Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Bankraub des 21. Jahrhunderts funktioniert ohne Waffen.
Ein Bankraub des 21. Jahrhunderts funktioniert ohne Waffen. (Bild: epSos.de/CC BY 2.0)

Carbanak: Kriminelle sollen Millionen durch Bankhacks erbeutet haben

Ein Bankraub des 21. Jahrhunderts funktioniert ohne Waffen.
Ein Bankraub des 21. Jahrhunderts funktioniert ohne Waffen. (Bild: epSos.de/CC BY 2.0)

Hacker sollen angeblich Hunderte Millionen US-Dollar von über 100 Banken in 30 Ländern erbeutet haben. Kaspersky Lab berichtet, dass dabei die Rechner von Bankangestellten durch Malware über E-Mail-Links verseucht und dann ihre PCs ausspioniert und fernbedient worden seien.

Anzeige

Es soll ein Bankbetrug im großen Stil gewesen sein. Innerhalb mehrerer Jahre sollen Kriminelle Banken weltweit um bis zu eine Milliarde US-Dollar geschädigt haben. Dabei wurden gezielt die PCs von Bankangestellten angegriffen, wie Kaspersky Lab berichtet. Interpol, Europol und andere Ermittlungsbehörden sind an der Aufklärung beteiligt. Die New York Times hatte zuerst über den "virtuellen Bankraub" berichtet.

  • Weltweit sind Banken von Carbanak getroffen worden. (Bild: Kaspersky Lab)
  • Die Spuren, die Carbanak hinterließ (Bild: Kaspersky Lab)
  • So gingen die Cybergangster vor. (Bild: Kaspersky Lab)
So gingen die Cybergangster vor. (Bild: Kaspersky Lab)

Die Kriminellen sollen seit zwei Jahren tätig gewesen und Teil einer Bande sein, deren Mitglieder aus Russland, der Ukraine, weiteren Teilen Europas sowie China stammen.

In Ermittlerkreisen wird die Gruppierung Carbanak genannt. Sie attackierte nicht Heimanwender und ihre Homebanking-Aktivitäten oder Geldautomaten-Transaktionen, sondern die Banken selbst, die nach Angaben von Kaspersky Labs ihren Sitz in Deutschland und in der Schweiz sowie in Russland, den USA, China, Ukraine, Kanada, Hongkong, Taiwan, Rumänien, Frankreich, Spanien, Norwegen, Indien, Großbritannien, Polen, Pakistan, Nepal, Marokko, Island, Irland, Tschechien, Brasilien, Bulgarien und Australien haben.

Pro Schadenvorgang sollen bis zu 10 Millionen US-Dollar erbeutet worden sein. Jeder Angriff soll nach den Informationen von Kaspersky Labs, die den "Überfall" publik gemacht haben, etwa 2 bis 4 Monate gedauert haben. Dabei mussten die Täter mehrere Hürden überwinden. Zum einen musste erst einmal der passende Mitarbeiter ausfindig gemacht werden, sein Rechner durch eine E-Mail infiziert, dann das Netzwerk mit Hilfe der Malware überwacht, das Verhalten der Mitarbeiter ausspioniert und schließlich der eigentliche Betrug durchgeführt werden.

Spear-Phishing und Videoüberwachung gegen Bankangestellte

Die Methode nennt sich Spear-Phishing und erfordert erheblich mehr Aufwand als eine normale Phishing-Attacke, weil sie zielgerichtet auf das Opfer zugeschnitten wurde. Dabei wird Vertrauen zur Zielperson aufgebaut und ein E-Mailverkehr initiiert, der letztlich dazu dient, dass ein Link zu einer Malware angeklickt wird, die den Kriminellen dann weitere Möglichkeiten gibt, ihren eigentlichen Angriff durchzuführen.

Nach Informationen von Kaspersky Labs wurde dann der für die Videoüberwachung zuständige Rechner der Administratoren aufgespürt und übernommen, um die Bildschirme der Angestellten einzusehen. Dabei wurde auch eine Remote-Desktop-Funktion verwendet. Die Kriminellen konnten die Arbeitsweise der Bankangestellten erkennen und imitieren. So kam es auch zu dem Eindruck, die Bank sei gar nicht angegriffen worden.

Kriminelle überwachen Bankangestellte

Die Kriminellen konnten so Online-Banking- oder internationale E-Payment-Systeme nutzen, um Geld abzuzweigen und auf die Konten anderer Banken zu überweisen. Selbst in Buchhaltungssystemen wurde gearbeitet: Die Angreifer erhöhten Saldi und überwiesen danach die "überschüssigen" Mittel auf andere Konten. So wurde der ursprüngliche Kontobetrag gar nicht angetastet. Auch Geldautomaten sollen angewiesen worden sein, zu bestimmten Zeiten Auszahlungen vorzunehmen. Genaue Details wurden - wohl auch aus Gründen der Geheimhaltung - nicht veröffentlicht. Unklar ist, wie die Sicherheitssysteme der Banken überwunden und vor allem die interne Kontrolle so lange überlistet werden konnte.

"Diese Attacken unterstreichen wieder einmal, dass Kriminelle jede Schwachstelle in jedem System ausnutzen werden. Klar wird zudem: Es gibt keine Branche, die immun gegen Attacken ist. Sicherheitsabläufe müssen ständig überprüft werden", so Sanjay Virmani, Direktor des Interpol Digital Crime Centre.

Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens sind Spuren von Carbanak im Verzeichnis "\Windows\catalogue" zu finden. Dort befindet sich das Tool Paexec. Zudem sollen sich Dateien mit der Erweiterung ".bin" in den Verzeichnissen "all users\%AppData%\Mozilla" oder in "c:\ProgramData\Mozilla" befinden. Dazu ist eine svchost.exe in "Windows\System32\com\catalogue" oder "Windows\Syswow64\com\catalogue" zu finden. In den aktiven Diensten sollte der Admin ebenfalls nachsehen. Dort versucht sich ein Dienst zu tarnen, der an vollkommen reguläre Namen von Diensten ein "sys" anhängt. Läuft der vollkommen normale Dienst "aspnet" wird beispielsweise eine Instanz von "aspnetsys" gestartet.


eye home zur Startseite
__destruct() 16. Feb 2015

Was meinst du damit? Ich habe gerade in einem golem.de-Artikel das Wort "Havana" auch mit...

mg4711 16. Feb 2015

Die im Artikel beschriebenen Ordner sehen irgendwie falsch aus: "all users\%AppData...

thinkagain 16. Feb 2015

Regierung die beteuert Terrorismus das ist klar. Mehr Überwachung. Aufstachlung. Neue...

DaObst 16. Feb 2015

Finanzterrorismus? Dafür müssen wir keinem Russen oder Chinesen was in die Schuhe...

plutoniumsulfat 16. Feb 2015

Ein altbekanntes Problem in der gesamten IT. Erstmal sieht man nur Kosten, aber die...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BLANCO GmbH + CO KG, Oberderdingen
  2. Daimler AG, Kamenz
  3. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen bei München
  4. GK Software AG, Schöneck, Berlin, St. Ingbert, Köln und Barsbüttel


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 02.08.
  2. 209,99€/219,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 399,00€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 02.08.

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Tipps für IT-Engagement in Fernost
  2. Mehr dazu im aktuellen Whitepaper von Bitdefender
  3. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Olympia

    Kann der Hashtag #Rio2016 verboten werden?

  2. Containerverwaltung

    Docker für Mac und Windows ist einsatzbereit

  3. Drosselung

    Telekom schafft wegen intensiver Nutzung Spotify-Option ab

  4. Quantenkrytographie

    Chinas erster Schritt zur Quantenkommunikation per Satellit

  5. Sony

    Absatz der Playstation 4 weiter stark

  6. Gigafactory

    Teslas Gigantomanie in Weiß und Rot

  7. Cloud-Speicher

    Amazon bietet unbegrenzten Speicherplatz für 70 Euro im Jahr

  8. Rechtsstreit

    Nvidia zahlt 30 US-Dollar für 512 MByte

  9. Formel E

    Die Elektrorenner bekommen einen futuristischen Frontflügel

  10. Familienmediathek

    Google lässt gekaufte Play-Store-Inhalte teilen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

Huawei Matebook im Test: Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
Huawei Matebook im Test
Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
  1. Netze Huawei steigert Umsatz stark
  2. Huawei Österreich führt Hybridtechnik ein
  3. Huawei Deutsche Telekom testet LTE-V auf der A9

Xiaomi Mi Band 2 im Hands on: Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
Xiaomi Mi Band 2 im Hands on
Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
  1. Mi Notebook Air Xiaomi steigt mit Kampfpreisen ins Notebook-Geschäft ein
  2. Xiaomi Hugo Barra verkündet Premium-Smartphone
  3. Redmi 3S Xiaomis neues Smartphone kostet umgerechnet 95 Euro

  1. Re: Will man den Hashtag...

    Gucky | 15:54

  2. Laut Winfuture wollen die sogar das Wort "Sommer...

    HiddenX | 15:53

  3. Re: Berichte über Elon Musk

    Sebbi | 15:52

  4. Re: eine stadt und ein jahr -.-

    ibsi | 15:52

  5. Re: Fußball verbieten

    Prypjat | 15:52


  1. 14:28

  2. 13:00

  3. 12:28

  4. 12:19

  5. 12:16

  6. 12:01

  7. 11:39

  8. 11:23


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel