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Browser: Warum Webkit kein Allheilmittel ist
(Bild: Webkit)

Mozilla erteilt Webkit eine Absage

Das bedeute aber nicht, dass auch Mozilla darüber nachdenkt, seine eigene Rendering-Engine Gecko zugunsten von Webkit aufzugeben, macht Eich deutlich. Denn Mozilla unterscheide sich grundlegend von allen anderen Browserherstellern. Zum einen sei eine Browser-Monokultur auf Basis von Webkit nicht mit Mozillas Zielen, für ein offenes Web zu sorgen, vereinbar. Zum anderen stecke Mozilla in einer ganz anderen Situation als Opera.

Opera hat auf dem Desktop einen recht kleinen Marktanteil und ist vor allem auf mobilen Geräten weit verbreitet. Allerdings wird Opera in Form von Opera Mini vorzugsweise auf einfachen Feature-Phones genutzt, auf Smartphones dominieren andere Browser. Und aufgrund von Apples Restriktionen ist es Opera auch nicht möglich, einen einheitlichen Browser für die zwei größten Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme anzubieten, es sei denn, Opera wechselt auf Webkit.

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Eich schätzt die Wechselkosten für Opera im Vergleich zu Mozilla recht gering ein. Das liegt vor allem daran, dass ein entscheidendes Merkmal von Mozillas Browser Firefox die große Zahl an Erweiterungen ist, die für den Browser existiert. Und diese Addons, wie auch große Teile des Browsers selbst, sind in XUL geschrieben und werden von Gecko gerendert. Würde Mozilla auf Webkit umsteigen, fielen also all die Erweiterungen weg. Firefox wäre nicht mehr Firefox.

Ein Wechsel würde für Mozilla also vermutlich einige Jahre Stillstand bedeuten, sagt Eich. In der Zeit müsste Mozilla im Geheimen an der Portierung arbeiten. Aber Arbeit im Geheimen passt ebenfalls gar nicht zu Mozilla, laufen bei Mozilla doch alle Entwicklungen offen ab.

Mozilla arbeitet an einer neuen Browser-Engine

Nach Ansicht von Eich liegt die Zukunft ohnehin weder bei Webkit noch bei Gecko. Alle, die heute an Browsern arbeiten, müssten ihre Engines früher oder später an eine neue Generation von Multicore-Systemen aus CPUs und GPUs anpassen, sagt Eich. Er rät daher dazu, schon heute in dieser Richtung zu forschen.

Mozilla arbeitet bereits seit längerem an einer von Grund auf neuen Browser-Engine namens Servo. Diese soll Multi- und Many-Core-Prozessoren sowie GPUs effizient nutzen können. Dazu ist es nach Ansicht von Eich notwendig, sowohl mehrere Threads als auch SIMD (Single instruction, multiple data) in allen Bereichen der Engine zu nutzen.

Geschrieben wird Servo in der ursprünglich von Graydon Hoare entwickelten Programmiersprache Rust, die Mozilla seit einigen Jahren unterstützt.

Browser müssen sich unterscheiden

Auch aus strategischer Sicht schließt Eich einen Wechsel auf Webkit aus. Wenn alle Browser die gleiche Engine nutzten und somit sehr ähnliche Funktionen böten, fände der Wettbewerb zwischen den Browsern primär über deren Verteilung statt. Und hier hätten Unternehmen wie Apple, Google oder Amazon, die ihrerseits Geräte verkaufen, klare Vorteile. Für Mozilla sei es daher der bessere Weg, konsequent auf Web-APIs zu setzen, die manch anderer Browserhersteller eher zurückhält, um Entwickler dazu zu bringen, native Apps für ihre eigene Plattform zu entwickeln. Zwar arbeitet auch Mozilla mit Firefox OS an einem Smartphone-Betriebssystem, das aber verzichtet komplett auf native APIs und stellt alle Systemfunktionen über Web-APIs bereit, deren Entwicklung Mozilla im Rahmen des W3C vorantreibt.

Microsoft hat sich aktuell nicht wie Opera zum Wechsel zu Webkit entschlossen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass Microsoft einen Wechsel auf Webkit erwägt. Schließlich hat Microsoft erst vor wenigen Jahren wieder ernsthaft begonnen, an seinem Browser zu arbeiten und seitdem seine Browser-Engine Trident erheblich verbessert. Dabei hat es sogar in Kauf genommen, dass neue Versionen der Engine nicht mehr kompatibel mit älteren Versionen des Internet Explorers sind, wo diese sich nicht mit Webstandards vertragen.

Und eines darf man nicht vergessen: Das W3C besteht darauf, dass für einen Webstandard mindestens zwei unabhängige Implementierungen vorliegen müssen. Je weniger Browser-Engines es gibt, desto schwieriger wird es, neue Standards zu etablieren. Das kommt derzeit Webkit und Gecko zugute, die gemeinsam neue Standards vorantreiben können, auch gegen den Willen einzelner Unternehmen.

 Browser: Warum Webkit kein Allheilmittel ist

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vertigoback 22. Mär 2013

Das stimmt für den individuellen Developer, aber für die Innovationen im Netz - glaube...

crazypsycho 25. Feb 2013

Warum müsste das Unternehmen denn alles erneuern? Es werden regelmässig Patches...

Jacques de... 23. Feb 2013

Vielleicht, weil man Safari so damals nicht geheimhalten hätte können? Jedenfalls...

Neuro-Chef 19. Feb 2013

Ja, der von Mozilla unter Windows. Nimm doch einfach den Build Cyberfox, der ist 64bit.

nf1n1ty 19. Feb 2013

Strg + Shift + O_O Offensichtlicherweise ist das Prinzip der Sidebar nicht bekannt...



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