Bioprinting Knorpel aus dem 3D-Drucker

Eine elektrische Spinnmaschine und ein Tintenstrahldrucker sind modifiziert und zu einem 3D-Drucker kombiniert worden, mit dem sich Knorpelgewebe künstlich herstellen lässt. Damit wollen US-Forscher künftig beschädigte Knorpel nachbauen und den Verletzten implantieren.

Anzeige

US-Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, um Knorpel mit dem 3D-Drucker herzustellen. Damit soll es möglich sein, individuell angepasstes Knorpelgewebe für Patienten aufzubauen.

Das künstliche Gewebe besteht aus einem Polymer sowie aus Knorpelzellen aus dem Ohr eines Kaninchens. Die Forscher vom Wake Forest Institute for Regenerative Medicine in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina haben einen eigenen 3D-Drucker dafür konstruiert: Dieser setzt sich zusammen aus einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker und einer Spinnmaschine, die mit Hilfe elektrischen Stroms aus der Polymerlösung feine Fäden erzeugt.

Fünf Lagen

Der Drucker erzeugt abwechselnd Lagen aus Polycaprolacton und den Knorpelzellen, die sich in einem Fibrin-Kollagen-Hydrogel befinden. So entsteht ein 1 Millimeter dickes Gewebe aus fünf Schichten.

Bisher habe künstlich hergestelltes Gewebe nicht die nötige Stabilität gehabt, um daraus lasttragende Teile wie etwa Knorpel aufzubauen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Biofabrication. Zudem fehle diesem Gewebe die nötige Flexibilität. Der von ihnen produzierte Knorpel hingegen sei stabiler als der bisher künstlich hergestellte, berichten die Forscher.

Maßanfertigung

Den gedruckten Knorpel haben die Wissenschaftler Mäusen eingesetzt. Nach acht Wochen hatte er die Eigenschaften von echtem Knorpel ausgebildet. Die Forscher glauben deshalb, dass künftig Maßanfertigungen von Knorpeln für Patienten erschaffen werden können, die Verletzungen erlitten haben.

"Diese Studie ist der Nachweis der Machbarkeit und zeigt, dass es möglich ist, durch die Kombination von Materialien und Fertigungsmethoden haltbare und implantierbare Konstruktionen herzustellen", sagte James Woo, einer der Autoren der Studie, der BBC.

Ohr aus dem 3D-Drucker

Woo beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Bioprinting. Im vergangenen Jahr hat er auf der Jahreskonferenz der wissenschaftlichen Gesellschaft der USA, der American Association for the Advancement of Science (AAAS), ein System vorgestellt, mit dem sich Haut auf Brandwunden drucken lässt. Auf der gleichen Konferenz präsentierte Hod Lipson von der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York eine Modifikation des vom ihm mitentwickelten Open-Source-3D-Druckers Fab@Home: Das Gerät verarbeitet biologische Materialien und soll künftig Implantate aufbauen. Zur Demonstration druckte Lipson ein Ohr - allerdings aus Silikon.

Eine skurrile Variante des Bioprintings entwickelt das US-Unternehmen Modern Meadow: Es will Steaks, Schnitzel sowie diverse Lederprodukte aus einer Biotinte per 3D-Drucker herstellen.


sofias 26. Nov 2012

wenn biotechnologie zwangsweise teuer währe, hätte die evolution ein bisschen anders...

Dikus 26. Nov 2012

auf der anderen Seite sind bei Patienten die "Knorpelschwund" als Befund haben, ja evtl...

endmaster 25. Nov 2012

Ich glaub das ist der Durchbruch im Kampf gegen die Wilderei.

nudel 24. Nov 2012

schon mal mit einem firmware-update versucht? und benutzt du original knorpel oder...

niw8 24. Nov 2012

Voll süß ^^

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Betriebs-System Engineer (Systemadministrator) (m/w)
    DATAGROUP Köln GmbH, Frankfurt am Main
  2. Teamleiter (m/w) Bedienerführung & Prozess-Software
    Synatec GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart
  3. Software Entwickler (TTS) (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen
  4. Trainee für den Bereich IT / Business Processes (m/w)
    DMG MORI SEIKI Services GmbH, Bielefeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Facebook macht erneut Rekordgewinn

  2. Quartalszahlen

    Apple kann Gewinn und Umsatz wieder steigern

  3. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  4. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  5. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  6. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  7. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  8. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  9. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  10. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Ubuntu 14.04 LTS im Test: Canonical in der Konvergenz-Falle
Ubuntu 14.04 LTS im Test
Canonical in der Konvergenz-Falle

Ubuntu soll künftig auch auf Tablets und PCs laufen, weshalb die Entwicklung des Unity-Desktops derzeit offenbar feststeckt. Die wenigen neuen Funktionen könnten gut für die lange Support-Dauer sein, zeigen aber auch einige interne Probleme auf.

  1. Canonical Ubuntu One wird beendet
  2. Canonical Mir in Ubuntu abermals verschoben
  3. Trusty Tahr Erste Beta der Ubuntu-Derivate verfügbar

25 Jahre Gameboy: Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste
25 Jahre Gameboy
Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste

Der Gameboy ist gut gealtert - heute wird mit der Konsole Musik gemacht, und selbst Spieleprogrammierer werden beim Anblick des grauen 8-Bit-Klotzes nostalgisch.

  1. Satoru Iwata Nintendo will Handhelds und stationäre Konsolen vereinen
  2. Nintendo Yamauchi-Clan will Anteile abstoßen
  3. Mario Nintendo macht Apps und gesund

OpenSSL: Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed
OpenSSL
Wichtige Fragen und Antworten zu Heartbleed

Der Heartbleed-Bug in OpenSSL dürfte wohl als eine der gravierendsten Sicherheitslücken aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.

  1. Libressl OpenBSD startet offiziell OpenSSL-Fork
  2. OpenSSL OpenBSD mistet Code aus
  3. OpenSSL-Lücke Programmierer bezeichnet Heartbleed als Versehen

    •  / 
    Zum Artikel