Bundesregierung: Deutsche Geheimdienste können PGP entschlüsseln
(Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Bundesregierung Deutsche Geheimdienste können PGP entschlüsseln

Die Bundesregierung erklärt, dass ihre Geheimdienste grundsätzlich in der Lage sind, PGP und Secure Shell zumindest teilweise zu entschlüsseln. Genutzt zur Überwachung würden Anwendungen der deutschen Firmen Utimaco, Ipoque und Trovicor, berichten Bundestagsabgeordnete. Doch die Aussagen sind schwammig und die Verschlüsselung in PGP ist mathematisch nicht entschlüsselt.

Anzeige

Die Bundesregierung behauptet, die deutschen Geheimdienste seien in der Lage, PGP zu entschlüsseln. Das geht aus der Antwort (PDF) auf eine Kleine parlamentarische Anfrage von Abgeordneten der Partei Die Linke hervor.

Im April 2012 wurde berichtet, dass die deutschen Geheimdienste im Jahr 2010 nach eigenen Angaben die Inhalte von über 37 Millionen E-Mails nach 16.400 Suchbegriffen durchsucht haben. Das ergab ein Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG), ein Ausschuss des Bundestages zur Überwachung der Geheimdienste Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und Militärischer Abschirmdienst (MAD), über den die Bild-Zeitung zuerst berichtete. Die Dienste dürfen den elektronischen Datenverkehr unter anderem im Rahmen der Terrorabwehr durchforsten. Ähnliches gilt für das Zollkriminalamt (ZKA), das auch entsprechende nachrichtendienstliche Befugnisse hat.

Eine der Fragen von Andrej Hunko, Jan Korte und anderen Abgeordneten lautete: "Ist die eingesetzte Technik auch in der Lage, verschlüsselte Kommunikation (etwa per SSH oder PGP) zumindest teilweise zu entschlüsseln und/oder auszuwerten?"

"Bundesregierung schürt weiteres Misstrauen"

Die Antwort der Bundesregierung lautet: "Ja, die eingesetzte Technik ist grundsätzlich hierzu in der Lage, je nach Art und Qualität der Verschlüsselung."

Eine starke Verschlüsselung mit PGP gilt als sicher, wenn es Angreifern nicht gelingt, den privaten geheimen Schlüssel, den nur der Empfänger besitzt, und sein Kennwort zu stehlen. Korte dazu: "Die Antwort der Bundesregierung schürt weiteres Misstrauen zur Verwendung sicherer Kommunikationstechniken." Es würden Anwendungen der deutschen Firmen Utimaco, Ipoque oder Trovicor genutzt, um möglichst tief in die private Kommunikation einzudringen.

Das Ausmaß der elektronischen Überwachung durch die deutschen Geheimdienste sei vermutlich noch viel größer als bislang angenommen. "Denn die vier Provider sind gegenüber dem Bundesnachrichtendienst zur vollständigen Übergabe aller Daten verpflichtet", erklärten Korte und Hunko.

Wesentliche Informationen zu der E-Mail-Überwachung würden in der Geheimschutzstelle des Bundestages hinterlegt und damit der öffentlichen Diskussion entzogen. Abgeordnete dürften die geheim gehaltenen Informationen nicht durch Netzaktivisten, Bürgerrechtler oder Anwälte bewerten lassen, kritisieren die Fragesteller.


Something to Fear 02. Jul 2014

"Warum so wenige verschlüsseln, warum Verschlüsselung der e-mails egal ist, warum die IT...

hardwerker 12. Jan 2014

Nein, gerade heute sind die mit einem otp verbundenen Aufgabenstellungen leichter zu...

NeverDefeated 27. Mai 2012

Wie weit sich der deutsche Geheimdienst an geltendes Recht und Gesetze hält sollte jedem...

tooth 25. Mai 2012

das soll keine Hürde mehr sein? dann entschlüsseln Sie mir doch bitte mal 42.

Replay 25. Mai 2012

Niemand wie je mehr als 640 kb Speicher brauchen. Und es ist unmöglich, daß der Mensch...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektleiter/-in
    asim, Waiblingen
  2. Softwareentwickler (m/w)
    BayWa r.e. Solarsysteme GmbH, Tübingen
  3. Referent (m/w) Testmanagement
    ING-DiBa AG, Frankfurt
  4. Ingenieurin / Ingenieur Elektrotechnik / Informationstechnik / Informatik
    Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: 3 TV-Staffeln für 25 EUR
    (u. a. Firefly, Das Adlon, Mad Men, Family Guy, Wolfblood)
  2. GRATIS: Kampf der Titanen HD-Film kostenlos bei Google Play
    0,00€
  3. NEU: Amazon Last-Minute-Angebote Tag 6: Games, Blu-ray, Technik

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Story Mode

    Telltale arbeiten an Minecraft-Episodenabenteuer

  2. Deutscher Entwicklerpreis 2014

    Lords of the Fallen schafft eines von drei Triples

  3. General vor dem NSA-Ausschuss

    Der Feuerwehrmann des BND

  4. Outcast 1.1

    Technisch überarbeiteter Klassiker bei Steam und GOG

  5. Microsoft

    Webbrowserauswahl in Windows ist abgeschafft

  6. Streaming

    Netflix schließt Offline-Videos kategorisch aus

  7. KDE Applications 14.12

    Erste Frameworks-5-Ports der KDE-Anwendungen erschienen

  8. Spearfishing

    Icann meldet Einbruch in seine Server

  9. Amiibos

    Zubehör für Super Smash Bros wird rar und teuer

  10. x86-64-Architektur

    Fehler im Linux-Kernel kann für Abstürze ausgenutzt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Security: Smarthomes, offen wie Scheunentore
Security
Smarthomes, offen wie Scheunentore
  1. Software-Plattform Bosch und Cisco gründen Joint Venture für Smart Home
  2. Pantelligent Die funkende Bratpfanne
  3. Smarthome Das intelligente Haus wird nie fertig

Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

E-Mail-Ausfall in München: Und wieder wars nicht Limux
E-Mail-Ausfall in München
Und wieder wars nicht Limux
  1. Öffentliche Verwaltung Massiver E-Mail-Ausfall bei der Stadt München
  2. Limux Kopf einziehen und über Verschwörung tuscheln
  3. Limux Windows-Rückkehr würde München Millionen kosten

    •  / 
    Zum Artikel