Anzeige
Die Kommunikationswissenschaftlerin Nele Heise bei der Re:publica
Die Kommunikationswissenschaftlerin Nele Heise bei der Re:publica (Bild: Patrick Beuth/Zeit Online)

Code: Raus aus der digitalen Unmündigkeit

Die Kommunikationswissenschaftlerin Nele Heise bei der Re:publica
Die Kommunikationswissenschaftlerin Nele Heise bei der Re:publica (Bild: Patrick Beuth/Zeit Online)

Wie beeinflusst Computer-Code seine Nutzer? Für die Forscherin Nele Heise ist das "digitale Staatsbürgerkunde", um die es in Deutschland schlecht bestellt ist.

Wer nicht programmieren kann, läuft Gefahr, selbst programmiert zu werden - diese Erkenntnis des US-Autors Douglas Rushkoff treibt Nele Heise um. Die Kommunikationswissenschaftlerin vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung ist auf der Re:publica in Berlin, um über "Code Literacy" zu sprechen. Gemeint ist das Verständnis dafür, was Software, was Code und Algorithmen eigentlich tun und wer mit welcher Absicht dahintersteckt. "Digitale Staatsbürgerkunde" nennen es Heise und ihre Mitstreiter.

Anzeige

Code und Algorithmen sind überall, in der Suchmaschine, auf Websites, im Bonuskartensystem der Supermärkte. Die meisten Menschen nutzen die Oberflächen dieser Dienste und Angebote, aber sie wissen nicht, was unter dieser Oberfläche passiert, sagt Heise. Die 28-Jährige ist in einem Haushalt ohne Fernseher und Computer aufgewachsen und hat sich ihr Wissen über das, was unter der Oberfläche von Onlinediensten passiert, langsam selbst erarbeitet.

Nun könnte man einwenden, die meisten Menschen würden auch Auto fahren, ohne genau zu wissen, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Code ist nicht wertneutral. Code ist programmiert worden von jemandem mit einer politischen Agenda, einem wirtschaftlichen Ziel oder einem bestimmten Menschenbild. Nele Heise findet, die Nutzer sollten diese Agenda, dieses Ziel, dieses Menschenbild erkennen können, um zu wissen, ob und wie ihr Weltbild beeinflusst wird.

"Digitale Mündigkeit"

Sie kommt schnell auf Google zu sprechen, vor allem auf den Algorithmus der marktbeherrschenden Suchmaschine. Der berücksichtigt mindestens 200 Faktoren, um ein Suchergebnis individuell auf den jeweiligen Nutzer zuzuschneiden. Wie er das tut, haben Googles Programmierer festgelegt. Kaum jemand weiß, welche Faktoren welche Rolle bei der Gewichtung spielen.

Das sei aber auch nicht entscheidend, findet Heise, es gehe nicht um die letzten Details eines Algorithmus oder einer Software: "Ich glaube nicht, dass der ganz normale Anwender einen Quellcode verstehen oder gar selbst schreiben können muss. Aber er sollte wissen, dass über solche Quellcodes definiert wird, was online möglich ist." In ihrem Workshop bei der Re:publica fällt dazu der Begriff "digitale Mündigkeit".

Von der kann in Deutschland noch keine Rede sein - das zeigen schon die Reaktionen im Workshop. Wie die Filter und Algorithmen von Google, Facebook und allen anderen Onlinediensten zumindest in ihren Grundzügen funktionieren, wissen selbst hier, auf Deutschlands größter Konferenz zu Netzthemen, beileibe nicht alle. Das wird auch deutlich während der Diskussion von Stephan Noller, Mercedes Bunz und Joerg Blumtritt über "Algorithmen-Ethik". Als Bunz fragt, wer im Saal wisse, warum Google manchmal aktuelle Nachrichten in seinen Suchergebnissen zeigt und manchmal nicht, hebt niemand die Hand.

Algorithmus-Ethik für Programmierer 

eye home zur Startseite
tha_specializt 08. Mai 2013

Ich hab erschreckende Neuigkeiten für dich : exakt das passiert. Zwar wurde schon seit...

tha_specializt 08. Mai 2013

!0 Japs, "Programmierer" machen das wohl - richtig. Gut, dass es davon nicht allzu viele...

tha_specializt 08. Mai 2013

würde ich so nicht unterschreiben, moderne Panzer schaffen locker (!) 70 km/h und mehr...

tha_specializt 08. Mai 2013

Bitte nicht, dann gäbe es noch mehr von den Scriptkiddies die absolut rein garnichts...

Robert S. 07. Mai 2013

Naja doch schon... es ist nur besonders schlechtes Soziologengewäsch

Kommentieren



Anzeige

  1. Junior Softwareentwickler C# / Java (m/w)
    Mönkemöller IT GmbH, Stuttgart
  2. IT-Architect Vernetzte Dienste (m/w)
    T-Systems on site services GmbH, München, Gaimersheim
  3. Projektmanager (m/w) Einführung und Optimierung ERP-System
    über SCHLAGHECK RADTKE OLDIGES GMBH executive consultants, Nordrhein-Westfalen
  4. Softwareentwickler (m/w) Automatisierung
    Rasco GmbH, Kolbermoor Raum Rosenheim

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Battlefield 1 - Collector's Edition [PC & Konsole]
    209,99€/219,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. Fallout 4 - Season Pass
    26,98€ (Bestpreis!)
  3. NEU: Mirror's Edge [PC Download]
    2,49€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Elektroauto

    Supersportwagen BMW i8 soll 400 km rein elektrisch fahren

  2. Keine externen Monitore mehr

    Apple schafft Thunderbolt-Display ersatzlos ab

  3. Browser

    Safari 10 soll auch auf älteren OS-X-Versionen laufen

  4. Dota

    Athleten müssen im E-Sport mehr als nur gut spielen

  5. Die Woche im Video

    Superschnelle Rechner, smarte Zähler und sicherer Spam

  6. Axanar

    Paramount/CBS erlaubt Star-Trek-Fanfilme

  7. FTTH/FTTB

    Oberirdische Glasfaser spart 85 Prozent der Kosten

  8. Botnet

    Necurs kommt zurück und bringt Locky millionenfach mit

  9. Google

    Livestreaming direkt aus der Youtube-App

  10. Autonome Autos

    Fahrer wollen vor allem ihr eigenes Leben schützen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

Zelda Breath of the Wild angespielt: Das Versprechen von 1986 wird eingelöst
Zelda Breath of the Wild angespielt
Das Versprechen von 1986 wird eingelöst

Vorratsdatenspeicherung: Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
Vorratsdatenspeicherung
Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"
  1. Vorratsdatenspeicherung Alarm im VDS-Tresor
  2. Neue Snowden-Dokumente NSA lobte Deutschlands "wesentliche" Hilfe im Irak-Krieg
  3. Klage Verwaltungsgericht soll Vorratsdatenspeicherung stoppen

  1. Re: Wer kauft sich vor Monatsende eine neue...

    Konfuzius Peng | 22:58

  2. Re: Breaking News: GoG muss sich an die selben...

    narea | 22:57

  3. Re: Ist der i8 eigentlich auch so ein Blechauto...

    dahana | 22:53

  4. Re: Eigenheim - einfach nicht die Tür aufmachen?

    WonderGoal | 22:49

  5. Massenware!?

    Spiritogre | 22:40


  1. 14:45

  2. 13:59

  3. 13:32

  4. 10:00

  5. 09:03

  6. 17:47

  7. 17:01

  8. 16:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel