Brasilien Keine abhörsichere staatliche E-Mail für Deutschland

Das Vorhaben Brasiliens, eine staatliche E-Mail zu schaffen, die vor ausländischen Geheimdiensten geschützt ist, ist kein Vorbild für Deutschland. Das Bundesinnenministerium redet stattdessen über De-Mail.

Anzeige

Der Plan der brasilianischen Regierung, ein staatliches E-Mail-System zu schaffen, das vor dem Zugriff der NSA und anderer ausländischer Geheimdienste sicher ist, ist offenbar kein Vorbild für das Bundesinnenministerium. Stattdessen verweist ein Sprecher auf die De-Mail und zusätzliche End-To-End-Verschlüsselung.

Als Reaktion auf Enthüllungen über die umfassende elektronische Überwachung durch die NSA hatte Brasiliens Kommunikationsminister Paulo Bernardo der Tageszeitung Folha de São Paulo erklärt, dass bis zur zweiten Jahreshälfte 2014 ein nationales E-Mail-System geschaffen werde. Die NSA hatte E-Mails aus der Wirtschaft des Landes und von Staatspräsidentin Dilma Rousseff angegriffen. Bernardo: "Wenn ich Ihnen eine E-Mail sende, möchte ich niemanden darin schnüffeln lassen."

Auf die Frage von Golem.de, "Brasilien will staatlich einen verschlüsselten E-Mail-Dienst anbieten. Dabei geht es wohl um End-To-End-Verschlüsselung, was die De-Mail ja nicht bietet. Ist so etwas nach Prism auch eine Option für die deutsche Bevölkerung?", antwortete ein Sprecher des Innenministeriums: "Es ist aus dem von Ihnen zitierten Artikel nicht ersichtlich und hier auch nicht bekannt, ob der in Brasilien geplante Dienst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorsieht oder andere Verschlüsselungsmechanismen."

Der Zugriff auf zentrale Netzknotenpunkte oder das Abhören von Kabeln wie in Presseartikeln über Prism und Tempora berichtet, betreffe vor allem E-Mail und andere Dienste, die unverschlüsselt Daten über das Internet übertragen. Für einen Schutz vor einem solchen Zugriff sei es entscheidend, dass die Daten während ihrer Übermittlung im Internet verschlüsselt seien.

"Die Kommunikation über De-Mail ist vor einem solchen Zugriff im Gegensatz zur unverschlüsselten Internetkommunikation in besonderer Weise geschützt, da bei De-Mail die Nachrichten auf ihrem Weg durch das Internet - also zwischen Nutzer und De-Mail-Provider sowie zwischen den De-Mail-Providern - immer über einen verschlüsselten Transportkanal übermittelt werden", so der Sprecher. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schütze ebenfalls vor einem solchen Zugriff, erfordere aber auf Seiten der Nutzer die Installation von Soft- und/oder Hardware sowie die Verwaltung von Verschlüsselungszertifikaten und habe sich vor allem aus diesem Grund in der Vergangenheit nicht in der Fläche durchsetzen können. "Versierte Nutzerinnen und Nutzer können bei De-Mail zusätzlich zu der standardmäßigen Transportverschlüsselung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einrichten."

Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik hatte dazu erklärt: "Grundsätzlich begrüßen wir die Möglichkeit eines Kontaktes mit Behörden auf elektronischem Weg. Allerdings bietet die De-Mail in ihrer derzeitigen Form keine wirklich höhere Sicherheit gegenüber der herkömmlichen E-Mail."

Alle De-Mails werden unverschlüsselt zwischengespeichert 

Julius Csar 14. Sep 2013

Jo oder AESload.de mit Textdokumenten.

Arcardy 09. Sep 2013

Und die reden von de mail, weil da nur relevantes verschickt wird.

BadBoy.Shane 09. Sep 2013

HAHA, ich stell mir das grad so vor: Der Mitarbeiter vom BND scrollt ein bisschen auf...

ap (Golem.de) 09. Sep 2013

Bevor es hier richtig beleidigend wird, wurde der Thread geschlossen.

Benjamin_L 08. Sep 2013

Wer's noch nicht gesehen hat: http://www.indiegogo.com/projects/mailpile-taking-e-mail...

Kommentieren



Anzeige

  1. Referent (m/w) Lernmanagementsysteme mit Schwerpunkt IT-Fachkonzeption
    Gothaer Finanzholding AG, Köln
  2. Systemtechniker/-in im Network Management Center
    M-net Telekommunikations GmbH, München
  3. Informatiker/in
    Lechwerke AG, Augsburg
  4. Business Analyst / Projekt Manager (m/w)
    Parts Europe GmbH, Wasserliesch bei Trier

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  2. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  3. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  4. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  5. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  6. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  7. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  8. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  9. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  10. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Digitalkamera: Panono macht Panoramen im Flug
Digitalkamera
Panono macht Panoramen im Flug

Wenn Jonas Pfeil ein Panorama aufnimmt, stellt er nicht Kamera, Stativ und Panoramakopf auf, sondern wirft einen Ball in die Höhe. Um das Panorama anschließend zu betrachten, hantiert er mit einem Tablet. Der Berliner hat Golem.de seine Entwicklung erklärt.

  1. Lytro Illum Neue Lichtfeldkamera für Profis
  2. Nachfolger von Google Glass Google patentiert Kontaktlinsen mit Kameras
  3. Pentax 645Z Mittelformatkamera mit 51 Megapixeln und ISO 204.800

Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Freedesktop-Summit Desktops erarbeiten gemeinsam Wayland und KDBus
  2. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  3. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion

First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. Flappy 48 Zahlen statt Vögel
  2. Deadcore Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux
  3. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman

    •  / 
    Zum Artikel