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Der Storage-Spezialist EMC hat das Startup DSSD übernommen.
Der Storage-Spezialist EMC hat das Startup DSSD übernommen. (Bild: Harald Weiss)

Cloud-Computing: EMC und die Software-definierte Cloud

Der Storage-Spezialist EMC hat das Startup DSSD übernommen.
Der Storage-Spezialist EMC hat das Startup DSSD übernommen. (Bild: Harald Weiss)

Der Storage-Spezialist EMC hat in Las Vegas Produkte vorgestellt, die vor allem Cloud-Lösungen und das von der EMC-Tochter VMware favorisierte "Software-definierte Rechenzentrum" unterstützen.

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Große Cloud-Provider haben nicht nur einen weiterhin steil ansteigenden Storage-Bedarf, sondern verlangen auch immer schnellere Speichermedien wie Flash. Doch die im Markt verfügbaren Flash-Speicher sind in puncto Performance sehr unterschiedlich. EMC nimmt mit seinen XtremIO-Systemen bereits eine Spitzenposition ein, doch demnächst will das Unternehmen noch schnellere Flash-Speicher auf den Markt bringen.

Hierzu hat man das auf Hochleistungs-Flash spezialisierte Startup DSSD für eine nicht genannte Summe übernommen. DSSD wurde von der IT-Legende Andreas von Bechtolsheim gegründet. Das Unternehmen besitzt eine Reihe von Patenten, mit denen sich die Leistung der Flash-Speicherchips deutlich verbessern lässt. "EMC und DSSD arbeiten an einer neuen Kategorie von Flashspeichern, deren Latenz, IOPS und Bandbreite alles Bisherige weit übertreffen werden", sagte Bechtolsheim anlässlich der Bekanntgabe der Übernahme. Die ersten Produkte sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

ECS Appliance gegen Google, Amazon & Co.

Strategisch besinnt man sich bei EMC wieder auf die Software-Stärken. "Wir sind kein Hardware-Unternehmen, wir haben die meisten Ingenieure in der Software-Entwicklung und wir sehen uns als eine Software-Firma, die ihre Programme mit handelsüblicher Hardware in Form von Appliances auf den Markt bringt", erläuterte EMCs Storage-Chef David Goulden. Zu dieser Strategie gehöre auch, dass man seine Storage-Produkte nicht nur an die CIOs, sondern auch an die Cloud-Provider vermarkten und folglich selbst kein Cloud-Anbieter werden wolle. Ein Beispiel dafür ist die neue ECS Appliance, die bislang unter dem Namen "Project Nile" bekannt war.

Mit diesem System reagiert EMC auf die fortlaufenden Preissenkungen bei den Cloud-Storage-Providern wie Amazon oder Google. Deren aggressives Marketing hat dazu geführt, dass immer mehr Unternehmensdaten in die Cloud wandern, was weniger Umsatz für EMC bedeutet. Die ECS Appliance soll sowohl den IT-Chefs als auch kleineren Cloud-Providern eine Alternative zu den Angeboten von Amazon und Google bieten. Für die IT-Chefs bedeutet das neue System, dass sie ihre Daten genauso preisgünstig speichern können, ohne dass sie diese aus der Hand geben müssen.

Die ECS Appliance bietet praktisch die gleichen Administrations-Möglichkeiten, wie man sie von Google oder Amazon kennt. Insbesondere unterstützt die Appliance eine Multitenant-Nutzung mit detaillierten Nutzungs- und Belegungswerten für eine genaue Abrechnung. Hinzu kommt eine intuitive Selbstbedienungs-Nutzeroberfläche. Das universelle Protokoll der ECS Appliance erlaubt Block- und Object-Speicherung sowie HDFS (Hadoop File-System).

Das Wichtigste ist jedoch der Preisvergleich: Laut EMCs Storage-Chef Goulden ist die ECS Appliance etwa 23 bis 28 Prozent günstiger als vergleichbare Storage-Angebote von Amazon und Google. Seine Vergleichsrechnung basiert auf mindestens fünf Petabyte nutzbarem Speichervolumen und einer Nutzungszeit von vier Jahren. Die ECS Appliance wird mit ViPR betrieben. Das ist EMCs Software-defined Storage-Plattform, die jetzt in der neuen Version 2.0 auch erstmals eine Vielzahl an Fremd-Hardware unterstützt. Dazu gehören unter anderem Systeme von NetApp, Hitachi, IBM, HP und Dell. Ein einheitliches Software-defined Storage ist eine wesentliche Voraussetzung für ein Software-definiertes Rechenzentrum (SDDC), wie es von der EMC-Tochter VMware favorisiert wird.

"Heutige IT unzureichend für Internet der Dinge"

Die EMC-World ist auch eine Präsentationsplattform der Tochtergesellschaften VMware und Pivotal. An Pivotal ist neben EMC auch General Electric beteiligt, da sich das Unternehmen sehr stark im Bereich Internet der Dinge (IoT) engagiert. Pivotals CEO Paul Maritz prophezeite in seiner Keynote, dass die heutigen IT-Systeme unter der Datenlast von IoT zusammenbrechen werden. "Die heutigen, auf Client-Server-Architekturen basierenden IT-Strukturen reichen für die zukünftigen Anforderungen von Mobile, Big Data und Social nicht mehr aus." Maritz glaubt, dass nur mit massiven Cloud-Systemen (Privat, Public und Hybrid) die Daten von Millionen neuen, internetfähigen Geräten in Zukunft gemanagt werden können.

VMware: Die Zukunft gehört der Hybrid-Cloud

VMware-Chef Pat Gelsinger meint ebenfalls, dass Cloud-Lösungen die Zukunft gehört, allerdings erteilte er der reinen Public-Cloud-Lösung eine Absage. "Public-Clouds sind nicht ohne Probleme, sie können zum Lock-in führen, die Datenkontrolle ist schwierig und regionale Vorschriften können einer unbegrenzten Cloud-Lösung im Wege stehen." Andererseits bestätigte er, dass es viele Unternehmensanwendungen gebe, für die eine Public-Cloud die günstigste und einfachste Lösung ist. Die Konsequenz daraus sei eine Hybrid-Cloud, und gemäß einer EMC-Umfrage unter den CIOs planen 70 Prozent davon eine solche Architektur. Hierzu stellte das Unternehmen die Referenzarchitektur Hybrid Cloud vor, mit der ein einheitliches und fraktionsloses Managen einer Hybrid-Cloud möglich sein soll.

Kooperation und Konkurrenz

EMC, VMware und Pivotal sind durch finanzielle Beteiligungen miteinander verbunden, doch im Markt sind sie teilweise Konkurrenten oder kooperieren mit Firmen, die in Konkurrenz zur Schwestergesellschaft stehen. Für den EMC-Chef Joe Tucci ist das eine gewollte Vorgehensweise, die er Föderation nennt. "Unser Ziel lautet: so viel Synergie wie möglich und so wenig Überlappung wie nötig", sagte er als Marschvorgabe an die CEOs. Diese bestätigten ihrerseits, dass es ab und an Abgrenzungsprobleme mit den Partnern gebe. "Jeder hat unterschiedliche Investoren, Kunden und Partner. Gerade bei den Partnern gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Wir arbeiten eng mit NetApp zusammen, was bei EMC nicht gern gesehen wird. Andererseits arbeitet man bei Pivotal eng mit Microsoft zusammen, was wir nicht so gerne sehen", erläutert VMware-Chef Gelsinger die Koop-Konkurrenz zwischen den getrennten Unternehmen. Der Vollständigkeit halber müsste man hier auch noch den EMC-Geschäftsbereich RSA hinzuzählen, doch der ist traditionsgemß nicht auf der EMC-World vertreten, sondern hat seine eigene Veranstaltung im Februar.


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