BCI Mausschubsen mit dem Gehirn ist so einfach wie per Hand

Ein BCI nutzen zu lernen, ist wie das Erlernen einer einfachen motorischen Fähigkeit. Das haben Forscher in den USA nachgewiesen. Sie glauben, mit dieser Erkenntnis bessere Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln zu können.

Anzeige

Dem Gehirn ist es offensichtlich egal, ob es eine Bewegung oder eine Funktion über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) steuert: Wissenschaftler von der Universität des US-Bundesstaates Washington in Seattle haben herausgefunden, dass das Gehirn den Umgang mit einem BCI ebenso schnell und einfach erlernt wie einfache motorische Fähigkeiten.

"Ähnlich wie beim Erlernen vom Tippen oder Fahrradfahren zeigte sich bei den BCI-Nutzern mit fortschreitender Übung ein Übergang von einer absichtlichen, kognitiv ausgerichteten Denkweise zu einer beinahe automatischen Steuerung", schreiben die Forscher um Rajesh Rao in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. Das bedeutet, dass etwa Gelähmte problemlos lernen können, eine robotische Prothese per Gedanken zu bedienen.

Elektroden auf dem Gehirn

Sie haben sieben Epilepsiepatienten eine Elektrodenanordnung auf das Gehirn gesetzt, um herauszufinden, wo im Gehirn die Anfälle entstehen. Dabei haben die Wissenschaftler auch getestet, wie das Gehirn auf ein BCI reagiert. Die Probanden sollten mit ihren Gedanken einen Mauszeiger auf dem Bildschirm steuern. Die Elektroden zeichneten die Hirnaktivitäten auf und sandten sie an einem Computer, der sie in Steuersignale verwandelte.

Erwartungsgemäß zeigten die Testpersonen anfangs starke Aktivitäten im präfrontalen Cortex - dieser Bereich des Gehirns im Stirnbereich wird mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten in Verbindung gebracht. Nach etwa zehn Minuten ließ die Aktivität im vorderen Hirnbereich nach. Die Hirnsignale zeigten stattdessen Muster wie bei alltäglichen Handlungen, die praktisch automatisiert durchgeführt werden, etwa mit der Hand zu winken oder nach einem Ball zu treten.

Den Kopf freimachen

Die Ergebnisse zeigten, dass sich solche Tätigkeiten gut einüben ließen, erklärt Rao. "Am Anfang gibt es viele Aktivitäten in den kognitiven Bereichen des Gehirns. Je besser man eine Aufgabe beherrscht, desto weniger werden diese Ressourcen aber benötigt und stehen wieder zur Verfügung."

Sie hätten nun einen Hinweis des Gehirns, wann ein Proband eine Aufgabe beherrsche, sagt Raos Kollege Jeffrey Ojemann. Wenn dieser nicht mehr auftrete, könne man davon ausgehen, dass der Patient die Tätigkeit beherrsche. Das sei ein wichtiger Anstoß, um künftig bessere BCIs zu entwickeln, sagt Jeremiah Wander. "Wenn wir besser verstehen, wie jemand lernt, diese Geräte zu nutzen, können wir sie so bauen, dass sie entsprechend reagieren."


DrWatson 13. Jun 2013

Wie schlau glaubt man denn, dass sie sind und wie schlau sind sie wirklich? Hast du...

Tom85 12. Jun 2013

Mit einem Emotiv EPOC ist das auch schon für Endanwender verfügbar. ;-) Die unten...

Kommentieren



Anzeige

  1. Release- und Projekt-Manager mobile - international (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  2. Web-Entwickler (m/w)
    NEXUS Netsoft, Langenfeld
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. IT-Projektleiter/in
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  2. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  3. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  4. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  5. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  6. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  7. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  8. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  9. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  10. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Scaler: Xbox, streck das Bild!
Scaler
Xbox, streck das Bild!

Die Xbox One berechnet viele Spiele nicht nativ in 1080p. Stattdessen vergrößern ein Hardware-Scaler oder einige Softwareschritte niedrigere Auflösungen. Beide Lösungen bieten Vor- und Nachteile, welche die Bildqualität oder Bildrate beeinflussen.

  1. Xbox One Upgedated und preisgesenkt
  2. Xbox One Microsoft denkt über Xbox-360-Emulation nach
  3. Xbox One Inoffizielle PC-Treiber für Controller erhältlich

Facebook und Oculus Rift: Vier Prognosen zu Faceboculus
Facebook und Oculus Rift
Vier Prognosen zu Faceboculus

Der erste Shitstorm hat sich gelegt. Und Oculus gehört immer noch Facebook. Was ändert das jetzt? Und was bedeutet das für die Zukunft? Wer sich mit Entwicklern und Experten unterhält, der kann einige erste Schlüsse ziehen.

  1. Oculus Rift 25.000 Exemplare der neuen Dev-Kit-Version verkauft
  2. Developer Center Sicherheitslücke bei Oculus VR
  3. Oculus VR "Wir haben nicht so viele Morddrohungen erwartet"

Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  2. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion
  3. Linux-Distribution Opensuse baut um und verschiebt Version 13.2

    •  / 
    Zum Artikel