Seidenspinner auf dem Trackball: Muster aus Geradeaus- und Zickzackbewegungen
Seidenspinner auf dem Trackball: Muster aus Geradeaus- und Zickzackbewegungen (Bild: University of Tokyo/Screenshot: Golem.de)

Bionik Seidenspinner steuert Roboter

Japanische Forscher haben eine Motte dazu gebracht, einen Roboter über einen Trackball zu einer Geruchsquelle zu steuern. Ziel des Experiments ist, ein Steuerungssystem für einen Roboter nach dem Vorbild des Insekts zu konstruieren.

Anzeige

Kombinationen aus Robotern und Insekten sind nichts Neues. So haben US-Wissenschaftler eine Schabe in einen ferngesteuerten Cyborg verwandelt. Japanische Wissenschaftler hingegen haben einen Roboter gebaut, der von einer Motte angetrieben wird.

Das Zugtier ist ein männlicher Seidenspinner auf der Suche nach einer Frau. Der Roboter ist ein kleines Fahrzeug. Gesteuert wird es über eine Styroporkugel, die wie ein Trackball arbeitet. Der Seidenspinner wird so an dem Gefährt befestigt, dass seine Beine auf der Kugel sitzen. Läuft er los, setzt sich entsprechend auch der Roboter in Bewegung.

Startsignal für den Seidenspinner ist das Freisetzen des Pheromons eines Seidenspinnerweibchens. Das Insekt steuert dann geradewegs auf die Pheromonquelle zu. Dabei zeigt es ein charakteristisches Muster aus Geradeaus- und Zickzackbewegungen.

Roboterchassis mit Drall

Um es den Seidenspinnern - insgesamt kamen bei den Experimenten 14 zum Einsatz - nicht zu einfach zu machen, änderten die Forscher der Tokioter Universität auch mal die Motorcharakteristik, so dass der Roboter einen Drall in eine Richtung bekam. Der Seidenspinner musste dann sein Verhalten ändern und dagegen arbeiten.

Darauf kam es den Forschern um Noriyasu Ando an: Anhand der Art und Weise, wie der Seidenspinner dem Duft nachgehe, hätten sie die neurale Funktionsweise studieren können - von einzelnen Nervenzellen angefangen bis hin zum Verhalten des Insekts. Tatsächlich schafften es alle Versuchstiere, den Roboter zu dem Windtunnel zu steuern, von dem aus die Pheromone freigesetzt wurden.

Verhalten in Ausnahmesituationen

Besonders gut lasse sich das Verhalten der Tiere in Ausnahmesituationen studieren: "Die beste Art und Weise, das adaptive Verhalten von Insekten hervorzurufen, ist, sie in außergewöhnliche Situationen zu bringen. Der Drall in unserem Experiment ist analog zu dem Versuch, ein nicht ausbalanciertes Fahrrad zu fahren", sagt Projektleiter Ando. "Wir müssen üben, um ein solches Fahrrad problemlos zu fahren. Der Seidenspinner aber bewältigt das mit nur einfachen und schnellen sensomotorischen Rückmeldungen."

Ziel der Wissenschaftler ist, ein künstliches Gehirn zu konstruieren, das das Verhalten des Seidenspinners nachahmt. Es soll einen Roboter steuern, vergleichbar dem, den das Insekt gesteuert hat. Der Roboter solle ebenfalls chemische Substanzen aufspüren und den Ort, wo sie freigesetzt werden, lokalisieren, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Bioinspiration and Biomimetics.


Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Mitarbeiter / innen Technische Servicestationen
    Landeshauptstadt München, München
  2. (Senior) Consultant SAP BI IP (m/w)
    Media-Saturn-Holding GmbH, Ingolstadt
  3. Mitarbeiter IT Support (m/w)
    Geberit Verwaltungs GmbH, Pfullendorf
  4. Gruppenleitung (m/w) SCADA Wind Power
    Siemens AG, Hamburg

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. God of War 3 Remastered - [PlayStation 4]
    49,00€ (Release 15. Juli)
  2. VORBESTELLBAR: Guild Wars 2 Heart of Thorns Vorverkaufsbox
    44,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. VORBESTELLBAR: Risen 3 Enhanced Edition (PS4)
    39,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 21.08.

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. One Earth Message

    Bilder und Töne für Außerirdische

  2. Tropico 5

    Espionage mit El Presidente

  3. Tessel

    Offenes Entwicklerboard soll wie Io.js verwaltet werden

  4. Hack auf Datingplattform

    Sexuelle Vorlieben von Millionen Menschen veröffentlicht

  5. Angriff auf kritische Infrastrukturen

    Bundestag, bitte melden!

  6. Mark Shuttleworth

    Canonical erwägt offenbar Börsengang

  7. Amazon

    Fire TV Stick für 29 Euro

  8. Umfrage

    US-Bürger misstrauen Regierung beim Umgang mit Daten

  9. Mozilla

    Firefox personalisiert Werbung mit Browserverlauf

  10. Tracking auf Unternehmensseiten

    Verbraucherschützern gefällt der Gefällt-mir-Knopf nicht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Parrot Bebop im Test: Die Einstiegsdrohne
Parrot Bebop im Test
Die Einstiegsdrohne
  1. Hycopter Wasserstoffdrohne soll vier Stunden fliegen
  2. Drohne Der Origami-Copter aus der Schweiz
  3. Filmindustrie James Cameron unterstützt Drohnenwettbewerb

Telekom und BND angezeigt: Es leakt sich was zusammen
Telekom und BND angezeigt
Es leakt sich was zusammen
  1. Überwachung Kongress will NSA-Bespitzelung in den USA einschränken
  2. BND-Affäre Wikileaks veröffentlicht Protokolle des NSA-Ausschusses
  3. Cybersicherheit Russland und China vereinbaren No-Hacking-Abkommen

The Witcher 3 im Grafiktest: Mehr Bonbon am PC
The Witcher 3 im Grafiktest
Mehr Bonbon am PC
  1. Rockstar Games GTA 5 schafft die 52-Millionen-Marke
  2. The Witcher 3 im Test Wunderschönes Wohlfühlabenteuer
  3. The Witcher 3 30 weitere Stunden mit Geralt von Riva

  1. Man sollte dabei nicht vergessen

    froodle59 | 06:00

  2. Re: Der Pulsmesser wird NIE korrekt funktionieren

    Tzven | 05:20

  3. Re: Beschleunigungsstreifen

    schosch | 04:36

  4. Re: Kodi-Raspberry ablösen!

    Tzven | 04:21

  5. Re: Pro Kontra

    schosch | 04:11


  1. 18:43

  2. 15:32

  3. 15:26

  4. 15:09

  5. 14:21

  6. 14:08

  7. 13:54

  8. 13:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel