Bradley Manning: Nicht der Feindbegünstigung, aber der Spionage schuldig
Bradley Manning ist schuldig in 20 von 22 Anklagepunkten. (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

Bradley Manning Nicht der Feindbegünstigung, aber der Spionage schuldig

Bradley Manning ist von dem Vorwurf der Feindbegünstigung freigesprochen worden. Hinsichtlich der Spionagevorwürfe wurde er aber schuldig gesprochen. Dazu hatte Manning selbst ein Schuldgeständnis abgegeben. Über das Strafmaß wird noch verhandelt. Er könnte lebenslang in Haft bleiben.

Anzeige

Bradley Manning ist verurteilt worden. Von dem wesentlichen Vorwurf der Feindbegünstigung wurde er ebenso freigesprochen wie für die Veröffentlichung des sogenannten Collateral-Murder-Videos. Der Spionage wurde er aber für schuldig befunden. Hier hatte Manning zu Beginn des Prozesses ein Teilgeständnis abgelegt. Allerdings droht Manning immer noch eine lebenslange Freiheitsstrafe - insgesamt 136 Jahre. Das Gericht hat Manning in 20 von 22 Anklagepunkten schuldig gesprochen, darunter fünf Mal für Spionage und für die Veröffentlichung der Irak- und Afghanistan-Protokolle. Außerdem ist er des Diebstahls in fünf Fällen und des Computereinbruchs schuldig. In vier Fällen wurde die Anklage abgemildert. Über das Strafmaß wird jetzt verhandelt.

Nach den Abschlussplädoyers am Freitag, dem 26. Juli 2013 hatte sich Richterin Oberst Denise Lind zurückgezogen, um über einen Schuldspruch zu beraten. Lind musste entscheiden, ob Manning der Spionage, der Begünstigung des Feindes und in weiteren Anklagen schuldig ist. Manning hatte selbst beantragt, das Urteil der Richterin zu überlassen und nicht den Geschworenen. In einem Militärgericht wird die Jury bestellt und nicht ausgelost. Der Prozess dauerte etwa acht Wochen.

Spionage und Feindbegünstigung

Nach Artikel 104 des Wehrstrafrechts der USA (Uniform Code of Military Justice) wird Manning die Begünstigung des Feindes vorgeworfen. Allein dafür hätte er zu einer lebenslangen Haft verurteilt werden können. Während des Prozesses hatte die Anklage bereits die Todesstrafe ausgeschlossen, die Manning im Falle der Feindbegünstigung drohte. Manning hatte sich in diesem Punkt aber als nicht schuldig bekannt.

Außerdem wurde ihm Spionage und unerlaubter Besitz in acht Fällen vorgeworfen, darunter für das sogenannte Collateral Murder Video, das einen Hubschrauberangriff im Irak zeigt, bei dem mehrere Zivilisten getötet wurden, sowie weitere Protokolle aus dem Irak und aus Afghanistan. Hier hatte sich Manning in sieben Fällen schuldig bekannt.

Schuldbekenntnis in zehn Fällen

Manning hatte sich zu Beginn des Prozesses in insgesamt 10 von 22 Anklagepunkten schuldig bekannt und für eine minder schwere Strafe plädiert. Dabei spielen Motivation und Auswirkung der Tat eine Rolle. Außerdem können dabei alle Anklagepunkte zusammengefasst werden und ein Gesamtstrafmaß von 10 Jahren ergeben. Die maximale Strafe beträgt 10 Jahre Haft für jeden einzelnen Anklagepunkt. Außerdem wird Manning Diebstahl von US-Eigentum, Computereinbruch und die Installation nicht autorisierter Software in Computernetzwerken vorgeworfen. Erhält er das maximale Strafmaß, drohen ihm 136 Jahre Haft.

Der Ankläger Major Ashden Fein versuchte, in allen Anklagepunkten die jeweilige Höchststrafe für Manning zu erreichen. Er versuchte beispielsweise, dem Gericht den Wert der entwendeten Datenbanken in US-Dollar darzulegen. Für die Protokolle aus dem Irak setzte die Anklage einen Wert von 1,9 Millionen US-Dollar an. Liegt der Wert eines entwendeten Gegenstands unter 1.000 US-Dollar, wird das Vergehen als minder schwerer Fall behandelt.

Vaterlandsverräter 

Schnarchnase 31. Jul 2013

Es geht darum, dass er ihn - wenn ich das richtig verstanden habe - VOR der Verurteilung...

theWhip 31. Jul 2013

Was man ihm höchstens vorwerfen kann ist die illagale Weitergbe von geheim Dokumenten...

twil 31. Jul 2013

Podcast; Verstehen in welchem "Staat" wir leben http://gffstream-2.vo.llnwd.net/c1/m...

Turd 31. Jul 2013

So ist es. Da kannst du mal sehen was für Psychopathen sich in Zirkeln der Macht tummeln.

Schnarchnase 31. Jul 2013

Oder sie einfach missachten. Ich halte es für absolut legitim Gesetze zu missachten die...

Kommentieren



Anzeige

  1. Leiter Delivery IT Services (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, München, Frankfurt/Main, Hamburg oder Berlin
  2. Data Integration Expert (m/w) / Data Modeler (m/w)
    Siemens AG, Munich
  3. Senior ERP Projekt Manager (m/w)
    HSO Enterprise Solutions GmbH, verschiedene Standorte
  4. Senior Software Engineer Mobile (m/w)
    MaibornWolff GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Weiche Landung

    Automatik-Fallschirm für Drohnen

  2. Google Apps for Business

    Sprint steigt bei Googles App-Programm ein

  3. Verkehrsbehörde

    Mitfahrdienst Uber in Hamburg gestoppt

  4. Cyberattacke

    Hacker stiehlt Nutzerdaten von Wall Street Journal und Vice

  5. Quartalsbericht

    Facebook mit hohem Gewinn und starkem Nutzerwachstum

  6. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  7. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  8. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  9. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  10. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel