Abo
  • Services:
Anzeige
Router wie dieser E2500 sind von einem Wurm angreifbar - bald vielleicht auch ohne Internet.
Router wie dieser E2500 sind von einem Wurm angreifbar - bald vielleicht auch ohne Internet. (Bild: Cisco)

Chameleon: Forschungsvirus verbreitet sich von WLAN zu WLAN

Britische Wissenschaftler haben unter dem Namen "Chameleon" einen vollständigen Router-Wurm geschaffen, der das Internet nicht braucht. Die Malware kopiert sich von einem Router zum anderen per WLAN und kann sich so epidemieartig ausbreiten. Aber auch Wege zur Abwehr solcher Gefahren sind absehbar.

Anzeige

In einem Interview mit Scienceblog haben Forscher der Universität von Liverpool ihren Forschungsvirus mit dem Namen "Chameleon" vorgestellt. Er ist Teil einer umfassenden wissenschaftlichen Arbeit, die bereits veröffentlicht wurde. Mit einem aktiven Botnetz gleichen Namens, das vor kurzem gefunden wurde, hat das Forschungs-Chameleon nichts zu tun.

Das eigentliche Ziel der Untersuchungen war zu erfassen, wie sich ein Router-Virus verbreitet - also wie schnell ein bestimmter Bereich so weit befallen ist, dass Angriffe auf weitere Clients zur Bedrohung werden. Dafür mussten die Wissenschaftler aber eine sehr umfassende Attacke auf Router konstruieren.

Der Arbeit zufolge kann Chameleon die Verschlüsselung eines WLANs aushebeln, die Konfigurationsoberfläche des Routers fernsteuern und schließlich eine eigene Firmware auf dem Gerät installieren. Damit ist dann das von diesem Router aufgespannte WLAN in der Hand des Wurms, und er sucht nach weiteren angreifbaren Geräten in der Reichweite des Funknetzes. Über diese verbreitet er sich dann weiter.

Bisher existiert Chameleon nur im Labor der Wissenschaftler. Um ein realitätsnahes Modell zu schaffen, wurde der Versuchsaufbau aber an die Daten von Teilen der Städte Belfast und London angepasst. Dort haben die Forscher die Zahl der Access Points und deren Verschlüsselung erfasst. Im untersuchten Teil von London gibt es demnach rund 96.000 WLANs, von denen 24 Prozent ganz offen stehen, 19 Prozent das veraltete und geknackte WEP zur Verschlüsselung benutzen und 48 Prozent mit WPA oder WPA2 geschützt sind. Die gesamte Abdeckung der Fläche mit WLANs beträgt 225 Prozent, es ist also statistisch gesehen bei jedem Router mindestens ein anderer in Funkreichweite.

Die Forscher stellen fest, dass sich ein solcher WLAN-Wurm binnen weniger Tage wie eine Epidemie verbreiten kann. Das ist selbst dann möglich, wenn er versucht, durch wenig Funkverkehr unauffällig zu bleiben. Dennoch kann er gefunden werden, wofür aber grundlegende Änderungen an der Firmware von Routern nötig sind.

Virenscanner und Provider bieten keinen Schutz

Das Angriffsszenario stellt eine neue Dimension der Verbreitung von Malware dar, denn weder Virenscanner auf den Clients noch die Überwachung des Datenverkehrs bei Providern kann davor schützen. Wenn sich Viren alleine auf die Reproduktion durch WLANs verlassen, müssen diese Geräte solche Attacken selbst erkennen, schreiben die Wissenschaftler.

Nicht nur durch die zahlreichen Sicherheitslücken in privaten Routern der vergangenen Monate erscheint ein Konzept wie Chameleon bedrohlich. In freier Wildbahn wurde mit The Moon kürzlich ein Wurm gefunden, der sich per Internet über Linksys-Router verbreitete. Er wurde aber von einem Provider entdeckt, was bei Malware wie Chameleon kaum möglich erscheint.

Vor allem für mobile Geräte stellt ein flächendeckendes Wurmnetz eine Gefahr dar, denn viele versuchen sich stets mit bekannten oder offenen Hotspots zu verbinden. Es ist ein Leichtes, etwa die stets gleich benannten Hotspots von Providern zu fälschen. Router, die mehrere WLANs mit verschiedenen SSIDs aufspannen können, wären für Programme wie Chameleon dafür besonders geeignet: Auf dem einen WLAN verbreitet sich der Wurm weiter, auf dem anderen versucht er, Geräte wie Smartphones zum Einloggen zu bewegen. Deren Sicherheitslücken, oder auch schon ein unverschlüsselt übertragenes Passwort einer App, lassen sich dann ausnutzen.

Eine Anleitung zum Schreiben solcher Malware wollten die Wissenschaftler aber offenbar nicht geben. So nennen sie unter anderem nicht den oder die Hersteller der Router, die sie für ihren Versuchsaufbau verwendet haben.


eye home zur Startseite
Eheran 27. Feb 2014

Wieviele Lebensdauern des Universum haben sie denn Zeit?

Sharkuu 27. Feb 2014

sskynet - sonder skynet :D

User_x 26. Feb 2014

ist halt wie mit dem sex: nachgedacht wird erst danach...

Zwangsangemeldet 26. Feb 2014

Das ist ein ganz schön großes "Wenn". Zuerst muss der Wurm die WLAN-Verschlüsselung...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Regensburg, Neutraubling
  2. Deutsches Patent- und Markenamt, München
  3. Deutsche Telekom AG, Darmstadt, Berlin, Bonn
  4. T-Systems International GmbH, München, Gaimersheim, Wolfsburg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 54,85€
  2. 349,99€
  3. 39,27€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Sicherheitskonzeption für das App-getriebene Geschäft
  2. Mehr dazu im aktuellen Whitepaper von IBM
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Gear S3 im Hands on

    Samsungs neue runde Smartwatch soll drei Tage lang laufen

  2. Geleakte Zugangsdaten

    Der Dropbox-Hack im Jahr 2012 ist wirklich passiert

  3. Forerunner 35

    Garmin zeigt Schnickschnack-freie Sportuhr

  4. Nahverkehr

    Hamburg und Berlin kaufen gemeinsam saubere Busse

  5. Zertifizierungsstelle

    Wosign stellt unberechtigtes Zertifikat für Github aus

  6. Logitech M330 und M220

    Silent-Mäuse für Lautstärkeempfindliche

  7. Virb Ultra 30

    Garmins neue Actionkamera reagiert auf Sprachkommandos

  8. Smart Home

    Bosch stellt neue Kameras und Multifunktionsrauchmelder vor

  9. Deepmind

    Googles KI soll Strahlentherapie bei Krebs optimieren

  10. Transformer Book 3 ausprobiert

    Asus' Surface dockt bei Spielern an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Avegant Glyph aufgesetzt: Echtes Kopfkino
Avegant Glyph aufgesetzt
Echtes Kopfkino

Next Gen Memory: So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
Next Gen Memory
So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
  1. Arbeitsspeicher DDR5 nähert sich langsam der Marktreife
  2. SK Hynix HBM2-Stacks mit 4 GByte ab dem dritten Quartal verfügbar
  3. Arbeitsspeicher Crucial liefert erste NVDIMMs mit DDR4 aus

Wiper Blitz 2.0 im Test: Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
Wiper Blitz 2.0 im Test
Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
  1. Softrobotik Oktopus-Roboter wird mit Gas angetrieben
  2. Warenzustellung Schweizer Post testet autonome Lieferroboter
  3. Lernroboter-Test Besser Technik lernen mit drei Freunden

  1. Re: Neeeeeiiiinnnnn

    eXXogene | 17:58

  2. Das veröffentliche Dokument ist extrem manipulativ.

    Pjörn | 17:56

  3. Re: Wie bescheuert muss man eigentlich sein

    Hotohori | 17:55

  4. Fehlt nur ein MP3 Player mit Bluetooth

    Mopsmelder500 | 17:51

  5. Re: Gewährleistungsrecht

    Hotohori | 17:50


  1. 18:00

  2. 17:59

  3. 17:13

  4. 16:45

  5. 16:05

  6. 15:48

  7. 15:34

  8. 14:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel