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Die Linie 204 wird nur noch teilweise mit den neuen E-Bussen betrieben.
Die Linie 204 wird nur noch teilweise mit den neuen E-Bussen betrieben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Bombardier Primove: Ausfälle beim Berliner Induktionsbus

Die Linie 204 wird nur noch teilweise mit den neuen E-Bussen betrieben.
Die Linie 204 wird nur noch teilweise mit den neuen E-Bussen betrieben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Schon in den ersten Tagen fielen regelmäßig Fahrten aus, nun sind Fahrzeuge wegen Batterieschäden außer Dienst: Der holprige Start des Testbetriebs von Bombardiers Primove-Technik in Berliner Induktionsbussen wäre verständlich - würden die Fahrgäste nicht so schlecht informiert.

Ein Blick auf die Livekarte des Berliner E-Bus-Projekts offenbart es: Von den eigentlich drei E-Bus-Umläufen des 204ers fahren nur zwei elektrisch. Wie der Berliner Tagesspiegel nun berichtet, liegt das daran, dass zwei der vier E-Busse mit einem Schaden ausgefallen sind.

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Aus eigener Erfahrung können wir die Ausfälle bestätigen: Immer wieder fahren dort Dieselbusse statt der modernen E-Busse. Zudem hatte die BVG mitunter Probleme, die ausfallenden Busse zu kompensieren. Bereits am Tag nach der Eröffnung konnten wir am Südkreuz beobachten, wie die Busse für mindestens eine Stunde ausfielen.

Die BVG informierte die Fahrgäste sogar über den Grund des Ausfalls: Ein Polizeieinsatz sei an den Unregelmäßigkeiten schuld gewesen sein, weshalb sie nur zwischen Südkreuz (sic!) und dem U-Bahnhof Spichernstraße verkehrten. Tatsächlich waren an dem Tag aber gar keine E-Busse unterwegs, und die BVG hatte auch keinen Ersatz zwischen den besagten Bahnhöfen im Einsatz, trotz anderslautender Anzeige im Daisy-Fahrzielanzeiger. Wir konnten zudem dreimal beobachten, dass Daisy einen Bus ankündigte, der dann ausfiel. Der jeweils nächste, für 20 Minuten später angekündigte Bus fiel ebenfalls aus.

In anderen Städten funktionieren die Busse

In den Folgetagen stabilisierte sich die Situation jedoch wieder, so dass wir von einem Ausnahmefall ausgingen. Doch die Probleme sind offenbar so schwerwiegend, dass sich die betreffenden Busse nun wieder beim Hersteller befinden, wie die BVG-Sprecherin Petra Reetz dem Tagesspiegel sagte. Das ist verwunderlich, da die Technik in ähnlicher Art und Weise schon lange auch in Braunschweig und Mannheim eingesetzt wird. Dort ist allerdings Bombardier selbst für den Antrieb zuständig. Die Berliner Busse nutzen nur die Primove-Batterie und die effiziente Induktionstechnik des Zug- und Flugzeugherstellers. Der Antrieb stammt von Vossloh. Ob hier ein Zusammenhang mit den ausfallenden Batterien besteht, ist noch unbekannt.

  • Ein bisschen Werbung muss sein, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... die BVG macht mit vielen Gelbtönen auf den Bus aufmerksam. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Abfahrthaltestelle am Zoo gibt es auch entsprechende Plakatwerbung. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrbereit am Morgen des 31. August 2015. Die Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... wurden zunächst für eine Presse-... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Politikerfahrt genutzt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Inneren deutet wenig auf den Elektroantrieb. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der für Fahrgäste nicht vorgesehenen Endhaltestelle am Zoo direkt an der TU-Berlin findet sich der Forschungshinweis... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... mit einer Grafik zur Veranschaulichung des Elektrokonzepts. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Anzeige flimmert, nur bei wenigen Aufnahmen haben wir deswegen die Belichtungszeit reduziert. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Vom Fahrersitz aus kann der Ladestand beobachtet werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Überraschend geräumig. Hinten gibt es keine Stufen, weil die Unterflurbauten fehlen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta (in Rot) erklärt der Presse Details zum Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Innenraum gibt es ebenfalls Werbung für den E-Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ungewöhnlich. Dort wo normalerweise der Dieselmotor und andere Mechanik Platz finden, gibt es eine Fünferreihe mit Sitzplätzen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrt von der Endhaltestelle Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... über die Hertzallee... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... hin zu der Bushaltestellenansammlung am Zoologischen Garten. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der 204er fährt durch die Wohnviertel in Wilmersdorf...(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Schöneberg. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Am Südkreuz warteten noch mehr Gäste. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Für Doppeldecker kann Bombardier die Technik noch nicht liefern. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Denn bei Eindeckern wird fast alles... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... oben verbaut. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das soll auch helfen, falls jemand unachtsam auf den Bus auffährt. Die Akkutechnik kann so schnell nicht von anderen Autofahrern getroffen werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Windkraftanlage am Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Detailaufnahme der Dachaufbauten (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Seitenverkleidung versteckt den Aufbau etwas. Dieselbusse haben diese nicht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • BVG-Chefin Sigrid Nikutta (Mitte) und Staatsekretär Rainer Bomba (links, Verkehrsministerium) geben die Busse offiziell für den Liniendienst frei. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der zweite Bus kann noch keine Energie laden, ist aber ohnehin noch nahezu voll gewesen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Lademechanismus wird abgesenkt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Technik gilt als sicher. Ein Mensch sollte nicht zwischen die Ladekomponenten passen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Rund 7 bis 8 Minuten wird der Bus planmäßig aufgeladen. Er hat aber Reserven, um auch mal einzelne Ladevorgänge wegen Verspätungen auszulassen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die erste Fahrt für Fahrgäste... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... ab dem Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Grenze zwischen Schöneberg und Wilmersdorf kommt uns mit leichter Verspätung der zweite Bus hinterher... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und fährt Richtung Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... durch die Wohnviertel. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Bus Richtung Südkreuz....(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... kam mit satten zehn Minuten Verspätung.... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... an der Bamberger Straße an. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Auch mit Elektromobilität werden Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... nicht pünktlicher. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Ein bisschen Werbung muss sein, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Da es sich beim E-Bus-Betrieb um einen Testbetrieb in einem echten Einsatzszenario handelt, sind Ausfälle dieser Art prinzipbedingt gerechtfertigt und sicher auch gewollt. Schließlich ist es Sinn und Zweck eines Tests, Probleme im realistischen Testbetrieb aufzuspüren - und das vor dem großflächigen Einsatz. Zudem fuhren die Busse im Testbetrieb bereits seit Juni 2015 in Berlin und wurden für den Fahrgastbetrieb erst Ende August freigegeben. Die prinzipielle Funktionsfähigkeit des Systems war also gegeben.

Allerdings versäumt es die BVG, die Kunden entsprechend über Ausfälle zu informieren. Auch nach dem tagelangen Softwareupdate des BVG-Anzeigesystems Daisy ist die Echtzeitanzeige unseren Erfahrungen nach insbesondere beim 204er sehr unzuverlässig. Fällt ein E-Bus aus, bekommt der Fahrgast falsche Informationen.

Echtzeitangaben funktionieren nicht

Die Daten sind bei der BVG jedoch ohnehin sehr inkonsistent und betreffen die ganze Stadt. So werden selbst innerhalb der BVG-App häufig unterschiedliche Zeiten zu einem einzelnen Bus angezeigt. Die Abfahrtprognose zeigt beispielsweise teilweise eine andere Zeit an als die Positionsangabe (Haltestellenübersicht) des Busses innerhalb der gleichen App. Zudem sind die Zeiten nicht synchron mit dem, was Daisy anzeigt oder auf der Webseite als Echtzeitdaten genannt wird.

Darauf angesprochen, antwortete uns der Kundendienst der BVG bereits vor Monaten, dass alle Daten von derselben Quelle erfasst und gesendet würden. Unterschiedliche Wege zu den Anzeigewegen (Web, Daisy oder App) sollen jedoch dafür sorgen, dass die Abfahrtdaten nicht synchron zwischen den entsprechenden Systemen sind. Damit wälzt die BVG das Problem auf die Netzbetreiber ab.


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Der Rechthaber 29. Sep 2015

Jo das beste ist aber dass die Leute her ziehen weil es so tipp ist. Dann aber Party...

thermomix 29. Sep 2015

Aber genau DA sieht man wieder, dass der Kunde als Betatester alles auszuhalten hat...

Prypjat 29. Sep 2015

Ich arbeite noch an dieser Idee. :D Die Älteren Leute bekommen dann Peitschen, um die...

Prypjat 29. Sep 2015

Na und ob das gewollt ist! Sollen sich die Berliner etwa an einen Reibungslosen Betrieb...

RvdtG 29. Sep 2015

Trotzdem wurde es mit dem Ziel der Privatisierung kaputtgespart. Das schon alles hinüber...



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