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Gewitter über zwei Schweizer Banken
Gewitter über zwei Schweizer Banken (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)

Bargeld nervt: Startups und Kryptowährungen mischen die Finanzbranche auf

Gewitter über zwei Schweizer Banken
Gewitter über zwei Schweizer Banken (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)

Geld- und Bankwesen stehen vor fundamentalen Veränderungen: Startups wirbeln Banken durcheinander, neue Wege entstehen für Zahlungsverkehr, Kreditvergabe und die Bewertung privater Kreditwürdigkeit. Ob wir in Zukunft noch mit Bargeld bezahlen werden, ist dabei noch die geringste Frage.

Die Zukunft vorherzusehen, ist manchmal gar nicht so schwer - zumindest wenn es um technologische Neuerungen geht. In innovationsfreudigen Länder wie Norwegen, Schweden oder den Vereinigten Staaten wird neue Technik oft mit einigen Jahren Vorsprung breit akzeptiert: Bargeldloser Zahlungsverkehr ist ein gutes Beispiel dafür.

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Wer in Schweden etwas bezahlt, kommt gut ohne Bargeld aus. Supermärkte bieten Self-Service-Kassen an, Wochenmärkte Kreditkartenterminals, Gaben für den Klingelbeutel der Kirche können Gläubige per Checkout in den digitalen Opferstock legen und sich mit Paypal an der T-Bana, einer Straßenbahn-Haltestelle, einen Snack aus dem Automaten ziehen. Alles ist bargeldlos und digital möglich. Das geht sogar schon so weit, dass einige Geschäfte gar kein Bargeld mehr annehmen wollen.

Skandinavier rücken vom Gelddrucken ab

Die Diskussion um die Abschaffung des Bargelds ist in vielen skandinavischen Ländern sehr rege. Die Noten- und Zentralbanken hebeln die Verpflichtung zur Akzeptanz von Bargeld im Handel aus oder rücken gar komplett von der Bargeldproduktion und -versorgung ab, wie gerade in Dänemark: Dort druckt der Staat ab 2017 kein Geld mehr. Regierungen, Handelskammern und Wirtschaft sehen keine Notwendigkeit mehr für Bargeld und wollen außerdem dadurch Kosten einsparen.

Es spielen aber auch noch andere Aspekte eine Rolle in dieser Diskussion: Stockholms Polizeipräsidentin nennt Bargeld "das Blut in den Adern der Kriminalität". Gegner halten entgegen, dass Steuerbetrüger und Kriminelle auf Gold oder andere Werte ausweichen könnten. Und sie kritisieren zu Recht, dass die Gesellschaft durch den Verzicht auf Bargeld leichter zu überwachen ist. Der ehemalige Bundesbank- und EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hat Bargeld vor diesem Hintergrund auch einmal als "geprägte Freiheit" bezeichnet.

Ob das Bargeld abgeschafft wird oder nicht, eines ist klar: Die Zukunft des Geldwesens wird immer digitaler. Die EC-Karte bekommt Konkurrenz durch das Smartphone, die Banken durch Startups und die Kreditauskunfteien durch den allmächtigen Algorithmus. Die Neuerungen, die auf uns alle zukommen, werden immer mehr den Alltag jedes Nutzers beeinflussen - und sich nicht mehr auf die Infrastrukturen im Hintergrund beschränken. Doch so neu sind einige grundlegende Veränderungen im Geldwesen wie der bargeldlose Verkehr gar nicht: Den Wechsel, eine Zahlungsanweisung in Wertpapierform, kannten schon die alten Römer, und unser modernes Buchgeld stammt aus dem vorletzten Jahrhundert.

Vertrauen ist alles

Im 19. Jahrhundert wurden nicht nur die heute bekannten Banknoten etabliert, sondern auch das sogenannte Giral- oder Buchgeld, eine immaterielle oder auch bargeldlose Geldform, die es Banken ermöglicht, Geld zu erschaffen durch Kreditvergabe. Lediglich ein Prozent muss eine Bank in Deutschland als Eigenkapital vorweisen, bis zu 99 Prozent darf sie erschaffen. Wechsel, Schecks und Überweisungen kamen auf und machten schon zum Ende des 19. Jahrhunderts die Hälfte des Zahlungsverkehrs aus - noch auf Papier.

Deshalb war in der Entwicklung des Geldwesens Vertrauen schon immer wesentlich: Der Aussteller eines Wechsels musste darauf vertrauen, dass dieser auch eingelöst wird. Auch Währungssysteme sind von Vertrauen abhängig: Beim Warengeld war das noch einfach, eine Kuh bleibt eine Kuh. Aber im Gegensatz dazu besitzt ein staatlich ausgegebenes Zahlungsmittel, sogenanntes Fiat-Geld, in sich keinen Wert.

Es wird durch allgemeine Vereinbarung zum Ersatz für das Warengeld, zum neuen Tauschmittel: Ein Staat definiert eine Währung und verspricht einen Wert, und jeder, der am öffentlichen Handel teilnimmt, muss darauf vertrauen, dass der Wert erhalten bleibt. So wird eine Währung durch schlichte Akzeptanz zum Geld. Das Vertrauen der Bürger in das Geldwesen schützen Regierungen auch durch die Regulierung des Geldwesens und bewahren damit das Finanzsystem - oder versuchen es zumindest.

IT im Geldwesen: So neu nicht 

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1ras 01. Jul 2016

Es war nicht ein Automat "defekt" sondern gleich zwei und seltsamerweise nur was den...

plutoniumsulfat 30. Jun 2016

Die Banken können allerdings dann groben Unsinn verzapfen, den sie heute so nicht...

M. 29. Jun 2016

Das ist etwas übertrieben. Ein Acquirer (SIX) hatte für 1-2 Tage technische Probleme...

thesmann 29. Jun 2016

Einfach umzusetzen? Du hast vergessen, das der Laden irgendwo in einem Bunker fernab...

User_x 29. Jun 2016

na klasse, willste päckchen kaugummi kaufen, zahlst du mit nem hinkelstein. möglich, hat...



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