Abo
  • Services:
Anzeige
Breitbandausbau: Bayern kontert Dobrindts Pläne für das schnelle Netz
(Bild: Fred Tanneau/AFP/Getty Images)

Breitbandausbau Bayern kontert Dobrindts Pläne für das schnelle Netz

Die Bundesregierung will weiterhin kein Geld für den Breitbandausbau lockermachen. Bayern stockt hingegen die Förderung um eine halbe Milliarde Euro auf.

Anzeige

Markus Söder und Alexander Dobrindt haben viele Gemeinsamkeiten: Beide waren CSU-Generalsekretär und für ihre schrillen Töne bekannt. Beide sind nun als Minister für den Breitbandausbau zuständig: Söder in Bayern, Dobrindt im Bund. Doch anders als der neue Bundesminister für digitale Infrastruktur kann sein bayerisches Pendant in Sachen Breitbandausbau aus dem Vollen schöpfen. Das bayerische Kabinett hob am Montag die Summe der Fördermittel um 500 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro an. Dobrindt setzt hingegen weiter auf Anreize für Telekomprovider, wie er jüngst in einem Interview sagte.

Dobrindts Ministerium sieht keinen Widerspruch darin, dass der Bund eine Ausbauförderung ablehnt, ein Land wie Bayern hingegen einzelnen Gemeinden bis zu einer Million Euro für schnelles Internet zukommen lassen will. "Die Zuständigkeiten für den Breitbandausbau liegen zunächst einmal bei den Ländern und Kommunen und nicht beim Bund", sagte ein Sprecher auf Anfrage von Golem.de. Die Strategie des Bundes bestehe darin, den Unternehmen bessere Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen. Dobrindt hatte in dem Interview auch angekündigt, eine Netzallianz Digitales Deutschland ins Leben zu rufen. Deren "erste Aufgabe" sei es, den Breitbandausbau zu beschleunigen und den Zugang sicherzustellen. Bis Ostern soll es nach Angaben des Sprechers eine erste Veranstaltung mit Vertretern der Telekommunikationsbranche geben.

Bitkom hält Netzallianz für nicht ausreichend

Innerhalb der Branche stößt der Vorschlag Dobrindts zur Netzallianz nicht gerade auf Begeisterung. Ein solcher runder Tisch könne den Netzausbau zwar fördern, reiche allein aber nicht aus, teilte der Branchenverband Bitkom am Dienstag mit. Selbst der Ausbau der bestehenden Infrastruktur für Geschwindigkeiten von 50 MBit/s sei "in dünn besiedelten Regionen wirtschaftlich kaum machbar", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Für Gigabit-Geschwindigkeiten werde dann ein völlig neues Glasfasernetz notwendig, das in jeden Haushalt reiche.

"Mit der Explosion des Datenverkehrs steigen auch die Kosten für den Netzausbau", sagte Kempf. Wegen der Milliardenkosten für Breitband- und Glasfaserkabel sei der Ausbau eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Wirtschaft und Staat Hand in Hand arbeiten müssen". Kempf schlägt vor, die Erlöse aus künftigen Frequenzversteigerungen vollständig dafür einzusetzen, eine flächendeckende Versorgung mit Superbreitband zu erreichen.

Auch die Landkreise hatten von Dobrindt kürzlich deutlich mehr Fördermittel für den Breitbandausbau verlangt. "Gerade für den ländlichen Raum ist die Breitbandanbindung eine der, wenn nicht mittlerweile sogar die zentrale Infrastruktur", hieß es zur Begründung. Davon lässt sich die große Koalition offenbar weiterhin nicht beeindrucken. Da nicht davon auszugehen ist, dass wirtschaftlich schwächere Länder ebenso viel Geld wie Bayern ausgeben können, droht nicht nur eine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land, sondern auch zwischen einzelnen dünn besiedelten Regionen in Deutschland.

Trotz der unterschiedlichen Strategien haben sich Söder und Dobrindt sehr ähnliche Ziele für den Breitbandausbau gesteckt. "Bayern will bis 2018 ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz schaffen und das modernste Breitband zum Standard machen", teilte Söders Ministerium am Montag weiter mit. Dobrindt will den Koalitionsvertrag umsetzen und bis 2018 ein bundesweites Netz mit 50 MBit/s schaffen. Nach derzeitigem Stand dürfte Söder eher sein Ziel erreichen.


eye home zur Startseite
GastNr1 18. Feb 2014

Warum funktioniert es in andere Länder und nicht in Deutschland? Ich bin gespannt wo das...

TW1920 16. Jan 2014

also in Ismaning (nördlich von München) wird das Fernwärmenetz ausgebaut für Geothermie...

dertester 15. Jan 2014

Lied? ORATORIEN!!!

trust 15. Jan 2014

Theoretisch ja, pratisch nein. So denkend könnte man auch den Sozialstaat abschaffen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Continental AG, Hannover
  2. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  3. Infokom GmbH, Karlsruhe und Bad Nauheim
  4. imbus AG, Norderstedt, Köln, Hofheim am Taunus, München, Möhrendorf


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 36,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 9,99€
  3. 149,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Kartendienst

    Daimler-Entwickler Herrtwich übernimmt Auto-Bereich von Here

  2. Killerspiel-Debatte

    ProSieben Maxx stoppt Übertragungen von Counter-Strike

  3. Mehr Breitband für mich (MBfm)

    Telekom-FTTH kostet über 250.000 Euro

  4. Zuckerbergs Plan geht auf

    Facebook strotzt vor Kraft und Geld

  5. Headlander im Kurztest

    Galaktisches Abenteuer mit Köpfchen

  6. Industrie- und Handelskammern

    1&1 Versatel bekommt Großauftrag für Glasfaser

  7. Chakracore

    Javascript-Engine von Edge-Browser läuft auf OS X und Linux

  8. Kinderroboter Myon

    Einauge lernt, Einauge hat Körper

  9. Passwort Manager

    Lastpass behebt kritische Lücke

  10. Fest angestellt

    Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elementary OS Loki im Test: Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
Elementary OS Loki im Test
Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
  1. Linux-Distribution Ubuntu diskutiert Ende der 32-Bit-Unterstützung
  2. Dells XPS 13 mit Ubuntu im Test Endlich ein Top-Notebook mit Linux!
  3. Aquaris M10 Ubuntu Edition im Test Ubuntu versaut noch jedes Tablet

Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

  1. Re: Typische LKW-Optik

    pierrot | 16:25

  2. Re: Der Attentäter aß leidenschaftlich Brot

    smt | 16:24

  3. Re: Fußball verbieten

    burzum | 16:23

  4. Re: Eine Microsoft-App, die nicht für Windows...

    Nikolai | 16:20

  5. Re: Video Content Diebstahl

    thorsten... | 16:20


  1. 15:58

  2. 15:42

  3. 15:31

  4. 14:42

  5. 14:00

  6. 12:37

  7. 12:29

  8. 12:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel