Abo
  • Services:
Anzeige
Ein angekündigter Vortrag über das Tor-Netzwerk findet nicht statt.
Ein angekündigter Vortrag über das Tor-Netzwerk findet nicht statt. (Bild: Electronic Frontier Foundation/CC by 3.0)

Black-Hat-Konferenz: Vortrag über Tor-Sicherheitsprobleme zurückgezogen

Ein Vortrag über Probleme des Anonymisierungsnetzwerks Tor wurde aus dem Programm der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas gestrichen. Offenbar folgte die Streichung auf Wunsch der Anwälte der Universität, in der die Vortragenden arbeiten.

Anzeige

Im Programm der IT-Sicherheitskonferenz Black Hat, die nächste Woche in Las Vegas beginnt, war ein Vortrag über das Anonymisierungsnetzwerk Tor angekündigt. Demnach sei es den beteiligten Forschern gelungen, mit relativ einfachen Mitteln Tor-Nutzer zu deanonymisieren. Konkret war in der Vortragsankündigung die Rede davon, dass ein solcher Angriff mit einem Budget von 3.000 Dollar möglich sei.

Doch den Vortrag werden die Black-Hat-Besucher nicht zu hören bekommen, denn er wurde aus dem Programm gestrichen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte eine Pressesprecherin der Black Hat, dass dies auf Wunsch der Rechtsanwälte der Carnegie-Mellon-Universität geschehen sei. Die beiden Vortragenden Michael McCord und Alexander Volynkin arbeiten an dieser Universität.

Im Blog des Tor-Projekts findet sich eine kurze Stellungnahme. Demnach haben die Tor-Programmierer selbst wohl nichts mit dem Zurückziehen des Vortrages zu tun. Offenbar hat das Tor-Projekt aber vorab einige Informationen über die Sicherheitsprobleme erhalten, die in dem Vortrag behandelt werden. Man will im Laufe dieser Woche weitere Details bekanntgeben.

Über die genauen Gründe, warum der Vortrag zurückgezogen wurde, gibt es bislang nur Spekulationen. Doch es ist naheliegend, dass die beteiligten Forscher den Tor-Traffic von Nutzern ohne deren Zustimmung überwacht haben. Das vermutet etwa Christopher Soghoian von der Bürgerrechtsorganisation ACLU. Die ethischen Richtlinien von US-Universitäten verlangen, dass Forschungsexperimente, die Menschen einschließen, nur mit deren Zustimmung geschehen dürfen. Zuletzt hatte es um diese Frage heftige Diskussionen gegeben, weil Facebook die Feeds seiner Nutzer für ein psychologisches Experiment manipuliert hatte. Um diese ethischen Richtlinien umzusetzen, müssen Wissenschaftler üblicherweise von ihrer Universität eine Genehmigung für alle derartigen Experimente einholen. Soghoian vermutet, dass dies im Fall der Tor-Deanonymisierung nicht geschehen ist.

Dass das Tor-Netzwerk keine absolute Sicherheit gewährleistet, ist bekannt. Ein Angreifer, der in großem Maßstab den Traffic von Tor-Nutzern überwacht oder der eigene Tor-Knoten betreibt, kann in bestimmten Situationen die Identität von Tor-Nutzern feststellen. Doch bislang wurde davon ausgegangen, dass dies nur mit sehr großem Aufwand möglich sei. Der Vortrag wurde vor allem deshalb mit Spannung erwartet, weil behauptet wurde, dass diese Deanonymisierung auch mit sehr einfachen Mitteln und geringen Kosten machbar ist.

Golem.de wird auf der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas vor Ort präsent sein und berichten.


eye home zur Startseite
peter.kleibert 23. Jul 2014

Genau mein Gedanke. Die Carnegie Mellon ist doch ziemlich bekannt für mehrere Projekte...

ploedman 22. Jul 2014

Wenn sich die NSA eine zig Milliarden teure Datenkrake baut, dann können die wohl ein...

Mingfu 22. Jul 2014

Da täuschst du dich leider. Das ist relativ einfach herauszurechnen, insbesondere wenn...

plutoniumsulfat 22. Jul 2014

Wohl kaum...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Haufe Gruppe, Freiburg im Breisgau
  2. über Performance + Talent Management Ltd., Köln
  3. Bizerba SE & Co. KG, Bochum
  4. Media-Saturn IT-Services GmbH, Ingolstadt


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Complete Bourne Collection Blu-ray 14,99€, Harry Potter Complete Blu-ray 44,99€)
  2. (u. a. John Wick, Leon der Profi, Auf der Flucht, Das Schweigen der Lämmer)
  3. (u. a. 96 Hours Taken 3 6,97€, London Has Fallen 9,97€, Homefront 7,49€, Riddick 7,49€)

Folgen Sie uns
       


  1. Erotik-Abo-Falle

    Verdienen Mobilfunkbetreiber an WAP-Billing-Betrug mit?

  2. Final Fantasy 15

    Square Enix will die Story patchen

  3. TU Dresden

    5G-Forschung der Telekom geht in Entertain und Hybrid ein

  4. Petya-Variante

    Goldeneye-Ransomware verschickt überzeugende Bewerbungen

  5. Sony

    Mehr als 50 Millionen Playstation 4 verkauft

  6. Weltraumroboter

    Ein R2D2 für Satelliten

  7. 300 MBit/s

    Warum Super Vectoring bei der Telekom noch so lange dauert

  8. Verkehrssteuerung

    Audi vernetzt Autos mit Ampeln in Las Vegas

  9. Centriq 2400

    Qualcomm zeigt eigene Server-CPU mit 48 ARM-Kernen

  10. VG Wort Rahmenvertrag

    Unis starten in die Post-Urheberrecht-Ära



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nach Angriff auf Telekom: Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
Nach Angriff auf Telekom
Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  1. Red Star OS Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux
  2. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit
  3. Pornoseite Xhamster spricht von Fake-Leak

Gear S3 im Test: Großes Display, großer Akku, große Uhr
Gear S3 im Test
Großes Display, großer Akku, große Uhr
  1. In der Zuliefererkette Samsung und Panasonic sollen Arbeiter ausgebeutet haben
  2. Vernetztes Auto Samsung kauft Harman für 8 Milliarden US-Dollar
  3. 10LPU und 14LPU Samsung mit günstigerem 10- und schnellerem 14-nm-Prozess

Robot Operating System: Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
Robot Operating System
Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
  1. Roboterarm Dobot M1 - der Industrieroboter für daheim
  2. Roboter Laundroid faltet die Wäsche
  3. Fahrbare Roboter Japanische Firmen arbeiten an Transformers

  1. Re: Nicht kooperativ

    watwerbisdudenn | 19:24

  2. Re: In vielen Ländern Europas ist der...

    robinx999 | 19:23

  3. Urheberrecht in jetziger Form ist Schwachsinn

    jeckoBecko | 19:22

  4. Re: In Berlin nicht

    schily | 19:22

  5. Re: Die sollten noch mehr Gebühren nehmen

    subjord | 19:18


  1. 18:47

  2. 17:47

  3. 17:34

  4. 17:04

  5. 16:33

  6. 16:10

  7. 15:54

  8. 15:50


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel