Anzeige
Bundesdatenschützer Peter Schaar
Bundesdatenschützer Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Bundesdatenschützer: "Alle Daten der Elena-Arbeitnehmerdatenbank sind gelöscht"

Bundesdatenschützer Peter Schaar
Bundesdatenschützer Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Die Elena-Datensätze mit einem Volumen von 2 TByte sollen mit einem Verfahren zur Löschung von Staatsgeheimnissen vernichtet worden sein. Doch Bürgerrechtler fragen nach Elena-Daten bei anderen Behörden und Nachfolgeprojekten.

Laut Bundesdatenschützer Peter Schaar sind alle Daten in der Arbeitnehmerdatenbank Elena gelöscht. Das gab das Büro von Schaar am 16. April 2012 bekannt. Die 700 Millionen Datensätze des elektronischen Entgeltnachweises (Elena) seien schon vorher nicht mehr zugänglich gewesen, weil Schaar im Dezember 2011 den Datenbankhauptschlüssel vernichtet hatte.

Anzeige

Die Chipkarten, die den Zugriff auf die verschlüsselt gespeicherten Entgeltdaten von mehr als 35 Millionen Arbeitnehmern ermöglichten, seien zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überschrieben und geschreddert worden.

Damit galten die Datensätze zwar juristisch bereits als gelöscht, doch hätten sich laut Schaar alle Beteiligten darauf verständigt, die Daten auch physikalisch zu löschen. "Zu diesem Zweck wurden Verfahren entwickelt, die den Sicherheitsstandards für die Löschung staatlicher Geheimnisse entsprechen", erklärte ein Sprecher von Schaars Büro.

Seit dem 1. Januar 2010 waren die Arbeitgeber verpflichtet, die Entgeltdaten ihrer Beschäftigten an eine zur Deutschen Rentenversicherung gehörende Zentrale Speicherstelle (ZSS) zu übermitteln. Darin enthalten waren Angaben zu Gehalt, Sozialabgaben, Kündigungsgründe wie Abmahnungen und Angaben zu den Fehlzeiten, auch im Falle von Streiks.

Jedes Jahr stellen die drei Millionen Arbeitgeber in Deutschland etwa 60 Millionen Einkommensbescheinigungen in Papierform aus. Dieser Aufwand sollte durch Elena verringert werden. Am 3. Dezember 2011 trat das Gesetz zur Aufhebung der Elena-Vorschriften in Kraft. Zu der Zeit lag die Anzahl der gespeicherten Datensätze bei 665.597.021. Sie belegten einen Speicherplatz von 2 TByte.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hatte am 16. November 2011 kritisiert, dass es außerhalb der ZSS für das Elena-Verfahren angelegte Personendatenbanken gebe. Alleine rund 120.000 Versicherungskonten seien so beispielsweise bei den Rentenversicherungsträgern entstanden. Diese müssten ebenfalls gelöscht werden. Unklar sei auch, in welchen weiteren Behörden derartige Datensammlungen angelegt worden seien.

Elena kostete mehrere hundert Millionen Euro

"Elena war eines von vielen größenwahnsinnigen IT-Projekten", sagte Jan Korte vom Vorstand der Partei Die Linke. Mehrere hundert Millionen Euro seien so verpulvert worden. Die Löschung aller dort gespeicherten personenbezogenen Daten sei auch ein großer Erfolg der Bürgerrechtsbewegung. "Nun müssen auch alle Pläne für Nachfolgeprojekte offengelegt werden", forderte Korte.

Die Ankündigungen der Bundesregierung, nun nach einem Konzept suchen zu wollen, mit dem die bereits bestehende Infrastruktur für ein einfacheres Meldeverfahren in der Sozialversicherung genutzt werden könnte, könne durchaus auch als Drohung verstanden werden, warnte Korte.


eye home zur Startseite
Anonymer Nutzer 17. Apr 2012

das problem wurde offenbar nicht verstanden. es ist natürlich kein problem sachen in den...

Gaijin666 17. Apr 2012

"...Kündigungsgründe wie Abmahnungen und Angaben zu den Fehlzeiten, auch im Falle von...


Telemedicus / 22. Apr 2012



Anzeige

Stellenmarkt
  1. HORNBACH Baumarkt AG, Neustadt an der Weinstraße
  2. Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken, Freiburg, Heilbronn, Heidelberg
  3. Vodafone D2 GmbH, Düsseldorf
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 169,99€
  2. 209,99€/219,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Layer-2-Bitstrom

    Bundesagentur fordert 100-MBit/s-Zugang für 19 Euro

  2. Thomson Reuters

    Terrordatenbank World-Check im Netz zu finden

  3. Linux-Distribution

    Ubuntu diskutiert Ende der 32-Bit-Unterstützung

  4. Anrufweiterschaltung

    Bundesnetzagentur schaltet falsche Ortsnetznummern ab

  5. Radeon RX 480 im Test

    Eine bessere Grafikkarte gibt es für den Preis nicht

  6. Overwatch

    Ranglistenspiele mit kleinen Hindernissen

  7. Fraunhofer SIT

    Volksverschlüsselung startet ohne Quellcode

  8. Axon 7 im Hands on

    Oneplus bekommt starke Konkurrenz

  9. Brexit

    Vodafone prüft Umzug des Konzernsitzes aus UK

  10. Patent

    Apple will Konzertaufnahmen verhindern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus Three im Test: Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
Oneplus Three im Test
Ein Alptraum für die Android-Konkurrenz
  1. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three
  2. Smartphones Oneplus soll keine günstigeren Modellreihen mehr planen
  3. Ohne Einladung Oneplus Three kommt mit 6 GByte RAM für 400 Euro

Mikko Hypponen: "Microsoft ist nicht mehr scheiße"
Mikko Hypponen
"Microsoft ist nicht mehr scheiße"

Prozessor: Den einen Core M gibt es nicht
Prozessor
Den einen Core M gibt es nicht
  1. Elitebook 1030 G1 HPs Core-M-Notebook soll 13 Stunden durchhalten

  1. Re: Warum bauen wie nicht alle aus Beton ?

    AllDayPiano | 06:40

  2. Re: bei den Preisen...

    Sharra | 06:19

  3. Warum jetzt auf ein mal?

    Sharra | 06:13

  4. Re: 32bit gehen in Ordnung...

    Kleine Schildkröte | 06:07

  5. Re: Was, nur 200Mbit??

    Ovaron | 05:30


  1. 18:14

  2. 18:02

  3. 16:05

  4. 15:12

  5. 15:00

  6. 14:45

  7. 14:18

  8. 12:11


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel