Auto auch weniger für Privat-, sondern für Geschäftskunden. IMA denkt dabei beispielsweise an Pflegedienste oder Essenslieferanten wie Pizzaservices. Aber auch Kommunen oder Carsharing-Anbieter gehören zu den potenziellen Käufern des Colibri.

Drei Wasserkästen

Gerade mal 1,18 Meter ist das Elektroauto breit, 2,75 Meter lang und 1,30 Meter hoch. Immerhin: Im Kofferraum ist genug Platz für drei Getränkekästen oder eben auch für eine Reihe von Pizzaschachteln - das Volumen beträgt 180 Liter. Das Auto hat einen Skelettrahmen aus Aluminium, Magnesium und Stahl, über das eine Kunststoffkarosserie gelegt ist. 400 Kilogramm bringt es auf die Waage.

Der Colibri wird von einem Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 24 Kilowatt angetrieben. Das maximale Drehmoment beträgt 60 Newtonmeter. Der Hinterradantrieb beschleunigt das Auto in knapp 10 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 120 Kilometern pro Stunde abgeregelt.

2.000 Ladezyklen

Als Stromspeicher dient ein Lithium-Eisenphosphat-Akku mit einer Kapazität von 6,5 Kilowattstunden, der eine Reichweite von 110 Kilometern ermöglicht. An einer Stromtankstelle ist der Akku laut IMA in 20 Minuten auf 80 Prozent seiner Kapazität geladen. An einer Haushaltssteckdose dauert es 2 Stunden, um ihn auf 90 Prozent aufzuladen. Er soll 2.000 Ladezyklen überstehen.

Etwas ungewöhnlich ist das Einsteigen in das Auto: Die Seitenschweller sind wuchtig und relativ hoch. Grund sei der Seitenaufprallschutz, der den Crashtest des europäischen Bewertungsprogramms für Neuwagen (European New Car Assessment Programme, Euro NCAP), überstehen soll, erklärt Geschäftsführer Thomas delos Santos. Um in das Auto hineinzukommen, setze sich der Fahrer auf den Schweller und rutsche dann auf den Sitz weiter, während er gleichzeitig die Beine nachziehe.

Lenksäule einrasten

Damit Platz für die Beine ist, wird die Lenksäule mit dem Tablet, das als Instrumentenanzeige und für die Bedienung des Autos eingesetzt wird, vorher hochgeklappt. Sitzt der Fahrer, drückt er einen Knopf auf dem Zündschlüssel, und der Sitz fährt noch ein Stück tiefer. Dann kann er die Lenksäule in die richtige Position bringen, einrasten und losfahren. Die Sitzhaltung in dem Auto ähnelt ein wenig der in einem Formel-1-Renner, in dem das Gesäß das Körperteil ist, das der Straße am nächsten ist.

Im ersten Moment sei das Ein- und Aussteigen sicher etwas ungewöhnlich und ungewohnt, gibt delos Santos zu. Er glaubt aber, dass sich ein Fahrer schnell daran gewöhnen wird. Vor allem wenn man die schicke Flügeltür des Autos bedenkt.

Kunden sollen den Colibri im kommenden Jahr vorbestellen können. Im Jahr darauf sollen die Autos ausgeliefert werden. Der Preis liegt bei 8.900 Euro. Hinzu kommen 55 Euro im Monat für die Akkumiete.


guckdo 16. Apr 2013

Gabs schon mal: beim BMW Z1 mit seinen versenkbaren Türen.

flike 15. Apr 2013

hahaha ... you made my day :D (PKWs kaufe ich auch gebraucht aber dass ein Haus nicht an...

Kasabian 12. Apr 2013

Genau das ist aber auch das Problem. Auch oder gerade was die Kosten betrifft. Immer mehr...

Kasabian 12. Apr 2013

das sind doch die Teile wo Radfahrer mit der Fresse hängenbleiben und das Rad ohne diese...

_moep_ 11. Apr 2013

Scheinbar hat der Artikelautor nicht so viel Ahnung: Während "Jenenser" gebürtige Leute...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Support Specialist (m/w) - Applikationsbetreuung
    Real Garant über Baden Executive Search Personalberatung GmbH, Neuhausen auf den Fildern
  2. Softwareentwickler (m/w) Java EE
    D.O.M. Datenverarbeitung GmbH, Nürnberg, Ingolstadt
  3. Quality Assurance Engineer / Rollout and System Integration (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. Business Analyst / Projekt Manager (m/w)
    Parts Europe GmbH, Wasserliesch bei Trier

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  2. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  3. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  4. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  6. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  7. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  8. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  9. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  10. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test Hitman Go: Auftragskiller to go
Test Hitman Go
Auftragskiller to go

Knobeln statt knebeln: In Hitman Go verrichtet Agent 47 sein ebenso lautloses wie blutiges Handwerk auf ungewohnte Art und Weise: Statt Schleich-Action ist Denksport angesagt. Der Titel bleibt dem Kern der Hitman-Reihe trotzdem treu - und macht schnell süchtig.

  1. Square Enix Kernzielgruppe statt globales Massenpublikum

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel