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NES-Sounddateien als Sicherheitsrisiko? Das Multimediaframework Gstreamer unterstützt unzählige obskure Audioformate.
NES-Sounddateien als Sicherheitsrisiko? Das Multimediaframework Gstreamer unterstützt unzählige obskure Audioformate. (Bild: Yagamichega/Wikimedia Commons/CC-BY 3.0)

Chrome/Gstreamer: Windows 10 sicherer als Linux-Desktops

NES-Sounddateien als Sicherheitsrisiko? Das Multimediaframework Gstreamer unterstützt unzählige obskure Audioformate.
NES-Sounddateien als Sicherheitsrisiko? Das Multimediaframework Gstreamer unterstützt unzählige obskure Audioformate. (Bild: Yagamichega/Wikimedia Commons/CC-BY 3.0)

Chrome speichert Dateien automatisch ab - und manche Linux-Distributionen verarbeiten die heruntergeladenen Dateien sofort mit extrem unsicherem Code von Gstreamer. Der Entdecker der Lücke meint, dass derart gravierende Schwächen zur Zeit in Windows nicht vorkommen.

Sicherheitslücken im Code von Gstreamer können auf manchen Linux-Desktop-Systemen gravierende Auswirkungen haben. Das berichtet der IT-Sicherheitsexperte Chris Evans, der zurzeit für Tesla arbeitet. Eine Kombination von Verhaltensweisen des Chrome-Browsers und des Gnome-Tools Tracker führt unter Fedora dazu, dass Gstreamer direkt vom Browser aus angegriffen werden kann.

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Dateien werden automatisch heruntergeladen

Chrome speichert heruntergeladene Dateien direkt im Downloads-Ordner ab, ohne den Nutzer zu fragen. Alle dort abgespeicherten Dateien werden automatisch von Tracker erfasst. Tracker gehört zu Gnome und ist ein Tool für die Suche nach lokalen Dateien. Es extrahiert hierfür Metadaten und nutzt dafür die Multimediabibliothek Gstreamer. Gstreamer wiederum enthält eine große Menge an Decodern für Audio- und Videoformate.

Die Lücke, anhand derer Evans das Problem demonstriert, befindet sich in einem Codec für ein Format, welches das Programm VMware für Screen Captures verwendet. Dieses Format kann in AVI-Dateien eingebettet werden. Der Code im Codec berechnet den Speicherplatz für das Bild anhand der Höhe, Breite und Farbtiefe, prüft dabei jedoch nicht, ob das Ergebnis auch in einer Integervariablen Platz hat - ein typischer Integer Overflow. Dies führt wiederum zu einem Buffer Overflow auf dem Heap.

Die Beispieldatei, die Evans zur Verfügung stellt, führt lediglich zu einem Crash. Einen Exploit zu schreiben, wäre wohl relativ aufwendig, da Fedora ASLR (Address Space Layout Randomization) einsetzt, doch Evans ist sich sicher, dass ein Exploit machbar ist.

Zwei Decoder für NES-Sounddateien

Unabhängig von der konkreten Lücke dürfte das Problem jedoch deutlich größer sein. Erst kürzlich hatte Evans eine Sicherheitslücke im Parser für NSF-Dateien (NES Sound Format) gezeigt. Die betrifft zwar nur ältere Versionen von Gstreamer, allerdings kommen diese unter dem noch unterstützten Ubuntu 12.04 zum Einsatz. NSF-Dateien enthält Audiotracks für das Nintendo Entertainment System. Evans empfiehlt schlicht das Löschen des NSF-Decoders. Auswirkungen hat das praktisch keine, denn Gstreamer kann danach NSF-Dateien immer noch abspielen. Denn Gstreamer enthält gleich zwei Codecs für NSF-Dateien.

Gstreamer enthält unzählige Codecs für nahezu alle Audio- und Videoformate, die es je gab. Viele davon nutzen weitere Bibliotheken, die oft kaum oder überhaupt nicht mehr weiterentwickelt werden. Über die Qualität mancher dieser Codecs ist sich das Gstreamer-Projekt sehr bewusst. Die Codecs werden in verschiedene Kategorien unterteilt und in entsprechenden Plugin-Paketen gebundelt: Base, good, bad und ugly (Basis, gut, schlecht und hässlich). Beide von Evans entdeckten Sicherheitslücken befinden sich in Plugins, die Gstreamer als "bad" bezeichnet. Doch unabhängig von ihrer Qualität werden alle installierten Codecs von Programmen, die Gstreamer nutzen, üblicherweise automatisch gewählt, wenn eine entsprechende Datei vorliegt.

Evans macht verschiedene Vorschläge, wie man das Problem begrenzen könnte. Chrome fällt mit seinem Verhalten des automatischen Speicherns von Downloaddateien aus der Reihe, andere Browser fragen den Nutzer üblicherweise vorher, ob er einen Download abspeichern will. Nutzer können diese Einstellung jedoch manuell ändern. Für die Tracker-Funktionalität bietet sich laut Evans eine Sandbox an. Als Workaround können Nutzer den Downloads-Ordner von Tracker ausschließen.

Evans beendet seinen Blogpost mit einem Aufruf an die Linux-Desktop-Entwickler, sich mehr um Sicherheit zu kümmern. Es sei bedenklich, dass sich in einer Standard-Desktop-Konfiguration unter Linux so einfach eine so schwerwiegende Memory-Corruption-Lücke finden lässt. "Das ist nicht die Art von Situation, die unter einer aktuellen Windows-10-Standardinstallation vorkommt."


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jajagreat 21. Nov 2016

"Chrome speichert heruntergeladene Dateien direkt im Downloads-Ordner ab, ohne den Nutzer...

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Wurzelgnom 19. Nov 2016

Bei Ubuntu 16.10: gst-plugins-bad1.0 (1.8.3-1ubuntu1.1) yakkety-security; urgency...

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Rulf 18. Nov 2016

nur kann man mit solchen rudimentären krücken nicht mehr viel anfangen... kein vergleich...

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FedoraUser 18. Nov 2016

meep - falsch. Im Artikel wird Fedora genannt und auf meiner Fedora installation war...

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Truster 18. Nov 2016

Doch. Unter Einstellungen, Downloads: "Vor dem Download von Dateien nach dem Speicherort...

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