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Mozillas Technikchef Brendan Eich
Mozillas Technikchef Brendan Eich (Bild: Mozilla)

Brendan Eich Browser als Überwachungsinstrument

Wenn die US-Regierung einen Anbieter wie Lavabit dazu zwingen kann, seine privaten Schlüssel auszuhändigen, um die gesamte Kommunikation von dessen Kunden entschlüsseln zu können und es den Anbietern zugleich verbietet, darüber zu sprechen, wie können wir uns dann sicher sein, dass für Browser nicht etwas Ähnliches gilt?

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Mozillas Technikchef Brendan Eich greift zusammen mit Mozillas Forschungschef Anderas Gal in einem Blogeintrag die Frage auf, inwieweit wir Browsern heute noch vertrauen können. Denn nach aktuellem Kenntnisstand ist es durchaus möglich, dass eine Regierung von den großen Browseranbietern verlangt, eine Hintertür in ihre Software einzubauen, um bei verschlüsselter Kommunikation mitlesen zu können, ohne dass die Nutzer etwas davon mitbekommen, da den betroffenen Herstellern verboten wird, darüber zu reden. Gleiches gelte für praktisch alle Internetdienste.

Zwar gebe es derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass je ein Browserhersteller aufgefordert wurde, irgendeine Überwachungsfunktion in seinen Browser einzubauen, wäre dies aber der Fall, müssten wir davon ausgehen, dass dies nicht öffentlich bekannt ist. Daraus resultiert nach Ansicht von Eich und Gal die Konsequenz, dass keinem Browserhersteller blind vertraut werden kann, einschließlich Mozilla. Schließlich könnten die Browserhersteller gezwungen sein, im Geheimen gegen ihre Prinzipien zu verstoßen, auch wenn sie das gar nicht wollen.

Dennoch gebe es bei Mozillas Browser Firefox im Vergleich zu anderen Browsern einen entscheidenden Unterschied: Firefox ist komplett Open Source. Der Internet Explorer sei hingegen komplett proprietär. Und obwohl die Rendering Engine Webkit und Blink wie Firefox Open Source sind, gelte dies nicht für die Browser Safari und Chrome, da diese eine nennenswerte Menge an Closed-Source-Code enthalten.

Der Fakt, dass ein Browser Open Source ist, reicht aber allein nicht aus. Es bedarf einer unabhängigen Überprüfung, und genau dazu fordert der Mozilla-CTO unabhängige Sicherheitsforscher aus allen Teilen der Welt auf. Sie sollen den Quelltext von Firefox regelmäßig prüfen und die von ihnen selbst daraus erzeugten Binärdateien mit den von Mozilla verteilten vergleichen. Neue Versionen sollen nach Möglichkeit auf diese Weise automatisch geprüft und die Öffentlichkeit alarmiert werden, wenn die von den Forschern aus dem Quellcode erzeugten Dateien von Mozillas offiziell verteilten abweichen.

Eich und Gal hoffen darauf, dass es gelingt, ein solches Prüfsystem auf globaler Ebene mit Teilnehmern aus unterschiedlichen geografischen Regionen sowie politischen und strategischen Interessen und Verbindungen aufzubauen. So würde dann ein Prozess entstehen, der dauerhaft für ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen sorgt. Das gelte vor allem für Plattformen, auf denen der Browser mit Open-Source-Compilern erzeugt werden kann und die selbst Open Source sind, so dass sie sich in gleicher Art und Weise überprüfen lassen, so Eich und Gal, die ausdrücklich auf Linux als Plattform verweisen. Sie merken aber zugleich an, dass auch unter Linux einzelne Komponenten, beispielsweise mancher Grafikkartentreiber, nicht Open Source sind und sich damit nicht entsprechend prüfen lassen.


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