Behind The Screen Fünfjährige Kinder zerlegen Elektronikschrott in Ghana

Schätzungsweise 75 Prozent des Elektronikschrotts der Europäischen Union landen in den Ländern des Südens. Das Team des Dokumentarfilms Behind The Screen ist zu den Menschen nach Ghana gereist, um dort das Ende des Lebenszyklus von PCs und Notebooks zu filmen.

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Nach Schätzungen der umweltpolitischen Sprecherin der Grünen, Dorothea Steiner, werden 25 Prozent des Elektronikschrotts in der Europäischen Union gesondert eingesammelt. Der Weg der restlichen 75 Prozent ist unklar und endet vermutlich in den Ländern des Südens. Mit katastrophalen Folgen für die dort lebenden Menschen.

"Jeden Monat werden über 500 Containerladungen Elektronikschrott aus den Industrieländern nach Ghana gebracht", erklärte der Umweltaktivist Mike Anane dem Filmteam von Behind The Screen, das zwei Wochen in dem westafrikanischen Land war. "Etwa 90 Prozent dieser Elektronikgeräte enden hier in Agbogbloshie." Anane hat die Filmemacher auch zu illegalen Goldschürfern in Ghana geführt.

Erd- sowie Sedimentproben von Greenpeace auf Schrottplätzen in Accra und in Koforidua, im Osten des Landes, ergaben, dass dort Bleikonzentrationen zum Teil 100-mal höher als in nicht kontaminierter Erde sowie Belastungen durch Kadmium oder Phthalate gefunden wurden. Phthalate, oder Phthalsäureester, setzt die Industrie als Weichmacher für Kunststoffe ein. Ausgesetzt sind den Giften vor allem Kinder, die an offenen Feuern Computer und Handys auseinandernehmen, meist ohne Arbeitshandschuhe oder Atemschutz.

"Eine Menge der Kinder, die hier arbeiten, werden ihren 20. Geburtstag wohl nicht erleben. Viele davon sind zwischen fünf und zehn Jahre alt. Sie sind den Schwermetallen fast rund um die Uhr ausgesetzt. Diese Stoffe verursachen Krebs. Auch das Erdreich ist mit großen Mengen Blei verseucht, ebenso die Luft. Viele von ihnen haben Wachstumsstörungen, Atemprobleme, Kopfschmerzen oder Ausschläge."

Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, verbietet die EU-Gesetzgebung zwar den Müllexport, erlaubt aber die Ausfuhr vermeintlich wiederverwertbarer Secondhandwaren, auch wenn diese fast immer unbrauchbar sind.

In Accra erklärt ein Besitzer eines Ladens für gebrauchte Computer: "Wir bekommen die meisten Computer von Dell, HP und Toshiba. Die meisten Laptops funktionieren gar nicht. Die Bildschirme und die Festplatten sind immer kaputt. Die Teile sind teuer und schwer zu bekommen. Deshalb verkaufen wir die Geräte als 'ungetestete' Ware. Fast 90 Prozent der Waren sind kaputt. Für die bekomme ich gar nichts." Die Lieferungen kommen aus London.

Ein anderer Händler in Accra bekommt die Container aus den USA geliefert. Er hat Techniker, die einige defekte Desktop-PCs reparieren können und verkauft sie für 80 Euro. Das Geschäft läuft gut, doch er wünscht sich, neue Rechner in sein Land importieren zu können.


jtsn 01. Mai 2012

Die Playstation 3 - verliert nachträglich bezahlte Funktionalität (Linux ausführen...

Moriati 30. Apr 2012

Was kann sie denn unternehmen? Ihr vergesst wohl ein wenig, dass eine beschissene...

ed_auf_crack 29. Apr 2012

Dann bekommt meinen seinen Pfand zurück und am Ende wird der Schrott dennoch Illegal...

ed_auf_crack 29. Apr 2012

Aber wenn unser Müll dort ILLEGAL landet ist es schon eine Einmischung. Wenn wir aus der...

ed_auf_crack 29. Apr 2012

Es ging in erster Linie um die ersten iPods. siehe seinen Link

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