Graphen: biokompatibel und empfindlicher als Transistoren aus Silizumtransistoren
Graphen: biokompatibel und empfindlicher als Transistoren aus Silizumtransistoren (Bild: AlexanderAlUS/Wikipedia)

Bioelektronik Graphen-Transistoren als Schnittstelle zu Nervenzellen

Münchner Forscher haben Elektroden aus Graphen entwickelt, die als Schnittstelle zu Nervenzellen dienen sollen. Diese sollen neue Anwendungen etwa in der Prothetik ermöglichen.

Anzeige

Um eine Verbindung zwischen Mensch und Maschinen herzustellen, bedarf es einer Schnittstelle zu den Nervenzellen. Heute werden dazu meist Chips auf Siliziumbasis genutzt. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) schlagen ein anderes Material vor: Graphen.

Graphen ist ein einlagiger Kohlenstoff. Das Material ist ein guter elektrischer Leiter, und es ist biokompatibel, wird also nicht von den Körperflüssigkeiten in Mitleidenschaft gezogen. Da es nur aus einer Atomlage besteht, ist es sehr flexibel. Es ist aber gleichzeitig wegen seiner Kohlenstoffverbindungen sehr stabil.

Keine Verletzungsgefahr

Flexibilität ist eine wichtige Eigenschaft für ein Implantat. Die meisten Elektroden, die heutzutage in den Körper eingesetzt werden, bestehen aus Silizium oder Metall. Beide Materialien sind hart und starr, und sie haben scharfe Kanten. Sie können sich deshalb dem umgebenden Gewebe bei Bewegungen nicht so gut anpassen und es im schlimmsten Fall verletzen. Das soll bei Elektroden aus Graphen nicht passieren.

Die Forscher um Lucas Hess bauten aus Graphen sogenannte Solution-Gated Field Effect Transistors (SGFET) und testeten diese an verschiedenen Gewebetypen, darunter Zellen aus der menschlichen Leber und Nervenzellen aus der Retina. Dabei habe sich nicht nur gezeigt, dass die SGFETs eine sehr gute Biokompatibilität aufwiesen, schreiben die Forscher in einem Aufsatz, der als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv veröffentlicht ist. Sie seien auch viel empfindlicher als ihre Pendants aus Silizium und diesen deshalb überlegen.

SGFETs eigneten sich deshalb sehr gut für den Einsatz im Körper, schreiben die Forscher. Sie könnten ganz neue Anwendungen im Bereich Biolelektronik ermöglichen, vor allem bei Prothesen mit Verbindung zu Nervenzellen. Das Problem sei derzeit aber noch die Entwicklung von hochleistungsfähigen Bauteilen aus Graphen.


Kommentieren



Anzeige

  1. IT Support Analyst (m/w)
    ResMed, Martinsried
  2. Project Manager (m/w)
    GK SOFTWARE AG, Schöneck, Berlin, St. Ingbert
  3. Experte (m/w) Facharchitektur - Banksteuerung
    KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main
  4. Software Engineer - Plattformentwicklung im Navigationsbereich (m/w)
    Garmin Würzburg GmbH, Würzburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Ausländische Geheimdienste

    BSI misstraut Vodafone

  2. Stylebop.com

    Onlinehändler kündigt Beschäftigte nach Verdi-Aktion

  3. Benchmark-Beta

    DirectX 12 und Mantle gleich schnell in 3DMark

  4. WLAN im Flugzeug

    Air Berlin berechnet 18,90 Euro für 120 MByte

  5. KDE-Pakete

    Kubuntu ersetzt Neon durch Continuous Integration

  6. Angry Birds Stella Launcher im Test

    Ein bisschen Sailfish

  7. Benchmark

    Apple und Nvidia schlagen manchmal Intels Core M

  8. Systemkamera

    Sony Alpha 7 II mit 5-Achsen-Bildstabilisierung

  9. Streaming

    Amazons Fire TV Stick lässt sich tunen

  10. Facebook

    Flow bringt statische Typen für Javascript



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Assassin's Creed Rogue: Abstecher zu den Templern
Test Assassin's Creed Rogue
Abstecher zu den Templern
  1. Assassin's Creed Unity Patch-Evolution statt Revolution
  2. Test Assassin's Creed Unity Schöner meucheln in Paris
  3. Radeon und Geforce Grafiktreiber von AMD und Nvidia für Call of Duty und Unity

IMHO zum Jugendmedienschutz: Altersschranke nützt nicht Kindern, sondern Erotikseiten
IMHO zum Jugendmedienschutz
Altersschranke nützt nicht Kindern, sondern Erotikseiten
  1. Pornofilter Internet Provider gegen britische Zensurkultur
  2. Internetzensur Tor und die große chinesische Firewall
  3. Kein britisches Modell Medienrat will Pornofilter ohne Voraktivierung

Lichtfeldkamera Lytro Illum: Das Spiel mit der Tiefenschärfe
Lichtfeldkamera Lytro Illum
Das Spiel mit der Tiefenschärfe
  1. Lichtfeldkamera Lytro will in neue Märkte einsteigen
  2. Augmented Reality Google investiert 542 Millionen US-Dollar in Magic Leap
  3. Lytro Lichtfeldfotografie bildet die Tiefe der Welt ab

    •  / 
    Zum Artikel