Abo
  • Services:
Anzeige
Das Unternehmen RSA warnt vor seinem eigenen Produkt BSafe.
Das Unternehmen RSA warnt vor seinem eigenen Produkt BSafe. (Bild: RSA Security)

BSafe: RSA Security warnt vor NSA-Zufallsgenerator

Der umstrittene Zufallsgenerator Dual_EC_DRBG wurde von der BSafe-Bibliothek als Standardeinstellung genutzt. Jetzt warnt deren Hersteller RSA Security davor.

Anzeige

Das von dem Kryptologen Ron Rivest gegründete Unternehmen RSA Security warnt seine Kunden vor der Nutzung seiner eigenen Bibliotheken. Das Verschlüsselungstoolkit BSafe, das standardkonforme Kryptographieoperationen anbietet und von zahlreichen kommerziellen Programmen genutzt wird, nutzt in der Standardeinstellung den Zufallszahlengenerator Dual_EC_DRBG. Inzwischen sind sich Kryptographen fast sicher, dass Dual_EC_DRBG eine Hintertür der NSA enthält.

Vorige Woche warnte schon die US-Standardisierungsbehörde Nist vor ihrem eigenen Standard Dual_EC_DRBG. Dass Dual_EC_DRBG möglicherweise eine Hintertür besitzt, ist grundsätzlich nichts Neues. Bereits 2007 hatten die Microsoft-Mitarbeiter Dan Shumow und Niels Ferguson darüber spekuliert. Das hinderte Microsoft nicht daran, den fragwürdigen Algorithmus in der Verschlüsselungsbibliothek von Windows anzubieten.

Auch OpenSSL unterstützt Dual_EC_DRBG. Allerdings muss sowohl bei OpenSSL als auch bei der Windows-eigenen Kryptographiebibliothek Schannel der fragwürdige Zufallszahlengenerator explizit ausgewählt werden, um genutzt werden zu können. BSafe hingegen nutzt ihn grundsätzlich, um kryptographische Operationen wie etwa die Erstellung eines RSA-Schlüssels durchzuführen.

Laut RSA Security wird BSafe in Tausenden von kommerziellen Produkten eingesetzt, die Umstellung auf andere Algorithmen dürfte also einige Zeit dauern. Das Advisory wurde nur kommerziellen Kunden von RSA Security zugestellt und findet sich nicht auf der Homepage des Unternehmens, es ist aber vom Magazin Wired veröffentlicht worden.

Dual_EC_DRBG ist Teil der sogenannten FIPS-Standards. Viele Hersteller sind aufgrund von rechtlichen Vorschriften dazu verpflichtet, FIPS-Standards umzusetzen. Das dürfte auch der wichtigste Grund dafür sein, dass Dual_EC_DRBG überhaupt in Kryptographieprodukten zu finden ist.

Der Kryptograph Matthew Green beschreibt in seinem Blog im Detail die Probleme von Dual_EC_DRBG. Dual_EC_DRBG ist deutlich langsamer als andere Zufallsgeneratoren, da er auf elliptischen Kurven basiert, also algebraischen Verfahren, die eigentlich eher in der Public-Key-Kryptographie genutzt werden. Das sei allerdings, sagt Green, prinzipiell durchaus sinnvoll, denn es sei möglich, die Sicherheit solcher Verfahren unter bestimmten Annahmen mathematisch zu beweisen. Nur habe das Nist es versäumt, einen solchen Beweis mitzuliefern.

Dass Dual_EC_DRBG Schwächen habe, sei schon kurz nach der Veröffentlichung klargeworden - noch bevor Ferguson und Shumow auf die Möglichkeit einer Hintertür hingewiesen haben.


eye home zur Startseite
Endwickler 23. Sep 2013

Ja, sie selber scheinen dieses Bild unbedingt vermitteln zu wollen.


Tobbis Blog / 25. Sep 2013



Anzeige

Stellenmarkt
  1. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Neu-Ulm, Friedrichshafen
  2. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Neu-Ulm, Lindau
  3. Optica Abrechnungszentrum Dr. Güldener GmbH, Stuttgart
  4. IVU Traffic Technologies AG, Berlin, Aachen


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Interstellar 8,99€, Django Unchained 8,99€, Das Leben des Brian 7,99€)
  2. 5,49€
  3. (u. a. Lone Survivor, Riddick, Homefront, Wild Card, 96 Hours Taken 2)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Kritische Bereiche der IT-Sicherheit in Unternehmen
  2. Sicherheitskonzeption für das App-getriebene Geschäft
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Honor 8

    Dual-Kamera-Smartphone kostet ab 400 Euro in Deutschland

  2. Eigengebote

    BGH verurteilt Preistreiber zu hohem Schadenersatz

  3. IDE

    Kdevelop 5.0 nutzt Clang für Sprachunterstützung

  4. Hybridluftschiff

    Airlander 10 landet auf der Nase

  5. Verschlüsselung

    Regierung will nun doch keine Backdoors

  6. Gesichtserkennung

    Wir fälschen dein Gesicht mit VR

  7. Yoga Tab 3 Plus

    Händler enthüllt Lenovos neues Yoga-Tablet

  8. Mobile Werbung

    Google straft Webseiten mit Popups ab

  9. Leap Motion

    Early-Access-Beta der Interaktions-Engine für VR

  10. Princeton Piton

    Open-Source-Chip soll System mit 200.000 Kernen ermöglichen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xfel: Riesenkamera nimmt Filme von Atomen auf
Xfel
Riesenkamera nimmt Filme von Atomen auf
  1. US Air Force Modifikation der Ionosphäre soll Funk verbessern
  2. Teilchenbeschleuniger Mögliches neues Boson weist auf fünfte Fundamentalkraft hin
  3. Materialforschung Glas wechselt zwischen durchsichtig und schwarz

Next Gen Memory: So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
Next Gen Memory
So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
  1. Arbeitsspeicher DDR5 nähert sich langsam der Marktreife
  2. SK Hynix HBM2-Stacks mit 4 GByte ab dem dritten Quartal verfügbar
  3. Arbeitsspeicher Crucial liefert erste NVDIMMs mit DDR4 aus

Wiper Blitz 2.0 im Test: Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
Wiper Blitz 2.0 im Test
Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
  1. Warenzustellung Schweizer Post testet autonome Lieferroboter
  2. Lockheed Martin Roboter Spider repariert Luftschiffe
  3. Kinderroboter Myon Einauge lernt, Einauge hat Körper

  1. 400¤ = günstig?

    Fabo | 19:41

  2. 450¤

    Ebola | 19:40

  3. Hab tatsächlich nach dem Bezug zu Yoga gesucht

    Proctrap | 19:36

  4. Re: Das wird Konsequenzen haben

    Emulex | 19:32

  5. Re: Bitte umtaufen: "Noselander"

    tingelchen | 19:30


  1. 19:21

  2. 17:12

  3. 16:44

  4. 16:36

  5. 15:35

  6. 15:03

  7. 14:22

  8. 14:08


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel