Cast AR Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

Zwei ehemalige Valve-Mitarbeiter haben auf einer Entwicklermesse eine revolutionäre AR-Brille gezeigt. Damit sollen sich computergenerierte Objekte räumlich korrekt in die Echtwelt einblenden lassen.

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Bis Februar 2013 haben Jeri Ellsworth und Rick Johnson bei Valve gearbeitet - sie im Hardwarelabor, für das sie auch in der Öffentlichkeit aufgetreten ist, er als Programmierer unter anderem für die Linux-Version von Steam. Dann kam es zum großen Knall innerhalb des Studios, bei dem rund 25 Mitarbeiter ihren Job verloren haben. Jetzt sorgen Ellsworth und Johnson mit einer spektakulären Ankündigung für Aufsehen: Auf der Erfindermesse Maker Faire im kalifornischen San Mateo haben sie ihre Augmented-Reality-Brille Cast AR vorgestellt.

  • Cast AR im Einsatz auf der Erfindermesse Maker Faire (Bild: Technical Illusions)
  • So könnte die fertige Cast AR aussehen. (Bild: Technical Illusions)
So könnte die fertige Cast AR aussehen. (Bild: Technical Illusions)

Das Gerät erinnert auf den ersten Blick an Virtual-Reality-Brillen wie Oculus Rift, unterscheidet sich aber grundlegend davon. Während der Spieler bei VR-Headsets eine weitgehend von der Echtwelt getrennte Wirklichkeit sieht, wird bei Cast AR und anderen Augmented-Reality-Anwendungen der vom PC erstellte Inhalt in seine Umgebung eingeblendet.

Mit Cast AR soll der Anwender laut einem ausführlichen Hands-on-Bericht von The Verge den Eindruck haben, dass die computergenerierten Objekte in der Luft schweben. Der Trick ist, dass man mit Kopfbewegungen die Perspektive korrekt verändern kann, so dass Gegenstände auch von der Seite betrachtet werden können. Es soll sogar möglich sein, dass mehrere Teilnehmer in einem Multiplayerspiel das Geschehen jeweils aus ihrer individuellen Perspektive verfolgen.

Wände als Projektionsfläche denkbar

Damit das funktioniert, sind bei dem sehr frühen Prototyp Cast AR zwei kleine Projektoren in die Brille integriert, von denen die durch einen PC berechnete Grafik auf eine weiße Projektionsfläche geworfen wird. Der räumliche Eindruck entsteht, weil zwei aktive Shutterfilter jedem Auge ein eigenes Bild zuführen - mit einer Frequenz von 120 Hertz, so The Verge. Auf der Entwicklermesse ist die Projektionsfläche nur etwa so groß wie ein Monitor - denkbar ist aber auch, dafür eine oder mehrere Wände zu verwenden.

Damit der Spieler die Perspektive korrekt verschieben kann, sind um die Projektionsfläche herum eine Reihe von Infrarot-LEDs angebracht, deren Position eine Kamera direkt in der Cast AR erfasst, die die Daten dann wiederum an den PC weiterleitet.

Planung für Kickstarter läuft

Jeri Ellsworth und Rick Johnson haben Cast AR mit ihrem eigenen Start-up Technical Illusions vorangetrieben. Ende Sommer 2013 wollen sie für die weitere Finanzierung der AR-Brille ein Kickstarter-Projekt starten, bei dem Käufer das Headset für rund 200 US-Dollar kaufen können. Dabei soll es sich nicht - wie das unter anderem bei Oculus Rift der Fall war - erst um eine Entwicklerversion handeln, sondern gleich um das fertige Gerät.

Obwohl Ellsworth und Johnson offenkundig im Unfrieden von Valve gegangen sind, ist seitens ihres früheren Arbeitgebers - bei dem wohl mehr als nur der Grundgedanke zu Cast AR entstanden ist - kein Ärger zu befürchten: Firmenchef Gabe Newell habe den beiden nicht nur seinen Segen, sondern durch seine Anwälte auch rechtlich die nötige Freiheit gegeben.

Wie der Artikel auf The Verge andeutet, kam es wegen eines Streits um die weitere Ausrichtung der Hardwareabteilung der Firma zu den Entlassungen. Ein Teil des Teams wollte auf VR-Technologie wie Oculus Rift setzen, ein anderer - eben mit Ellsworth und Johnson - auf AR. Bekanntlich hat die VR-Gruppe gewonnen, wie spätestens durch die Vorträge von Michael Abrash und Joe Ludwig auf der GDC 2013 klar geworden ist.


Niaxa 22. Mai 2013

Klar, da bin ich auch deiner Meinung, muss aber als Mann eben sagen, dass hier auch die...

bofhl 21. Mai 2013

Waren Sie persönlich dabei, als das oben geschilderte Projekt in die Hose ging? Ich...

xmaniac 21. Mai 2013

Wo tragen die denn den Fernseher auf der Nase?

fratze123 21. Mai 2013

Man spendet und bekommt dafür ein Versprechen, was gehalten wird oder auch nicht.

snooopy365 20. Mai 2013

Klar Videosoftware kann das.... aber nicht live, trotz 12 Kernen usw. ;)

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