Bitcoin: Ansturm auf Bitcoins lässt Kurs auf und ab schnellen
(Bild: Glen Cooper/CC BY 2.0)

Bitcoin Ansturm auf Bitcoins lässt Kurs auf und ab schnellen

Erst hat der Wert der virtuellen Währung Rekordhöhen erreicht, dann stürzte er ab: Bitcoins sind derzeit so gefragt, dass die Handelsbörsen überlastet sind.

Anzeige

Von 266 US-Dollar innerhalb weniger Stunden runter auf 105, wieder hoch auf 179 und noch einmal runter auf etwas unter 150 Dollar: Der Wert von Bitcoins steigt und fällt derzeit rasend schnell. Das liegt nicht etwa an Hackern, sondern an der zunehmenden Popularität der virtuellen Währung. Das jedenfalls sagen die Betreiber der größten Bitcoin-Börse Mt.Gox.

Bitcoins gibt es seit 2009. Das digitale Zahlungsmittel mit der Abkürzung BTC erzeugen Computerbesitzer selbst, mit Hilfe einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren verhindern soll. Die Währung wird derzeit noch vor allem für Transaktionen im Internet verwendet, doch gibt es immer mehr Firmen, die sie als Zahlungsmittel akzeptieren. Der zuletzt stetig gestiegene Kurs gegenüber herkömmlichen Währungen ergibt sich aus Angebot und Nachfrage in Tauschbörsen.

Das gilt genauso für den jüngsten Kursrutsch. "Wir versichern, dass wir letzte Nacht nicht das Ziel einer DDoS-Attacke waren", schreiben die Betreiber von Mt.Gox auf ihrer Website. Und weiter: "Tatsächlich hatten die ziemlich erstaunliche Zahl neuer Konten und der damit einhergehende Handel einen starken Einfluss auf das ganze System, das darauf langsamer wurde. Wie das in solchen Situationen erwartbar ist, reagierten die Menschen mit massenhaften Panikverkäufen, was den Handel noch weiter angefacht und unsere Maschine schließlich zum Erliegen gebracht hat."

Die Zahl der Transaktionen habe sich innerhalb von 24 Stunden verdreifacht, erklärte Mt.Gox. Jeden Tag würden 20.000 neue Konten bei der Onlinebörse eingerichtet. Jetzt sollen zusätzliche Server installiert werden, um den Andrang zu bewältigen.

Das gleiche Phänomen zeigte sich auch bei einer deutschen Bitcoin-Börse. Auch sie musste ihre Server erheblich aufstocken, um dem Ansturm Herr zu werden. Im Blog von bitcoin.de wird als Begründung für die Kursschwankungen der Börsenspekulant André Kostolany zitiert. Er habe für solche Situationen eine schöne Erklärung parat gehabt, als er sagte: "Wenn zu viele zittrige Hände im Markt sind, ist der Crash nicht mehr weit."

Kriminelle kapern Rechner, um Bitcoins zu erzeugen

Derzeit sind viele Hände im Markt, viel mehr zumindest als noch vor kurzem. Vor einem Jahr noch war die dezentral im Internet erzeugte und verwaltete Währung noch mit 5 Dollar pro Bitcoin bewertet worden. Sie galt als Spielerei für Nerds. Wohl unter dem Eindruck der Euro-Krise stößt das lange Zeit belächelte Konzept einer unabhängigen und nicht staatlich kontrollierten Währung nun auf eine steigende Nachfrage. Skeptiker dagegen befürchten, es entstehe eine Spekulationsblase, die früher oder später platzen müsse.

Interessant ist das Ganze allemal, auch für jene, die keine Bitcoins auf ihrem Rechner gespeichert haben: Was sich derzeit abspielt, haben die wenigsten Menschen schon einmal miterlebt: das Entstehen einer gänzlich neuen Währung. Denn Bitcoins sind im Gegensatz zu allen heute relevanten Währungen nicht aus einer bestehenden hervorgegangen. Was im Moment chaotisch wirkt, ist daher möglicherweise nicht mehr als das allmähliche Einpendeln der neuen Währung auf einen einigermaßen stabilen Mittelwert.

Oder aber das ganze System erweist sich als so instabil, dass es nicht mehr vertrauenswürdig erscheint. Schadsoftware, wie sie derzeit über Skype verbreitet wird, könnte zu diesem Vertrauensverlust beitragen: Infiziert sie einen Computer, wird dessen Rechenleistung im Hintergrund dazu verwendet, neue Bitcoins zu erzeugen.

Dieses "Mining" benötigt viel Rechenleistung, weshalb dazu in der Regel mehrere Computer zusammengeschaltet werden. Unter ihnen werden die neu geschaffenen Bitcoins anschließend verlost. In der Regel wissen die Beteiligten aber davon, sie machen freiwillig mit. Wenn die Erzeugung neuer Bitcoins zu einem Geschäft von Kriminellen wird, könnte das Interesse an der digitalen Währung auch schnell wieder nachlassen.

Andererseits sind Hacks von Bitcoin-Börsen inzwischen zahlreich. Immer wieder werden Händler, Nutzer oder Plattformen angegriffen, um Bitcoins zu stehlen. Dem stetig wachsenden Interesse hat das bislang immer nur kurze Dämpfer verpasst.


cry88 12. Apr 2013

Oder Patronen, siehe Metro 2033^^

cry88 12. Apr 2013

Entweder Bitcoins werden wertlos oder sie werden richtig viel wert sein, denn wie sonst...

Bouncy 11. Apr 2013

Ich warte auf die ersten Mining-Serverparks in finanzstarken Ländern mit Billigstrom...

flike 11. Apr 2013

Krise? Ich seh es als eine Chance einzusteigen ;)

Bouncy 11. Apr 2013

An der Börse sind Verschwörungstheorien meist gar nicht soo weit hergeholt - im...

Kommentieren




Anzeige

  1. Mobile Developer (m/w)
    Mobile Software AG, München
  2. Softwareentwickler (m/w) C# oder Java Script / HTML5
    Quintec GmbH, Karlsruhe, Fürth
  3. Senior-Produktmanager/-in Verkehrsplanungs- und Simulationssoftware
    PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe
  4. IT-Consultant HP PPM (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: King Kong - Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]
    19,99€ Release 19.02.
  2. 2 TV-Staffeln auf Blu-ray für 30 EUR
    (u. a. The Big Bang Theory, Supernatural, The Vampire Diaries, The Clone Wars)
  3. Film-Sternstunden: Box-Sets und Komplettboxen reduziert
    (u. a. Star Wars: The Complete Saga I-VI Blu-ray 71,97€, Akte X komplette Serie DVD 39,97€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. ODST

    Gratis-Kampagne für Halo Collection wegen Bugs

  2. Medienbericht

    Axel Springer will T-Online.de übernehmen

  3. Directory Authorities

    Tor-Projekt befürchtet baldigen Angriff auf seine Systeme

  4. Zeitserver

    Sicherheitslücken in NTP

  5. Core M-5Y10 im Test

    Kleiner Core M fast wie ein Großer

  6. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  7. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  8. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  9. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  10. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Netzverschlüsselung: Mythen über HTTPS
Netzverschlüsselung
Mythen über HTTPS
  1. Websicherheit Chrome will vor HTTP-Verbindungen warnen
  2. SSLv3 Kaspersky-Software hebelt Schutz vor Poodle-Lücke aus
  3. TLS-Verschlüsselung Poodle kann auch TLS betreffen

ROM-Ecke: Pac Man ROM - Android gibt alles
ROM-Ecke
Pac Man ROM - Android gibt alles
  1. ROM-Ecke Slimkat - viele Einstellungen und viel Schwarz

Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

    •  / 
    Zum Artikel