Abo
  • Services:
Anzeige
Tor-Nutzer müssen viele Captchas lösen.
Tor-Nutzer müssen viele Captchas lösen. (Bild: Screenshot Golem.de)

Captchas: Cloudflare bezeichnet 94 Prozent des Tor-Traffics als böse

Tor-Nutzer müssen viele Captchas lösen.
Tor-Nutzer müssen viele Captchas lösen. (Bild: Screenshot Golem.de)

Geht von Tor-Nutzern eine Gefahr aus? Das sagt zumindest Cloudflare und präsentiert Tor-Nutzern immer neue Captchas. Jetzt haben beide Seiten in dem Streit nachgelegt.

Das Tor-Projekt und Cloudflare, ein Anbieter von Content-Delivery-Networks und DDoS-Schutzlösungen, streiten sich seit längerem um Captchas, die Nutzer des Tor-Browsers regelmäßig lösen müssen. Tor spricht von einer "Blockade" legitimer Nutzer, Cloudflare hingegen bezeichnet die Maßnahmen als Notwendigkeit, weil über Tor zahlreiche bösartige Anfragen abgewickelt würden. Jetzt haben beide Seiten in Blogposts nachgelegt.

Anzeige

In dem Blogpost behauptet Cloudflare-CEO Matthew Prince nun, dass 94 Prozent des Traffics, den Cloudflare-Kunden aus dem Tor-Netzwerk erhalten, bösartig sei. Damit sei nicht gemeint, dass Nutzer auf kontroverse Inhalte zugreifen wollten, vielmehr handele es sich um automatisierte Anfragen, um Cloudflare-Kunden zu schaden, schreibt das Unternehmen. Das könnte Kommentar-Spam, das automatisierte Scannen von Sicherheitslücken und Login-Scanning sein, schreibt Cloudflare. Zahlen des eigenen Honeypot-Projekts sollen belegen, dass 18 Prozent der weltweiten Spam-E-Mails mit dem automatisierten "Ernten" von E-Mail-Adressen durch Bots im Tor-Netzwerk ihren Anfang nehmen würden.

Schlechte Reputation für viele Exit-Nodes

Jede IP-Adresse bekommt von Cloudflare einen "Reputation Score" zugewiesen, also eine Art Vertrauensranking. Werden von einer IP-Adresse regelmäßig verdächtige Aktionen durchgeführt, müssen Nutzer mit dieser IP künftig Captchas lösen, um eine durch Cloudflare geschützte Webseite ansehen zu können. Je nach Anbieter können auch mehrere hintereinandergeschaltete Captchas auftauchen. Cloudflare behauptet, IP-Adressen aus dem Tor-Netzwerk grundsätzlich nicht anders zu behandeln als gewöhnliche IPs - nur würden diese halt von vielen Nutzern geteilt und es gebe häufig bösartigen Traffic. Alternativ kann Cloudflare auch über Javascript ermitteln, ob ein Besucher bösartig ist oder nicht - doch viele Tor-Browser-Nutzer haben Javascript aus Sicherheitsgründen oder um Fingerprinting zu vermeiden, deaktiviert.

Das Tor-Projekt zweifelt die von dem Unternehmen präsentierten Zahlen an. Tatsächlich ist nicht ganz klar, wie Cloudflare die 94 Prozent berechnet - Details dazu gibt das Unternehmen bislang nicht preis. Jens Kubieziel vom Tor-Servers-Projekt sagt dazu: "Wenn der Anteil bösartigen Traffics wirklich so hoch wäre, würden wir mit dem Beantworten von Abuse-Mails gar nicht hinterherkommen. Dem ist aber nicht so." Das Tor-Projekt vermutet daher, dass der gesamte Traffic, der Cloudflare über einen schlecht eingestuften Exit-Node erreicht, als bösartig bewertet wird. Nachprüfen lässt sich das derzeit nicht.

80 Prozent der Exit Nodes sollen gesperrt sein

Tor bezieht sich in seiner Kritik von Cloudflares Vorgehen vor allem auf eine wissenschaftliche Studie [PDF], in der untersucht wurde, ob und wie Tor-Nutzer auf den Alexa-Top-1000-Seiten diskriminiert werden. Demnach seien 80 Prozent der öffentlichen Exit-Node-IPs mit einer Strafe belegt. Kritisch sieht Tor dabei vor allem, dass offenbar nur wenige bösartige Verbindungen von einer IP innerhalb von 30 Tagen ausreichen, um die Captchas zu aktivieren. "Cloudflare scheint anders mit Tor-Traffic umzugehen als andere Anti-DDoS-Anbieter", sagt Kubieziel. "Ich habe den Eindruck, dass sie sich sehr viel Zeit lassen, um einmal gesperrte IPs wieder freizuschalten." Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch die Autoren der bereits erwähnten Studie: Eine Freischaltung der IPs bei Ausbleiben von bösartigem Traffic sei jedoch im Studienzeitraum nicht erfolgt. Tatsächlich dürfte es für die Forscher aber nur schwer möglich sein einzuschätzen, inwiefern der Traffic tatsächlich gutartig oder bösartig ist.

Cloudflare-Mitarbeiter surfen mit Captchas 

eye home zur Startseite
berritorre 08. Apr 2016

Da du hier im Golem-Forum liest und postest bist du sicher kein "Otto-Normal...

chefin 05. Apr 2016

@Helites Was ein Blödsinn. Man in the Middle würde heisen das ein Dritter lauscht dem ich...

Rulf 05. Apr 2016

mich mit einem captcha belästigen zu müssen, hat der sich geschnitten...die seiten werden...

Niantic 05. Apr 2016

[ ] du hast den sinn von tor verstanden Du bist teil des problems für unsere freiheit

Vertex 05. Apr 2016

Auch nett: Manche Seiten lagern Bilder auf CDNs aus. Die Seite an sich nutzt nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays AG, Hamburg
  2. SICK AG, Reute bei Freiburg im Breisgau
  3. Diehl AKO Stiftung & Co. KG, Wangen im Allgäu
  4. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Gigabyte-Mainboards
  2. und Civilization VI gratis erhalten
  3. beim Kauf einer GeForce GTX 1070 und GTX 108

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie
  2. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes
  3. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation


  1. Test

    Mobiles Internet hat viele Funklöcher in Deutschland

  2. Kicking the Dancing Queen

    Amazon bringt Songtexte-Funktion nach Deutschland

  3. Nachruf

    Astronaut John Glenn stirbt im Alter von 95 Jahren

  4. Künstliche Intelligenz

    Go Weltmeisterschaft mit Menschen und KI

  5. Redox OS

    Wer nicht rustet, rostet

  6. Star-Wars-Fanfilm

    Luke und Leia fliegen übers Wasser

  7. Sony

    Screen für Android Auto und Carplay kommt für 500 Euro

  8. Patent

    Samsung zeigt konkrete Idee für faltbares Smartphone

  9. Smarter Lautsprecher

    Google will Home intelligenter machen

  10. Samsung 960 Evo im Test

    Die NVMe-SSD mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google, Apple und Mailaccounts: Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen
Google, Apple und Mailaccounts
Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen
  1. Bugs in Encase Mit dem Forensik-Tool die Polizei hacken
  2. Red Star OS Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux
  3. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit

Steep im Test: Frei und einsam beim Bergsport
Steep im Test
Frei und einsam beim Bergsport
  1. PES 2017 Update mit Stadion und Hymnen von Borussia Dortmund
  2. Motorsport Manager im Kurztest Neustart für Sportmanager
  3. NBA 2K17 10.000 Schritte für Ingame-Boost

Kosmobits im Test: Tausch den Spielecontroller gegen einen Mikrocontroller!
Kosmobits im Test
Tausch den Spielecontroller gegen einen Mikrocontroller!
  1. HiFive 1 Entwicklerboard mit freiem RISC-Prozessor verfügbar
  2. Simatic IoT2020 Siemens stellt linuxfähigen Arduino-Klon vor
  3. Calliope Mini Mikrocontroller-Board für deutsche Schüler angekündigt

  1. Re: Teilzeit Mitbeteiligter hier, AMA!

    pythoneer | 14:35

  2. Re: Wie Prüfen?

    My1 | 14:34

  3. Re: überlebenswichtige Technologien...

    Kleine Schildkröte | 14:34

  4. Re: Jetzt braucht es nur eine Definition von...

    sfe (Golem.de) | 14:34

  5. Re: Das Gerichtswesen gehört renoviert

    My1 | 14:33


  1. 14:19

  2. 13:48

  3. 13:37

  4. 12:30

  5. 12:01

  6. 11:35

  7. 11:31

  8. 10:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel