Abo
  • Services:
Anzeige
Komplizierte Eigenlösungen im Rechenzentrum sollen durch Hyperkonvergenz überwunden werden.
Komplizierte Eigenlösungen im Rechenzentrum sollen durch Hyperkonvergenz überwunden werden. (Bild: Dennis van Zuijlekom/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die Kehrseite des Box-Konzeptes

Früher oder später wird jede Infrastruktur erweitert und HCI-Systeme versprechen durch ihre lineare Skalierbarkeit geringere Bereitstellungszeiten, da bei Bedarf einfach ein weiteres Modul hinzugefügt werden kann. Konfiguration und Deployment erfolgen dabei weitestgehend automatisch, was ein wenig an den "Plug-and-Play"-Gedanken erinnert.

Sofern der Einsatz also im Bereich Hochverfügbarkeit und damit Ausfallsicherheit oder in der Virtualisierung von an gängige Speichernetze und Netzwerkinfrastruktur gehängte Server angesiedelt wird, spielen HCI-Lösungen hier ihre Stärken aus. Beim Ausfall von physikalischen Servern mussten bisher die Daten der virtuellen Instanzen auf einen neuen physikalischen Server migriert werden. Nun können sie automatisch auf den neu eingefügten Knoten verschoben werden.

Anzeige

Lineare Skalierbarkeit bedeutet aber auch, dass immer alle Komponenten (also auch CPUs und RAM) hinzugefügt werden. Dies erscheint logisch, da der bei HCI vorgesehene hohe Grad an Virtualisierung über Virtual Storage Appliances (VSAs) entsprechende Ressourcen in Form von Prozessorleistung und Arbeitsspeicher benötigt, um sinnvoll Funktionen wie Deduplikation betreiben zu können.

Eventuell ist diese boxweise Erweiterung aber nicht unbedingt nötig. Bei Unternehmen mit rasch wachsender IT-Infrastruktur geht häufig als Erstes der Speicher zur Neige. Hier stößt das Prinzip der Hardware-in-a-Box-Philosophie also an seine Grenzen, denn in der Regel kann nicht einfach mehr Storage hinzugefügt werden.

Insofern wird die versprochene Vereinfachung der Verwaltung durch eine Einschränkung von Wahlmöglichkeiten erkauft. Der Betreiber muss sich darauf verlassen, dass die ihm angebotenen Optionen des jeweiligen Anbieters für seine Zwecke auch auf Dauer für seine Zwecke funktionieren werden. Von den verglichenen Anbietern versucht einzig Cisco mit seiner Kombination aus UCS-Blade- und Hyperflex-Server, beide Aspekte soweit möglich zu bedienen und bietet einzeln skalierbaren Speicher.

Vendor Lock-in auch bei HCI nicht aus der Welt

Die Abhängigkeit von beziehungsweise Anbindung an bestimmte IT-Anbieter ist seit langem eines der größten Bedenken von Unternehmen. Sobald die Entscheidung für eine bestimmte Lösung gefallen ist, ist die komplette Infrastruktur auf die Architektur dieses Anbieters eingeschossen.

Dieser Lock-in-Effekt ist im HCI-Bereich bei weitem nicht so omnipräsent wie etwa im Mainframe-Sektor. In der Theorie bergen virtualisierte Umgebungen in Kombination mit darauf abgestimmtem Storage sogar das Potenzial, die Interoperabilität von Speicherverwaltungsarchitekturen und damit die einfache Integration von verschiedenen Herstellern zu ermöglichen. Diese Fähigkeit wird aber, wenn überhaupt, nur sehr beschränkt genutzt und viele Hersteller binden den Betreiber nach wie vor an seine Hardware.

Auch softwareseitig gibt es Einschränkungen - besonders bei der Hypervisor-Unterstützung. Der Hypervisor steuert als übergeordnete Instanz den simultanen Betrieb der virtuellen Maschinen/Gastsysteme und verwaltet deren Ressourcenzuteilung nach Bedarf in der virtuellen Umgebung. Im traditionellen Anwenderumfeld kann ein Administrator normalerweise frei entscheiden, welchen Hypervisor er verwenden will.

Bei den HCI-Anbietern hingegen bleibt nur die Wahl dessen, was der Anbieter für das Sinnvollste erachtet. Cisco unterstützt zum Beispiel nur vSphere. Simplivity hat kürzlich zu vSphere auch Support für den Windows-spezifischen Hyper-V angekündigt. HPE bietet sein 380er-Modell rein auf vSphere an, bei der 250er-Serie gibt es getrennte Varianten für vSphere und Hyper-V, die sich auch hardwareseitig deutlich unterscheiden und daher nicht kombinierbar sind. Nutanix unterstützt vSphere, Hyper-V und die Linux-basierte Kernel-based Virtual Machine (KVM), seit 2015 allerdings über den proprietären Acropolis Hypervisor (AHV), gewissermaßen eine neue Stufe von Software-Lock-in.

In Zeiten, da neue Abstraktionsmöglichkeiten wie Containerformate neue Optionen eröffnen und damit die Langzeitbindung an bestimmte Vollsystemvirtualisierungen wie VMware, Hyper-V und KVM ohnehin infrage stellen, erscheinen diese Einschränkungen eher archaisch und stehen dem versprochenen Fortschritt durch HCI eigentlich entgegen.

 Ähnliche Hardware, unterschiedliche StrategienDie Stärken von Konvergenz richtig einschätzen 

eye home zur Startseite
ratzeputz113 31. Okt 2016

Guten Morgen, Nein, und das habe ich auch nie gesagt. Was ich angeführt habe, ist, dass...

Themenstart

hayabusa 26. Okt 2016

Das wäre schön. Wird bestimmt spannend. Leider kam 2016 für uns zu spät. Wir aber...

Themenstart

ratzeputz113 21. Okt 2016

Lasst die Religionskriege beginnen. *popcornhol*

Themenstart

Runkelrübe1 20. Okt 2016

Im Audioartikel ist gleich das dritte Wort falsch: es wird "Hyperkonferenz" gesagt, wo...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt
  2. Hemmersbach GmbH & Co. KG, Nürnberg
  3. Elektronische Fahrwerksysteme GmbH, Ingolstadt
  4. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Darmstadt


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 17,97€
  2. 12,99€
  3. (u. a. Vier Fäuste für ein Halleluja, Zwei bärenstarke Typen,Vier Fäuste gegen Rio)

Folgen Sie uns
       

  1. Hololens

    Microsoft holoportiert Leute aus dem Auto ins Büro

  2. Star Wars

    Todesstern kostet 6,25 Quadrilliarden britische Pfund am Tag

  3. NSA-Ausschuss

    Wikileaks könnte Bundestagsquelle enttarnt haben

  4. Transparenzverordnung

    Angaben-Wirrwarr statt einer ehrlichen Datenratenangabe

  5. Urteil zu Sofortüberweisung

    OLG empfiehlt Verbrauchern Einkauf im Ladengeschäft

  6. Hearthstone

    Blizzard schickt Spieler in die Straßen von Gadgetzan

  7. Jolla

    Sailfish OS in Russland als Referenzmodell für andere Länder

  8. Router-Schwachstellen

    100.000 Kunden in Großbritannien von Störungen betroffen

  9. Rule 41

    Das FBI darf jetzt weltweit hacken

  10. Breath of the Wild

    Spekulationen über spielbare Zelda



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Shadow Tactics im Test: Tolle Taktik für Fans von Commandos
Shadow Tactics im Test
Tolle Taktik für Fans von Commandos
  1. Civilization 6 Globale Strategie mit DirectX 12
  2. Total War Waldelfen stürmen Warhammer
  3. Künstliche Intelligenz Ultimative Gegner-KI für Civilization gesucht

Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

Final Fantasy 15 im Test: Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
Final Fantasy 15 im Test
Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
  1. Square Enix Koop-Modus von Final Fantasy 15 folgt kostenpflichtig

  1. Re: Wikileaks ist nicht mehr im Kreis der Freunde

    divStar | 05:27

  2. Re: Die einzige App die HoloLens braucht um sich...

    divStar | 05:26

  3. Re: Schon 2x deshalb nicht bei Völkner und 1x...

    ClausWARE | 04:47

  4. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    ClausWARE | 04:41

  5. Re: Selbst schuld, wer das benutzt (kt)

    ClausWARE | 04:19


  1. 18:27

  2. 18:01

  3. 17:46

  4. 17:19

  5. 16:37

  6. 16:03

  7. 15:34

  8. 15:08


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel